Karl-Adolf Deubler: Lienzinger acht Jahre lang die Nummer 1 beim VfB Stuttgart

Lienzingen, Stuttgart, Bad Honnef, Köln: Lebensstationen von Karl-Adolf Deubler (1888 – 1961). Nicht gerade elektrisierend dieser Lebenslauf, wäre da nicht genau speziell diese eine Sache gewesen: Der Lienzinger war acht Jahre lang die Nummer eins des VfB Stuttgart.  Dem Verein für Bewegungsspiele (VfB) Stuttgart  saß er von 1923 bis 1931 vor, länger als manch anderer später. 16 Namen stehen auf der Liste der Vorsitzenden einschließlich Claus Vogt als der jetzige Präsident.

Dr. Karl-Anton Deubler vor einer Reise nach Zürich im Sommer 1920 (Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, F 215 Bü 67)

Mit seiner achtjährigen Amtszeit liegt der gebürtige Lienzinger in der 110-jährigen VfB-Geschichte auf Rang 3, den er mit Erwin Staudt (2003-2011) teilt, vor ihnen hielten es nur Gerhard Mayer-Vorfelder (1975 bis 2000) und Fritz Walter (1944 bis 1968) länger auf diesem Chefposten aus.

Lienzinger Geschichte(n):  Was, ein Lienzinger als VfB-Stuttgart-Präsident? Der Überraschungsmoment  beim Gegenüber ist garantiert bei dieser Frage, löst ungläubiges Staunen aus. Deubler, wer? Eine Geschichte mit vielen Updates. Denn wer suchet, der findet immer mehr zu Karl-Anton Deubler, dem vierten Präsidenten des VfB Stuttgart. Ein Lienzinger, der bisher im Dunkeln stand. Zu unrecht

Was amtlich ist: Karl-Adolf Deubler erblickte am 26. Februar 1888 in Lienzingen das Licht der Welt. Seine Eltern sind laut des Familienregisters Lienzingen (Band 1, Blatt 74) der Landwirt und Metzger Christian Jakob Deubler (geboren am 1. November 1857 in Lienzingen) und Julie, am 19. Dezember 1865 in Schwieberdingen) geboren. Sie heirateten am 11. Juni 1887 in Schwieberdingen. Karl-Adolf, der Erstgeborene, hatte mit Karl Gustav, Karl, Anna Maria und Elsa vier Geschwister. Bruder Karl Gustav (geboren 20. März 1891 in Lienzingen) erlag im Alter von fünf Monaten der Brechruhr. Die Jüngste – Elsa – kam am 8. Oktober 1897 in Lienzingen zur Welt.

1912 verschickte Ansichtskarte mit der Lienzinger Schule, heute Kirchenburggasse 19 aus der Sammlung Appenzeller

Elementarschule Lienzingen: Im Hauptstaatsarchiv Stuttgart liegt der Personalbogen Nummer 8195 des Soldaten und Offiziers Karl-Adolf (Adolf als Rufname) Deubler.  

  • Darin finden sich ergänzend die Schul- und Studienstationen in der Rubrik Erziehung:
  • Elementarschule Lienzingen (Bild links),
  • Realschule Dürrmenz
  • 1906 Abitur an der Oberrealschule Stuttgart, Nachreifeprüfung am Oberrealgymnasium Tübingen,
  • Jura-Studium in Tübingen und Leipzig
  • erstes juristisches Staatsexamen, Gerichtsreferendar
  •  Promotion, schließlich Anwalt.

Spurensuche nach Deublers, der Clan, der gut 200 Jahre in Lienzingen lebte und dann nach und nach von 1900 an sich in  Stuttgart ansiedelte. Der (Umzugs-)Prozess einer inzwischen weitverzweigten Familie zog sich teilweise bis 1912 hin. Wer meint, alle seien begütert gewesen, irrt: Taglöhner, Knecht, Magd findet sich zum Beispiel auch als Berufsangabe im Familienregister (STAM, S Li F3).

Im Mittelpunkt dieser Spurensuche: Karl-Adolf. Der junge Mann trat in Tübingen der Studentenverbindung Landsmannschaft Schottland bei, in Leipzig der Afrania. Nach Ende des Studiums und des Kriegsdienstes ließ sich Deubler in Stuttgart als Rechtsanwalt und Syndikus nieder. 1931 zog der Jurist mit seiner Familie berufsbedingt nach Köln um, wo er 1961 starb. Seine erfolgreiche Arbeit für den VfB Stuttgart würdigte der Verein in seinem Nachruf.

