Senioren und Familien: Gute Noten für den Enzkreis

Wo in Deutschland sind die Lebensverhältnisse für Senioren und Familien besonders gut? Die Dokus und Ergebnisse der großen Deutschland-Studie - die Daten und Bewertungen für 401 Stadt- und Landkreise bietet jetzt das ZDF. Stoff, der sich in einem Internet-Portal studieren lässt, und zwar für jeden Kreis. Und somit auch für unseren.

Alt, aber mobil - das gilt heute für viele Senioren. Aber sie möchten auch vernünftige Mieten und den Supermarkt um die Ecke. Jena und Suhl  – Städte im Osten Deutschlands nehmen bei der Deutschland-Studie des ZDF im Bereich Senioren die besten Plätze ein. Unter den ersten zehn Kreisen und kreisfreien Städten finden sich aber auch die Kreise Ludwigsburg, Enzkreis, Böblingen und Rhein-Neckar-Kreis (Rang 7 bis 10). Sie schneiden nach dem Hochtaunuskreis (3.) am besten in den alten Bundesländern ab. Schlusslicht und damit auf Rang 401: der Eifelkreis Bitburg-Prüm.

Senioren: 20 Lebensbereiche gewertet

Die Studie hat auch untersucht, ob es sich für Senioren auf dem Land oder in der Stadt besser lebt. In besonders abgelegenen Regionen sind die Entfernungen zum Arzt oder Krankenhaus oft viel zu weit. Gleiches gilt für den nächsten Supermarkt: Im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist beispielsweise die nächste Einkaufsmöglichkeit durchschnittlich 3,3 Kilometer entfernt - ein Negativ-Rekord. Übrigens: Pforzheim ist Fünfzigster. Insgesamt 20 Lebensbereiche sind in die Wertung bei diesem Regionen-Vergleich mit eingeflossen.

Es ist eine wissenschaftlich Auswertung von Daten aus allen 401 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland. Gut gemacht, schrieb mir ein Kernstädter, der mich auf die Ergebnisse aufmerksam machte. Danke! Sarkastisch fügte er aber hinzu vor dem Hintergrund der Entscheidung des Gemeinderats, das ENZival 2020 auszusetzen (gegen die Stimmen der sechs CDU- und weiterer vier Stadträte): Auf Grund der genialen Vorbereitung und Planung der Stadtverwaltung des Mittelzentrums Mühlacker im Enzkreis und der dazu passenden Abstimmung des Gemeinderates, zur Reduzierung künftiger hörbarer Freiluftveranstaltungen, wird Mühlacker stiller werden und zur seniorenfreundlichen Silent-City mutieren.

Die Resultate der Senioren-Studie verdienen Aufmerksamkeit. Im Gesamtranking liegt der Enzkreis auf Platz 8 (in Baden-Württemberg 2. von 44 Plätzen). In der Anreissmeldung wird auf Highlights verwiesen: Die Faust-Stadt Knittlingen gilt als Geburtsort der berühmten Romanfigur Goethes. Neben dem Faust-Museum kann man in dem Weltkulturerbe Kloster Maulbronn Geschichte erleben. Hohe Werte gibt es für Lebenserwartung, Sicherheit, gutes Einkommen, Beschäftigungsmöglichkeiten. Deutlich schwächer, aber trotzdem noch meist in der ersten Hälfte ist der Enzkreis bei Breitbandversorgung, Erreichbarkeit von Bahn und Bus sowie bei der Ärzteversorgung.

Bei der Familien-Studie auf Rang 91

Job, Kinderbetreuung, bezahlbares Wohnen - Alltagsthemen vieler Familien. Wo lässt sich das am besten vereinbaren? Diese ZDF-Studie nimmt ganz Deutschland unter die Lupe. Bei der Familienstudie glänzt der Hochtaunuskreis als Nummer 1 - vor Baden-Baden, Starnberg, Speyer, Neustadt an der Weinstraße, Main-Taunus-Kreis, Landkreis München, Landkreis Mainz-Bingen sowie den kreisfreien Städten Suhl und Potsdam. Der Enzkreis taucht auf dem 91. Rang auf (30. in Baden-Württemberg). Die rote Laterne hält das Jerichower Land. Der Stadtkreis Pforzheim: 127. Die Statistiker bescheinigen dem Enzkreis auch hier eine hohe Lebenserwartung der Menschen, ein hohes Maß an Sicherheit, deutliche Abschläge nahmen die Statistiker bei Freizeit, Kultur und Kinderbetreuung vor.

