Hello, Herzenssache: Bürger präsentieren ihre Zukunftsprojekte

Tee für alle, die eines der Bürgerprojekte vorgestellt haben

Der Name hört sich zwar schrecklich fachchinesisch an, doch in der Sache taugt das, was er bezeichnen will, als Anstoß für lokale Mitmach-Aktionen: Das integrierte kommunale Managementverfahren „Familienfreundliche, bürgeraktive & demografiesensible Kommune“. Ein Landesprojekt, gemeinsam von FaFo (Familienforschung) Baden-Württemberg sowie dem Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) auf den Markt der Möglichkeiten gebracht, 2016/17 von der Stadt Mühlacker genutzt. Klar ist: Die Sache klappte. Das zeigte sich heute bei der Bürgerprojektbörse der Stadt.Flyer-Buergerprojektboerse.pdf

Managementverfahren: Umgesetzt in sieben Zukunftswerkstätten in allen Stadtteilen, in Dürrmenz und der Kernstadt Ende 2016/Anfang 2017. Manchen Leuten war das seinerzeit ein ganzer Samstag wert. Es waren unterschiedlich stark nachgefragte, moderierte Workshops mit dem ausdrücklichen Wunsch, auch das Undenkbare denkbar zu machen und möglichst über den Tag hinaus am Ball zu bleiben. Also bürgerschaftliches Engagement zu zeigen. Das oberste Ziel kristallisierte sich allen Ortes schnell heraus, ähnelte sich zudem:  Treffpunkte zu schaffen, um die Kommunikation zu stärken. Kurzum: mehr miteinander zu schwätzen und gemeinsam zuzupacken, dafür einen auch räumlichen Rahmen zu schaffen. Und der Gemeinderat lockte mit finanzieller Hilfestellung, stellte in zwei Haushaltsjahren je 100.000 Euro bereit.  Seit April 2018 gibt es Fördersteckbriefe für Stadtteil-Treffpunkte und Bürgerprojekte zur Umsetzung aus den Zukunftswerkstätten, im Dezember 2019 leicht verändert.

Erfolgsgaranten und Nichterreichtes

Aktive Zukunftsgestaltung: Was sich seit 2017 daraus entwickelte, zeigte sich eindrucksvoll heute im Saal der Musikschule Gutmann bei einer Ideenbörse, gleichzeitig Forum für einen Erfahrungsaustausch. Der Einlader: die Stadtverwaltung, die als Folge daraus einen Leitfaden veröffentlichen will. Vorgestellt wurden Bürgerprojekte, die so vielfältig sind wie unsere Stadtteile. Sie pflegen das Wir-Gefühl.

Doch ein weißer Fleck blieb bis jetzt auf dem Stadtplan. Denn leider entwickelte sich kein einziges  Projekt in Dürrmenz oder in der Kernstadt, dort fiel auch die Beteiligung an den Zukunftswerkstätten, gemessen an der Einwohnerzahl, geringer aus. Möglicherweise zündete es bei dem/der einen oder anderen aus Kern-Mühlacker, wo einige interessierte Zuhörer wohnen, die sich heute die Präsentationen anschauten und Lust auf mehr bekamen.

Die Initiativen sollten sich näher kennenlernen, sich über Fördermöglichkeiten informieren, neue Anregungen für eigene Projekte holen und mögliche Projektpartner finden.

Nur die  Initiatoren des Projekts in Enzberg - Spielgeräte auf dem Rathausplatz - hatten keinen Beitrag zum Programm angemeldet, dafür alle anderen - Lomersheim, Mühlhausen und Großglattbach, Lienzingen gar zweimal: mit der Herzenssache sowie mit dem Bierkeller- und Kulturverein e.V., dessen Gründung sich aus Treffen der Herzenssache entwickelte. Auch ein positiver Nebeneffekt. Etwa 50 Zuhörer, darunter OB Frank Schneider und vier Stadträte (davon zwei Projektbeteiligte),  hörten zweieinhalb Stunden lang interessante Berichte, daneben bestand die Möglichkeit zu Gesprächen bei Sprudel, Limo und belegten Wecken.

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Hallen-Stadtpokal oder Am Ende ein Fußball-Krimi

Da herrschte Leben in der Enztalsporthalle: Die aktiven Fußball-Mannschaften aus Mühlacker und Ötisheim lieferten sich heute schöne Duelle beim Hallen-Stadtpokal. Doch das Endspiel hatte es erst recht in sich: Ein emotionsgeladener Fußball-Krimi zwischen dem Vorjahressieger FC Anadolu Mühlacker und dem Vorjahres-Zweiten TSV Phönix Lomersheim. Nach der regulären Spielzeit stand es Unentschieden, nach einer Fünf-Minuten-Verlängerung wieder, doch dann brachte das Elfmeterschiessen die Entscheidung: TSV Phönix Lomersheim lag mit einem erfolgreichen Schuss vorne, Anadolu musste sich mit dem zweiten Platz begnügen.
Da gleichzeitig im Mühlehof das Neujahrskonzert mit der Ansprache des OB auf dem Programm stand, überreichte ich als Stadtrat und ehrenamtlicher Stellvertreter des OB in der Enztalsporthalle die Pokale an die teilnehmenden Mannschaften. Zum Trost für alle, die nach diesem Turnier nicht die Nummer eins waren: Im Fußball gibt es die Möglichkeit zur Revanche schneller als in der Politik. Die schönste Nebensache der Welt ist oft auch die spannendste. Das macht das Rennen nach dem Ball so schön. Für unsere Stadt - entstanden aus Mühlacker und fünf einstmals selbstständigen Gemeinden rundum - bringen solche gemeinsamen Turniere zusätzliches Gemeinschafts- und Wir-Gefühl. Überhaupt leistet Fußball praktische Integrationsarbeit. Auch was unsere Mitbürger mit Migrationshintergrund - wie das inzwischen so schön heißt - angeht. Anadolu richtete heute erstmals dieses Turnier aus.

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