Offizier im Ersten Weltkrieg: Karl Anton Deubler im Jahr 1917.Der VfB, 1912 aus der Fusion zweier Cannstatter Vereine hervorgegangenen VfB 1893 e. V.:  des  Fußballvereins Stuttgart, 1893 gegründet, und des Kronenklubs, zu dem sich 1897 ehemalige Mitglieder des Cannstatter Fußballclubs zusammenfanden. In den 1920ern, und damit in Deublers Amtszeit, stieg die Mitgliederzahl des VfB schnell auf mehr als 1000 – zunächst vor allem Jugendliche waren im Verein aktiv.

Akten, das Familienregister Lienzingen, Zeitungsberichte finden sich im Stadtarchiv Mühlacker sowie in den Lienzinger Ortsbüchern, erschienen 1970 (Friedrich Wißmann, Walter-Verlag) und 2016 (Konrad Dussel, Verlag Regionalkultur).

Als eine Fundgrube für Familiengeschichten, wenn auch weniger eine Daten-, eher eine Zahlensammlung, erweist sich das unveröffentlichte Manuskript des Ortsfamilienbuchs Lienzingen im Stadtarchiv Mühlacker. Die Familie von Karl-Adolf Deubler (Däubler) findet sich unter der Nummer 0325 von dort zurückgehend auf die laufende Nummer 0318 (S. 34 bis 37).

Die Ausbeute sonst war zwar eher mager, die Suche nach weiteren Daten mühsam, die Adresse der Familie in Lienzingen bleibt (noch?) ein Rätsel. Doch auch im Landesarchiv Baden-Württemberg gibt es weitere Bruchstücke des Lebens von  Karl-Anton Deubler. schließlich im Historische Archiv der Stadt Köln, in Standesämtern.   

Fast nichts. Im VfB-Archiv ist die Ausbeute über den vierten Präsidenten äußerst mager

Ich sende Ihnen einen im Jahr 2010 erschienenen Artikel aus unserem Vereinsmagazin dunkelrot sowie den Nachruf auf Dr. Deubler aus unseren Vereinsnachrichten des Jahres 1961, antwortete mir auf meine Anfrage mit weiß-roten Grüßen Dr. Florian Gauß von der Historischen Abteilung des VfB Stuttgart. 

Immerhin. Trotzdem gelingt damit der Start, um das Leben des bisher in Lienzingen inzwischen unbekannten Lienzingers aufzuschreiben.

Bei Beginn des Krieges im Sommer 1914 wohnte dieser Zweig der Familie schon seit mehr als zehn Jahren in Stuttgart. Über den Vater heißt es in dem besagten Personalbogen des Militärs: Privatier in Stuttgart. Im Lienzinger Familienregister war er 1904 als Kaufmann geführt worden.

Oftmals sind es die (zufällig auftauchenden) kleinen Dinge, die auf weitere Spuren hinweisen. So das Repro aus dem in Maulbronn erschienenen Bürgerfreund, Ausgabe vom 28. März 1893mit der Bilanz 1882 des im Juni 1881 gegründeten Darlehenskassen-Vereines Lienzingen. Darunter steht: Zur Beurkundung, Rechner Deubler - aber welcher Deubler beurkundete hier die Bilanzsumme von 13.875,51 Mark und einen Gewinn von 38,97 Mark? (Rainer Schmollinger/Konrad Dussel in: Ortsbuch Lienzingen, 2016, S. 156 f). 

Am 4. August 1914 meldete sich der angehende Jurist als Kriegsfreiwilliger, kam zum Dragoner-Regiment „König“ 26, das zweite württembergische. 23. 9. 1914 im Feld. Das steht über Karl-Adolf in den Personalunterlagen von Offizieren und Militärbeamten. Doch schon im Oktober erlitt er bei einer der Schlachten an der Somme und bei Arras Verletzungen. Mehr als ein Vierteljahr kurierte er sie in Lazaretten in Stuttgart aus. Nach einem sich anschließenden Ausbildungslehrgang im Jahr 1915 kämpfte er bis zum bitteren Ende 1918 überwiegend an der Front: Bei den Feldzügen gegen Frankreich und Rumänien, unter anderem in der Westwalachei, bei der Besetzung von Bukarest, in den Schlachten an der Putna, den Stellungskämpfen bei Reims, der Angriffsschlacht an der Marne.