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Das Schloss und seine intakte Seele - Aus dem Bretonen-Land (6/10)

Schloss Trévarezrez

Nach Paris und Umgebung soll die Bretagne die Region Frankreichs mit den meisten unter Denkmalschutz stehenden Bauwerken sein, im kirchlichen Bereich gilt das Land der Bretonen sogar europaweit führend.

Im Park von Trévarez

Mehr als 4000 Schlösser und Herrensitze findet man hier - in ihrer Bedeutung und Dichte einzigartig in Europa. Mit dem Besichtigen wird man da nie fertig. Und wer eine Liste von Schlössern anschaut, merkt schnell, dass es meist andere waren, die man besucht hat. Solche Übersichten, die meist nur einen Teil herausgreifen, stehen bei Wikipedia, Bretagne-Netz.de und Bretagne-Tipp.de - und es gibt sicherlich weitere. Internetsuche hilft garantiert. Hier werden zwei vorgestellt: Das Herrenhaus Kerazan in Loctudy und Trévarez in Saint-Goazec.

Beide sind in öffentlichen Händen:Trévarez  steht im Eigentum des 

Baumrinden aus Metall. Skulpturen von Marc Didou aus Brest

Département Finistère, Kerazan gehört dem Institut français

Kein Geheimtipp mehr, aber auch noch nicht überlaufen: Schloss und Park Trévarezrez im Landesinneren, oberhalb der Gemeinde Saint-Goazec. Die tolle Mischung aus Geschichte (bis ins Badische hinein), Baukunst, Botanik und Kunst macht es. Und die ländliche Lage. Einfach mal hinfahren. Ist auch nicht von Besuchern überströmt, da abseits der Hauptrouten. Im Mittelpunkt eines Parks von 85 Hektar dominiert das Schloss von Trévarez. Es spiegelt den Traum von James de Kerjégu wider, der im Jahr 1893 mit dem Bau einer repräsentativen Residenz - im Umfeld der Belle Epoque - begann. Fertig war das Objekt 1907. 

Kunst auch im 85 Hektar großen Park. Thema dieser Arbeit: Digitalisierung

Baronin aus Baden geheiratet 

Kerjégu ist selbst eine Geschichte wert. Diplomat und Politiker, wurde in Trévarez-Saint-Goazec in einer alten bretonischen Familie geboren.  1883 heiratete er Fanny Laure von Haber aus Karlruhe, Tochter des badischen Bankiers Baron Samuel Arthur von Haber. Sein Vater, François-Marie Jacques de Kerjégu, war Mitglied der Abgeordnetenkammer und später Senator; zwei seiner Onkel waren ebenfalls Abgeordnete. Er selbst amtierte als Vorsitzender des Finistére-Generalrats. 

Die "Domaine de Trévarez", bereits als "Bemerkenswerter Garten"

Blick vom Schloss

ausgezeichnet, wird auch als "Garten der Exzellenz" für ihre Sammlung von Kamelien anerkannt. Hält viele und wunderbare Überraschungen parat. Schloss, neogotisch, pompös, 1944 teilweise zerstört, bis 2019 soll auch der große Salon restauriert sein. Baugeschichte, Gartenschau, Kunst. Ein Hauch der Schlossanlage Ludwigsburg.

Obwohl das "rosa Schloss von Trévarez" als Beispiel der neugotischen Architektur des späten 19. Jahrhunderts klassifiziert werden kann, verfügt es zur Bauzeit über technische Merkmale, die damals fast revolutionär waren, die jedoch zu den innovativsten seiner Zeit gehörten, wie Stahlbau, Elektrizität, Warmwasser-Zentralheizung, internes Telefon, Aufzug, Güteraufzug. In einer ländlichen Umgebung, in der die Menschen noch Öllampen für die Beleuchtung verwendeten, waren das Schloss Trévarez und seine Parks das Beispiel für Luxus, Komfort und Fortschritt.

Bauzeit 14 Jahre 

1892 beschloss James de Kerjégu, das Schloss von Trevarez zu bauen. Er lebte zwischen Paris und der Bretagne und übersetzte die Pariser Lebensweise nach Trévarez, heißt es in zeitgenössischen Dokumenten. Der Bau des Schlosses ist eine riesige Baustelle: 54 Firmen arbeiteten dort fast 14 Jahre lang. Die Kosten belaufen sich auf fast 5 Millionen Franken Gold (etwa 18 Millionen Euro).

Die Domaine erhielt 2004 die Auszeichnung "Patrimoine du 20e siécle" für ihre 1900 angelegten Parklandschaften im "gemischten Stil", der damals für Französisch charakteristisch war. Die Anlage punktet vor allem durch die Schönheit seiner Kamelien-, Rhododendron- und Hortensia-Quartiere. Auf dem 550 Meter langen Weg vom Eingang bis zum Schloss können die Besucher zum Beispiel in dem Kamelien-Wald erste Eindrücke sammeln.

In der Domaine Trévarez - dem früheren Marstall - sind in der jetzigen Sommersaison Arbeiten des 56jährigen Bildhauers aus Brest, Marc Didou, zu sehen. Er setzt die Struktur von Baumrinde um in Metallrohre der eigenen Art. Seine monumentalen Skulpturen begeistern nicht unbedingt auf den ersten Blick oder aber man empfindet sie sofort als cool.  #www.cdp29.fr 

 

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Gesammeltes aus dem Bretonen-Land - eine Serie

Das Auge von Plomodiern - in der Strandmauer von Pors ar Vag

„In der Mauer, auf der Lauer, glotzt des kalte Auge“, twitterte ich, leicht despektierlich, über das einsame Auge in der Strandmauer von Plomodiern in der Bretagne. Erst Ende Juli enthüllte der Künstler Pierre Chanteau dieses mosaikartige Auge, das aus vom Meer polierten Fayence-Fragmenten besteht, an der  Festung von Pors Ar Vag, einem winzigen Stück des kommunalen Flickenteppichs, der  Plomodiern heißt.  Diese Glas- und Steingutarbeit soll eine künstlerische Hommage an die Tausenden von Frauen und Männern sein, die Seeleute in Schwierigkeiten getragen und gerettet haben.Dieses Auge stellt das Bild dar, das in der Antike den Bug der Boote schmückte, um die Besatzungen zu schützen. 

Werfen wir damit auch ein Auge auf diese bretonische Gemeinde, zu der Pors Ar Vag gehört und versuchen, sie einzuordnen, ein (Größen-)Vergleich zwischen drei Kommunen in Bretagne, Württemberg und Thüringen - ein Trio, das mir aus nachvollziehbaren Gründen naheliegt. Den Anstoß dazu gab ausgerechnet ein grafisch gut gestalteter Stadt- respektive Gemeindeplan in Strandnähe von Pors Ar Vag. Ein bisschen Statistik gefällig? Die Gemarkung von Lienzingen ist elf Quadratkilometer groß und darauf leben etwa 2100 Menschen, demnach 190 auf einem Quadratkilometer. In der Gesamtstadt Mühlacker kommen auf einen Quadratkilometer (insgesamt 54,32 sind es) laut Statistik 480 Personen (zusammen gut 26.000 Einwohner). In unserer thüringischen Partnerstadt Schmölln wohnen 12.200 Menschen - bei einer Gesamtmarkung von 94,7 Quadratkilometer ergibt dies pro Quadratkilometer 145 Leute. Im bretonischen ländlichen Plomodiern sieht die Welt ganz anders aus: 46,7 Quadratkilometer Gemarkung und 45 Personen je Quadratkilometer ergibt 2100 Einwohner- so viel wie Lienzingen, aber dessen Gemarkung passt fünfmal in die des Badeortes an der Atlantikküste. Mühlacker zählt sechs Stadtteile, Schmölln 44 Orte - und Plomodiern? 