Der zuständige Major und Abteilungsführer bescheinigte ihm ein halbes Jahr vor Kriegsende einwandfreies Verhalten sowie gute militärische Befähigung.

Urteil ! –  steht ganz oben auf einem weiteren Bewertungsblatt, aber von 1917. Die Note sehr gut erhielt er für die Reitfertigkeit, gut für das Auftreten vor der Front. Oberleutnant der Reserve und Batterieführer Müller hielt auf einem DIN A 4 großen Blatt fest: Deubler eigne sich im Felde zur Verwendung als Zugführer (Akte im Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Signatur M 430/Bü 1849).

200 Jahre Familiengeschichte: Däublers und Lienzingen

Reinhard Pfullinger, Landwirt und Chef des Hotel-Restaurants Nachtwächter in Lienzingen, vor seinem Stammbaum. Welche Familienlinie ist's denn? Christian Zacharias Däubler heiratete 1855 in die Pfullingers ein. Seine Frau: Dorothea Jacobina. (Foto: Günter Bächle)

Deublers heute in Lienzingen? Fehlanzeige, unabhängig von der Schreibweise des Namens – mit „e“ oder „ä“. 

Wohl seit 1912 wohnt niemand mehr mit diesem Familiennamen im Dorf, auch in den aktuellen Listen über die Grundsteuerzahler taucht er nicht auf.  Karl- Adolfs Schwester Elsa war durch den Umzug nach Stuttgart laut Ortsfamilienbuch die vorletzte in der langen Liste dieser Linie der Däublers in Lienzingen, ihre 1904  verstorbene Oma Dorothea Jacobina 1904 die letzte. Vom beginnenden 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts war die Familie fest verwurzelt im Dorf.

Der erste aus der Sippe Däubler (auch Täubler) in Lienzingen: Leineweber Johann Leonhard, 1671 in Diefenbach geboren, 1739 in Lienzingen verstorben. 1701 heiratete er in Lienzingen Anna Maria Gegel (1683-1740). Das Paar hatte neun Kinder, allesamt hier geboren.

Ungewöhnliche Laufbahn des Opas: Bäckermeister, Speisewirt und Gemeinderat, Privatier

Württemberg: Landeskirchliches Archiv Stuttgart > Dekanat Mühlacker > Lienzingen > Eheregister 1837-1901, Band 3: Einheirat in die Familie Pfullinger

Bis ins 19. Jahrhundert hinein verdienten die Däublers ihren Lebensunterhalt vor allem als Weber, teilweise als Schuster. Der, der erfolgreich diversifizierte, sich also wirtschaftlich breiter aufstellte, war Karl-Adolfs Großvater Christian Zacharias: am 16. Januar 1829 in Lienzingen geboren, ehelichte er am 6. November 1855 Dorothea Jacobina Pfullinger. Eine gute Partie, denn die 23-Jährige entstammte einer der Familien, die dazu gehörten - zum augenzwinkernd so genannten dörflichen Bauern-Adel. Der Familiennamen Pfullinger findet sich erstmals 1511 im Lagebuch von Lienzingen, und das gleich 60 mal (Wißmann, S. 274 f).

Dorothea Jacobina - die Pfullingerin -  erlag 1904 im Alter von 72 Jahren in Lienzingen den Folgen von Brechruhr.  Von ihren acht Nachkommen starben vier schon als Kind oder Jugendlicher. Die Diagnosen: Scharlachfieber, Gichter, Hirnentzündung.

Zur festen Größe im Dorf entwickelte sich dieser Christian Zacharias Däubler: Bäcker und Wirt - 1860 Bäckermeister, 1886 Speisewirt und Gemeinderat, 1904 Privatier. Das lässt auf ein finanziell gutes Fundament schließen.