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Innovation 2018: Enzkreis mitten drin im Mittelfeld, Pforzheim schneidet mies ab

Zahlen, nichts als Zahlen. Ihr Ergebnis: der Innovationsindex 2018.  Maximal 100 Punkte sind drin. Das wäre ein Megasuperleistung, die jedoch keiner der 44 baden-württembergischen Stadt- und Landkreise erreicht. Mit 73,3 Punkten ist der Landkreis Böblingen die Nummer eins. Dem Enzkreis reicht es mit einem Wert von 27,2 zu einem dürftigen mittleren Platz (dem 25.). Ganz mies schneidet die Stadt Pforzheim mit 16 Punkten und dem 41. Platz ab, weit abgeschlagen unter den Großstädten. Während dem Enzkreis immerhin eine konstante Entwicklung bescheinigt wird, weist der Trend für Pforzheim nach unten.

Unter den 12 Regionen des Südweststaates ist Nordschwarzwald das Schlusslicht. Nicht nur das aktuelle Innovationsniveau zählt, sondern auch die -fähigkeit. In 16 Kreisen ermittelten die Statistiker für 2008 bis 2018 einen positiver Trend (darunter Ludwigsburg und Böblingen), für neun Kreise einen negativen in puncto Entwicklung der Innovationsfähigkeit (unter anderem Pforzheim). 19 Kreise treten wie der Enzkreis in all den Jahren auf der Stelle. Kreise mit einem Wert von mehr als 50 bilden die Spitzengruppe. Das sind 6 (Böblingen, Heidelberg, Bodenseekreis, Stuttgart, Ulm und Ludwigsburg). Im Vergleich zu 2016 blieb damit die Zusammensetzung der Spitzengruppe identisch, jedoch kam es zu Verschiebungen bei den Rangplätzen. Heidelberg und der Bodenseekreis verbes­serten sich je um einen Platz und verdrängten den Stadtkreis Stuttgart auf Rang 4.  Das Gros der Stadt- und Landkreise (28 Stück) liegen mit 20 bis 50 Punkten im Mittelfeld (mittendrin der Enzkreis). Wer weniger als den Wert 20 schafft, ist wie Pforzheim in der Schlussgruppe. Landesweit reicht die Spanne vom Kreis Böblingen (73,39) bis zum Kreis Waldshut, der mit 10,4 die rote Laterne hält.   Der durchschnittliche Indexwert für Baden-Württemberg: 37,5.
Welches Gewicht hat dieser Innovationsindex? Das Statistische Landesamt in Stuttgart sammelt dazu  Daten, die aus verschiedenen Quellen stammen: Stifterverband Wissenschaftsstatistik, Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit, Deutsches Patent- und Markenamt, PATON Landespatentzentrum Thüringen, Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“, Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, eigene Berechnungen. Allein die Liste zeigt, welche Indikatoren in einen von den Statistikern offengelegten mathematischen Prozess einfließen: Zum Beispiel die Zahl der Patentanmeldungen, das Bruttoinlandsprodukt, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in industriellen Hochtechnologiebranchen und insgesamt, aber auch in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen, Existenzgründungen in Hochtechnologie, Zahl der Einwohner von 21 bis unter 60 Jahre.
Beispiel Heidelberg: Grund eines negativen Verlaufs war im Zeitraum 2008 bis 2016  ein Rückgang bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) und den Patentanmeldungen. Inzwischen konnte hier der Stadtkreis aufholen und liegt wieder in etwa auf dem Niveau der Berechnung 2008.

 

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Auf Lienzinger Wegen. Drei Wanderstrecken in und um das Etterdorf

Bei der Vorstellung oberhalb der Lienzinger Weinberge: Von rechts Oberbürgermeister Frank Schneider, Stadtrat Günter Bächle sowie Reiner Schmollinger vom Arbeitskreis „Herzenssache Lienzingen“ sowie mit Rolf Bammesberger einer der sonntäglichen Wanderführer.

Handlich, praktisch, ideal und lokal ist sie, ihre Erarbeitung eine Premiere: „Auf Lienzinger Wegen“, eine Wanderkarte mit drei Touren auf der Lienzinger Markung. Der Ideengeber: „Herzenssache Lienzingen“ – ein Stadtteil-Arbeitskreis, entstanden aus dem städtischen Bürger-Beteiligungsprojekt Zukunftswerkstätten Mühlacker im Februar 2017. Die Wanderkarte ist das zweite Projekt, das umgesetzt werden konnte. Das erste: KIDSClub Lienzingen. Dort werden bis zu den Sommerferien Aktionen für Kinder angeboten, wie beispielsweise ein Brettspieltag oder eine Wald- und Bienenführung. Soll auch nach den Ferien fortgesetzt werden.

Ausgangspunkt der Idee: Wo andere Urlaub machen – die Schönheiten der Lienzinger Natur erleben. Schon bei der Zukunftswerkstatt als auch bei den monatlichen Folgetreffen des Arbeitskreises stand auf dem ersten Platz der Dringlichkeitsliste: - Natur-, Erholung, Artenschutz: „….wo andere Urlaub machen…..“. Diese einzigartige Natur mit all den Arten muss langfristig erhalten werden. Lienzingen gehört zum Naturpark Stromberg/Heuchelberg, hat mit 483 ha die größte Waldfläche aller Stadtteile inklusive Kernstadt, besitzt zudem mit dem Eichelberg auf 16 Hektar Weinbau. Auf dem zweiten Platz: - Erhaltung und Schaffung von Infrastruktur. Sicherung und Schaffung von wichtigen Infrastrukturen, die der Versorgung der Lienzinger Bürger dienen (Bäcker, Laden, Gastronomie etc.) Beides lässt sich kombinieren und durch die Ortsgeschichte, die Kulturdenkmale wie die mittelalterliche Kirchenburg mit Gaden und die spätgotische Frauenkirche sowie die reichlich vorhandenen Fachwerkhäuser ergänzen.

Lienzingen, das Etterdorf – das einzige Dorf im Regierungsbezirk Karlsruhe, dessen mittelalterlicher Ortskern unter Schutz steht wie Alt-Heidelberg, Freiburg und Meersburg. Das sind die Lienzinger Pfunde.

Zudem: Von den Besuchern der Kirchenburg und des historischen Ortskerns kam immer wieder die Frage nach Wandermöglichkeiten. Die Markung ist groß, die Landschaft vielfältig, die Natur abwechslungsreich und artenreich, dies alles hat Erholungscharakter für Einheimische und Besucher: Pluspunkte für Lienzingen als Wohnort sowie als Ausflugs- und touristisches Ziel. Bewahren und entdecken der Natur. Alles geschieht Die Wanderstrecken wurden ausgearbeitet und mehrfach zur Probe abgewandert, von Reiner Schmollinger, der die Touren auch beschrieb und dabei viele interessante Details zur Orts- und Bauwerksgeschichte liefert. Zudem schlägt er einfacher zu nehmende Varianten zu Streckenteilen vor, die zum Beispiel mit einem Kinderwagen oder Rollstuhl nur schwer zu befahren wären.

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Gehoben, geläutert und geprüft