Ein Zufallstreffer in Facebook: Ansichtskarte von Dürrmenz-Mühlacker aus dem Jahr 1898, adressiert an Bertha Deubler in Lienzingen. Das Ortsfamilienbuch verrät es - Emilie Bertha (geboren 2. Juni 1872 in Lienzingen), die wohl 1896 (?) in der Leonhardtskirche in Stuttgart den Kaufmann Karl Otto Rößler heiratete. Ihre Eltern: Christian Zacharias, verheiratet mit Dorothea Jacobina Pfullinger (aus 0318.7), Karl-Adolfs Opa.  Sein Vater: Christian Jakob, eines von acht Kindern des Christian Zacharias, 

Viel Aufwand 1919 für eine Fahrt nach Zürich

Von den acht Kindern des Christian Zacharias Däubler war Christian Jakob, Vater des späteren VfB-Präsidenten, der Zweitgeborene. 

Ortsbuch-Autor Wißmann erwähnt Christian Deubler mehrfach mit Grundstücksgeschäften, die er mit der Kommune abschloss. So im Jahr 1869 (S. 171). Anno 1878 verkaufte die Gemeinde ihm einen Feldwegteil  – wie zu lesen ist:  dem Speisewirt - für 346 Mark. Ein weiterer Allmendplatz von etwa 20 Ruten lag hinter Deublers Scheuer am Scherbentalbach. Darauf stand auf Freipfosten seine Remise; den Platz erwarb er von der Gemeinde für 50 Pfennig je Quadratmeter, somit insgesamt 7,50 Mark (S. 173). War das nun immer der Vater oder der Opa von Karl-Adolf? Beide hießen mit dem ersten Vornamen Christian, sie unterschieden sich durch den zweiten, den  jedoh lässt Wißmann einfach weg. Zacharias oder Jakob? Im Kaufvertrag über den Feldweganteil anno 1878 steht Speisewirt und das war mit Sicherheit der Großvater.

Pass zur Erholung

Im Jahr 1891 kaufte Christian Deubler - welcher auch immer - eine zwei Ar und 83 Quadratmeter große Fläche in den Ziegelwiesen, somit hinter der heutigen Gemeindehalle, bis hin zum Scherbentalbach. Eine nasse Wiese, die der Pfarrei gehörte und zwischen zwei Wiesen von Deubler lag, hatte der geschäftstüchtige Deubler für drei Mark gepachtet. Der Kaufpreis: 125 Mark, obwohl er nur 80 bis 100 Mark bezahlen wollte. Das Kameralamt beharrte auf 125 Mark, der Pfarrer hatte gegen den Verkauf nichts einzuwenden, 1891 segnete die Domänendirektion den Handel ab (S. 174).

1754 wurden Gottlieb Däubler und Jörg Adam Däubler in der Liste des Pfarrzehnten, des Heuzehnten und der Kartoffelländer in Lienzingen genannt, desgleichen 1777 in der Aufstellung mit insgesamt 167 Namen. Wißmann vermutete, dass darauf alle Familien des Dorfes namentlich erfasst waren. 1786 war es nur noch Gottlieb Däubler, dessen Namen gelistet war (S.  290, 292, 293).)

Deubler oder Däubler –  was galt und gilt?

Anno 1850 wanderte der 1826 geborene Johann Georg Deubler nach Nordamerika aus - so schreibt Johannes Bastian im Ortsbuch, herausgegeben von Konrad Dussel (S. 137).

Bei Wißmann steht, der ledige Johann Georg Däubler sei 1850 nach Sachsen ausgewandert (S. 306). Ein Widerspruch, der sich nicht klären lässt.

Karl Adolf Christian Jakob Deubler (Repro aus Württemberg: Landeskirchliches Archiv Stuttgart > Dekanat Mühlacker > Lienzingen > Taufregister 1868-1928 Band 3) Taufzeugen: Mina Essig und Albert Zaiser, beide Schwieberdingen sowie Dorothea Deubler, Lienzingen, verheiratet mit Bierbrauer Koch aus Dürrmenz

Deubler oder Däubler – je älter die Nennung war, umso häufiger verwendete Wißmann die Variante mit dem Umlaut, im Namensregister gänzlich. Ging der Umlaut beim Umzug nach Stuttgart verloren? Die Schreibweise hat sich im 20. Jahrhundert in der Regel nicht mehr geändert, erläutert die Mühlacker Stadtarchivarin Marlies Lippik. Karl Adolfs Eltern haben sich bereits Deubler geschrieben und alle in den Standesamtsunterlagen (also seit etwa 1875) von Lienzingen aufgeführten Namensvettern auch, nur Christian Zacharias, der eine Pfullingerin heiratete, wird dort noch als Däubler geführt. Im Ortsfamilienbuch hat man diese Unterscheidung nicht gemacht, so Lippik, um nicht zu unnötigen Verwirrungen Anlass zu geben. In den ganz überwiegenden Fällen ist die Schreibweise bei Namen auch schon im ganzen 19. Jahrhundert fest.