Fast 400 Seiten dick: Das große Kraichgau-Stromberg-Weinlesebuch, erschienen als Band 256 in Lindemanns Bibliothek, einer Reihe des Info-Verlags in Bretten. Ein Buch für 24,80 Euro mit doppelseitiger Übersichtskarte der Region und 17 kleinen Routenkarten. Johannes Hucke (50), Schriftsteller und Theaterautor, widmet sich der Erforschung halb verborgener Genussregionen. Als eine der erfreulichsten Entdeckungen bezeichnet er das Gebiet Kraichgau-Stromberg, dem er sein erstes von vier Weinlesebüchern gewidmet hat (nun in dritter und aktualisierter Auflage). Gert Steinheimer (72), Mannheimer Regisseur, Drehbuchautor, Grimme-Preisträger und Fotograf, erlebte während der Recherchen zu diesem Buch eine Regionalisierung seiner Trinkgewohnheiten, wie er selbst sagt. Hucke erzählt Geschichten von Menschen und Orten auch aus dem Enztal bei Vaihingen, bringt Stromberger G’schichten aus dem Revier rund um Hohenhaslach und Ochsenbach. Er schwärmt vom Glück im Verborgenen, rühmt Meisterköche und Besenküche gleichermaßen, lässt Weingüter hochleben, vergisst die Bierbrauer nicht. In seinen „atmosphärischen Annäherungen mit Gebrauchswert“  gibt’s Erbauliches, Tipps für das Zusammenstellen von Ausflugstouren für Familie, Freunde, Vereine. Die 17 Routen lassen häppchenweise das von Wiesloch bis Besigheim, von Durlach bis Lauffen reichende württembergisch-badisch-kurpfälzische Gebiet erschließen. Beispiel Route 10: In den Stromberger Alpen mit Diefenbach, Sternenfels und Kürnbach. Oder Route 13: die Leber Schwabens - von Mühlhausen über Roßwag und Gündelbach nach Schützingen. O-Ton: „Wer beladen mit all dem Dreck , den unsere urbane Zivilisation so überreich über uns ausschüttet, in Mühlhausen ankommt, durch die Terrassenanlagen spaziert, in Roßwag einkehrt, sich in den Gündelbacher Weinhöfen umtut und auch Schützingen nicht auslässt, dürfte gehoben, geläutert und geprüft seinen Lebensweg fortsetzen.“ Wenn dies keine originelle Liebeserklärung an einen Landstrich ist! Wichtige Zutaten im Buch: Tipps für Spaziergänge, Infos zu Gasthöfen, Sehenswürdigkeiten, Weingütern, garniert mit Rezepten. Ein Buch zum Lesen und für unterwegs. Piktogramme erleichtern die Orientierung, Literaturhinweise und Adressen ergänzen die Kapitel. Mühlacker wird ausschließlich definiert und präsentiert durch Mühlhausen und Lienzingen. Als Tipp auf Seite 298 das Hotel-Restaurant Nachtwächter in Lienzingen, Teil einer Genuss-Region, die längst nicht nur im Verborgenen blüht. Ein Lesebuch zum Schmökern und Staunen mit Fotos zum Vergnügen.


Vom papierlosen Büro bis zur Stadt-App



Beispiel Wernigerode

Digitale Zukunft: Vom papierlosen Büro bis zur Stadt-App - nachstehend einige Punkte aus einer Veröffentlichung über die Fachmesse Public IT in der Messe Stuttgart, die auch für Mühlacker einige Anregungen gebracht hat. Was ist möglich, was ist sinnvoll, was kann umgesetzt werden? Ein Thema für unsere Verwaltung und die Kommunikation auch der Kommunalpolitik mit den Bürgern. Hier die Pressemitteilung der Veranstalter:

Neue Reichweiten und Rollen für Verwaltungsmitarbeiter durch Social Media

Viele Städte und Gemeinden nutzen heutzutage Social Media wie Facebook, Twitter oder auch eigene Internet-Plattformen, um mit Bürgern und Touristen zu kommunizieren. Rund 300 Städte und Gemeinden seien in Facebook aktiv, bestätigte Franz-Reinhard Habbel vom Deutschen Städte- und Gemeindebund. Gerade die kleineren Gemeinden seien in diesem Bereich oft Vorreiter. Aber man dürfe den Blick nicht nur auf die Gemeinden richten, sondern auch und vor allem auf die Bürger. „Facebook ist in erster Linie nicht dafür da, zu informieren, sondern um einen Dialog zu führen! Und auf diesen muss man sich einlassen“, beschrieb Habbel die Verständigungsform über Social Media. Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht, der sich bereits 2007 auf die rechtlichen Implikationen von Facebook und Co. spezialisiert hat, unterstrich die Rolle der Mitarbeiter: Diese hätten eine neue Verantwortung, da ihr Handeln in Sozialen Netzwerken über eine ganz andere Reichweite verfüge. Dies müsse man ihnen bewusst machen; Aufklärung, Leitplanken und Regeln seien deshalb essentiell.  Übrigens: Unser Nachbar Vaihingen macht es bei Facecook vor.