Karl-Adolf Deubler, acht Jahre der VfB-Chef

VfB-Stuttgart: Die Präsidentengalerie

Bei der Internet-Recherche finden sich zur Person mehrere Beiträge und Links in Wikipedia und im HefleswetzKick. Zitat aus Letzterem zu Karl-Adolf: Unser Ehrenspielführer gehörte seit 1903 dem VfB an und war im Besitz der goldenen Ehrennadel des Vereins. Von 1923-1928, 1929-1930, 1930-1931 lenkte er in einer bewegten Zeit die Geschicke des VfB als dessen 1. Vorsitzender. Aktiv war er besonders im Rugby-, Tennis- und Hockeysport; als Rugbyspieler war er mehrfach repräsentativ für Süddeutschland tätig. In seine Amtszeit an der Spitze des VfB fielen die als wegweisend geltende Verpflichtung von Trainer Tom Hanney und die erste Württembergisch-badische Meisterschaft des VfB.

Rugby-Ball

Das hohe Lied auf Rugby überrascht.

Viele von uns verdanken Rugby ihre körperliche Ertüchtigung, ihren persönlichen Mut, ihre rasche Entschlusskraft, die sich natürlich auch entsprechend auf das spätere Leben ausgewirkt hat. Ich kenne eine Reihe von Rugby-Spielern, die als Studenten gefürchtete Fechter waren. Niemals hätte ich die Strapazen des Kriegs mit meinen schweren Verwundungen so durchgehalten, wenn ich mir nicht Kraft und Abhärtung beim Rugbyspiel gesammelt hätte. Ich halte Rugby für das beste Spiel für die Ausbildung der Armee, Marine und Polizei. Das schrieb Deubler 1933 in seinen Erinnerungen.

Eine Sportart als Kriegsmittel? Erschreckend!

Deubler: Ich halte Rugby für das beste Spiel für die Ausbildung der Armee, Marine und Polizei

Der Passus wird von ihm aber dann doch relativiert.

Als Magazin für Tradition, Mythos und Kultur, unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V, präsentiert sich im Netz das Online-Meisterstück HefleswetzKick. Darin wird gut geschildert, weshalb Rugby für die Gründergeneration des VfB stets ein besonderes Spiel war. Es sei das Spiel, das die Persönlichkeit in mehrfacher Hinsicht präge. Fünfzehn Spieler pro Mannschaft und ein kompliziertes Regelwerk — was Zuschauer eher abschreckte — seien eine Herausforderung für Körper und Geist. Die Rugby-Spieler hätten das Rückgrat der aufstrebenden VfB-Fußballmannschaft gebildet, und ehemalige Rugbyspieler leiteten in der wichtigen Phase von 1912 bis 1930 den Verein.

Als Jugendlicher erlebte Deubler den Rugby-Sport. Seine Schilderungen 1933, entkleidet vom martialischen Ton, nannte der HefleswetzKick-Autor aufschlussreich für die ursprünglichen Verhältnisse, hätten sie doch noch viel von den Schwierigkeiten gezeigt, mit denen die Pioniere zu kämpfen hatten, aber auch von der Wirkung, die von dem Spiel ausging.

Aus den Erinnerungen Deublers 1933 lässt sich ein Bild zeichnen vom Alltag des jungen Karl-Adolf. Da wohnten am Neckartor in Stuttgart einige Jungens, die nach Schulschluss nicht schnell genug ihre Büchermappen heimschaffen und sich mit einem Butterbrot zu allerlei Streichen treffen konnten. Sonntag vormittags nahmen sie an dem allgemeinen Training teil. Die Eltern durften natürlich nicht wissen, dass sie den Sonntag durch Kicken schändeten, obwohl sie ihnen 1902 großzügig den Eintritt in den F.B.V.93 erlaubten. So wurde samstags die Sportkleidung zu Freunden geschafft und sonntags spielte man den frommen Kirchgänger, um gleich danach zum Spiel zu eilen.

Der Präsident liebte Latein und bekannte sich immer wieder dazu

Hochgebildet, belesen, höchst interessiert und engagiert – diese Attribute passen zu dem Menschen und angesehenen Anwalt Deubler, den Harald Jordan von der Historischen Abteilung des VfB in seinem Beitrag fürs Vereinsmagazin dunkelrot auf zwei Seiten in den Vordergrund rückte. Der Präsident liebte Latein und bekannte sich immer wieder dazu in seinen Ansprachen durch geschickten Einbau desselben. Nach dem direkten Wiederaufstieg 1924 in die Erstklassigkeit hielt Deubler eine preisende Rede auf unseren lieben Benges, Kapitän der Elf, gleichzeitig Trainer, Mannschaftsbetreuer, Spieler und Stimmungsmacher. Benges habe die erste Mannschaft zu einer einheitlichen Kampforganisation gestaltet. Wie ein dilligens pater familias habe er die Mannschaft zu einer Familie zusammengeschmiedet. Dilligens – ein achtsamer, sorgfältiger, genauer, gewissenhafter, pünktlicher, umsichtiger Hausvater. Die Elf stehe im Kampf gegen unsere offenen und verkappten Feinde. Eine militaristische Rhetorik, die sich so gar nicht mit einer anderen Aussage Deublers vertrug: Mit unserem lieben VfB geht es vorwärts und aufwärts, wurde er in den Vereinsnachrichten 1925 zitiert.

Der VfB hatte auch in der Amtszeit von Deubler eine gut sortierte Vereinsbibliothek und arbeitete gegen das lang gehegte Vorurteil, den Rasensportlern liege das Geistige etwas fern, schrieb Harald Jordan. Für den Verein sei Bildung seit Gründerzeiten ein wichtiges Merkmal des runden und eierrunden Balles. Die Vorsitzenden des VfB seien bis in die Zeit der Bundesliga hinein Lehrer oder Juristen gewesen, meist promoviert, die Gründer hätten sich aus Schülern der Gymnasien und Oberrealschulen rekrutiert.
Universitätsstraße 47, Köln: Der Eintrag im Kölner Adressbuch von Dr. C.-A. Deuble

Zur Gründerzeit sei auch die Rolle des Mannschaftskapitäns eine andere gewesen: Er hatte das allgemeine Sagen, er bestimmte, wer spielte, wie man sich vorbereitete, welche Mittel man brauchte. Und der Vorstand hielt sich daran. Heute sei der Mannschaftskapitän nurmehr der verlängerte Arm des Trainers auf dem Platz und mancher in der Öffentlichkeit sehe als Aufgaben nur Wimpeltausch und Platzwahl, arbeitete Jordan in seinem Text den Unterschied heraus.

Foto des vierten Präsidenten im VfB-Rahmen

Erschöpfte sich darin die Lektüre zum vierten VfB-Präsidenten, der aus Lienzingen stammte? Nicht ganz. Gregor Hofmann beleuchtete in dem 182-seitigen Buch mit dem Titel Der VfB Stuttgart und der Nationalsozialismus (Wissenschaftliche Schriftenreihe des Instituts für Sportgeschichte Baden-Württemberg, Band 12, Schorndorf 2018) auch die (Vor-)Geschichte in Kaiserreich und Weimarer Republik. Hofmann zitierte Deubler mit der Aussage aus dem Jahr 1925 über eine nationalistisch motivierte Kriegsbegeisterung, der Präsident bekannte später, die Sporterfahrung, insbesondere das abhärtende Rugby, habe sich im Kriegseinsatz als hilfreich erwiesen – eine seltene Schilderung individueller Kriegserfahrung und ein Musterbeispiel für die gegenseitige Identifizierung von Sport und Krieg in jenen Jahren, kommentierte Hofmann.

Guter Fechter – mit 29 Mensuren im Paukbuch

Die Personalakte des Leutnants im Ersten Weltkrieg als Nachschlagewerk für die Nachwelt. Der Ex-Lienzinger erlebte das Kriegsende 1918 an der Westfront, war auch als Ausbilder eingesetzt worden. Nicht nur das: Beim Verbandstreffen der Studentenverbindung Landsmannschaft Schottland habe er sich als besonders guter Fechter erwiesen, der gar mit 29 Mensuren im Paukbuch stehe. Von 1908 bis 1910 war er Fechtwart. Für diese Zeit, in die seine politische Sozialisation fallen dürfte, kann als Eigenart der Kooperationsstudenten (…) die Dominanz eines weitgehend unreflektierten Nationalismus über ihre politischen Vorstellungen konstatiert werden (S. 36 f).