Open Data: Daten für jedermann

Vom digitalen Dokument zur offen zugänglichen Datenplattform: Welche Chancen und Barrieren offene Verwaltungsdaten bieten, präsentierte Jens Klessmann, Mitarbeiter am Kompetenzzentrum Electronic Government beim Fraunhofer-Institut FOKUS. Beim Ansatz „Open Government Data“ gehe es darum, Datenschätze der Verwaltungen zu öffnen, in maschinenlesbarer Form bereitzustellen und für Dritte verfügbar zu machen. Unternehmen könnten diese Rohdaten in der Entwicklung eigener Softwareanwendungen einsetzen, die dann von den Bürgern genutzt werden könnten –  ein Wertschöpfungsnetzwerk aus Verwaltung, Unternehmen und Bürgern entstehe.

Vorreiter zu diesem Thema sei in Deutschland die Stadt Berlin, dort sei bereits vor zwei Jahren der Open Data Prozess angestoßen worden. Eine Umfrage, welche Daten zivilgesellschaftliche Akteure benötigten, ergab, dass ein besonders hohes Interesse an Daten zur Stadtplanung, zu Verwaltung und zur Umwelt bestehe. Zudem wurde ein App-Wettbewerb ausgeschrieben, der hohes Interesse hervorrief. Wichtig sei ein politisches Bekenntnis und ein Paradigmenwechsel hin zu offenen Daten, so Klessmann. Dann könnten Unternehmen Daten für die Bürger auf eine Weise aufbereiten und nutzbar machen, wie Kommunen es selbst nicht leisten könnten.

Mit Geo-Daten und Apps zusammen Städte planen

Viele neue Möglichkeiten für die Nutzung solcher Daten durch Bürger, aber auch für die Stadtplanung stellte Dr.-Ing Peter Zeile vor. Der Wissenschaftliche Mitarbeiter im Fachgebiet CPE an der TU Kaiserslautern beschäftigte sich in seinem Vortrag mit den Nutzungsmöglichkeiten von Geo-Daten für unterschiedliche Apps sowie den Chancen mobiler Datenerfassung für die Stadtplanung.

Über die App des deutschen Projektes Wheelmap.org etwa könne jedermann rollstuhlgerechte Orte – dazu zählen auch Zugänge zu Haltestellen im ÖPNV, Verwaltungsgebäude, Cafés oder Geschäfte – im virtuellen Stadtplan seiner Stadt eintragen. So könnten sich Rollstuhlfahrer vorab ein Bild von einer Stadt und ihren Einrichtungen machen und ihre Routen besser planen. Planer erhielten zudem Anregungen für Verbesserungen bei der Zugänglichkeit. Ideen und Visionen für die Weiterentwicklung ihrer Stadt könnten Bürger der Hansestadt Hamburg in der Community Nexthamburg in einen virtuellen Stadtplan eintragen und miteinander diskutieren. Ziel des Projektes sei es zu helfen, dass vielversprechende Lösungen der Bürger ihren Weg in die Umsetzung finden.

Stadt-App: Mobile Informationssysteme im Einsatz

„Immer mehr Kommunen bieten Dienstleistungen im Internet an, gleichzeitig steigt die Nachfrage nach ortsunabhängig verfügbaren Informationen“, erklärte Benjamin Strozinsky von der brain-SCC GmbH. Er stellte die Möglichkeiten der Stadt-Apps von Halberstadt und Wernigerode vor, die sowohl Informationen für Bürger und Touristen als auch für Investoren bereithalten. Die Städte nutzten die Apps etwa, um Sehenswürdigkeiten zu präsentieren, auf Veranstaltungen hinzuweisen sowie Übernachtungsmöglichkeiten und gastronomische Angebote zu präsentieren. Zudem gebe es Funktionalitäten eines virtuellen Rathauses, Bürger könnten hier etwa Terminanfragen im Bürgerbüro stellen und Adressen sowie Öffnungszeiten unterschiedlicher Behörden erfahren. Darüber hinaus könnten Investoren Hinweise zu Gewerbemöglichkeiten, -gebieten, Fördermöglichkeiten sowie ein Firmenverzeichnis abrufen.




(Quelle: Nachbericht zur Fachmesse Public IT 2012. www.messe.org)