Drei Jahre später: VfB-Präsident

Sport diene als Mittel zu einem höheren Zweck, stärke Kampftrieb und Pflichtgefühl, sei Born lebensfrischen Vereins- und Gemeinschaftswesens, so der Präsident 1928 in den Vereinsnachrichten. Gegenüber den zersetzenden äußeren und inneren Mächten, die unser deutsches Volk zerklüften, muss der Sport treten, der die Stammesbrüder in ihrer breiten Masse erfasst und das Volk in innerer Verbundenheit und äußerer Geschlossenheit seinem nächsten Ziele zuführen soll: Einigkeit und Recht und Freiheit (Zitat aus Hofmann, S. 40 f). Hintergrund war die Debatte über das Amateurideal, letztlich ging es um Geld, staatliche Zuschüsse und Steuerfreiheit bei lukrativen Länderspielen.

In Deublers Amtszeit fiel die Errichtung und Einweihung des Gefallenendenkmals auf dem VfB-Gelände 1925, mit den Namen der 90 gefallenen Soldaten aus den Reihen des Vereines. Der Präsident in seiner Rede: Sie preise ich glücklich, die von uns schieden, die mit dem stolzen Gefühl der Siegeshoffnung und der Pflichttreue für immer die Augen schlossen. Wahrhaftig: Dulce et probatum est, pro patria mon (…) Niemand kennt die Stunde, da das Vaterland erneut uns ruft und den Einsatz des Lebens fordert. Hinweg mit allem kleinlichen Gezänke und trennendem Parteihader, hinweg mit aller Profil- und Ichsucht, hinweg aber auch mit der Allerweltsbeglückung! Das Vaterland über alles! (S. 47)

Lienzingen, Ortsplan von 1839 - da lebte die Familie Deubler vom Weben

Das Ehrenmal von 1925 ist im Zweiten Weltkrieg verschollen und wurde später durch ein Ehrenmal ersetzt, das bei der alljährlichen Totengedenkfeier des Vereins für seine verstorbenen Mitglieder bis heute eine zentrale Rolle spielt. Fazit des Wissenschaftlers Hofmann: Offizielle Repräsentanten des Vereines äußerten sich nationalistisch, kriegsverherrlichend und benutzten biologische und völkisch inspirierte Metaphern. Inwieweit sie den Sport tatsächlich ausschließlich als vaterländischen Dienst wahr und das propagierte Amateurideal ernstnahmen, ist nicht eindeutig zu ermitteln.

In Facebook entdeckt: Silvester-Post für Karl-Adolfs Bäsle Bertha Deubler. (Aus der Sammlung Susanne Haas, Lomerwheim)
Von der Brauerei Leo bis zur neuen Enzbrücke

Ein Jahr nach Ende des Ersten Weltkriegs, aber noch vor seiner Zeit als VfB-Präsident heiratete Karl-Adolf Deubler in Munderkingen bei Ulm - am 22. Juli 1919 - die ledige Haustochter Maria Wilhelmina Luise Menne, katholisch, geboren am 30. März 1898 zu Uster, Kanton Zürich, Schweiz, Tochter des [Bürsten-]Fabrikanten Ernst Menne und der Katharina, geb. Traub. Das Familienbuch des Ehepaares wurde 1919 an das Standesamt Stuttgart übergeben (Stadtarchiv Munderkingen, Auskunft vom 23. Juni 2021 auf Anfrage des Autors).

Doch nach dem Familienbuch Deubler/Menne zu fahnden, glich zunächst der berühmten Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Das Stadtarchiv der Landeshauptstadt Stuttgart verweist in einer, in sehr freundlichem Ton gehaltenen Antwort ans Standesamt der Stadt Stuttgart. Dort lässt eine Mitarbeiterin auf Nachfrage wissen, ausweislich der Akten sei das Familienbuch am 3. August 1921 ans Standesamt Bad Cannstatt abgegeben worden. Aber die Cannstatter haben es auch nicht mehr, finden immerhin einen Hinweis und lassen mit lieben Grüßen wissen, das Familienbuch sei laut Suchverzeichnis am 12. Januar 1966 an das Standesamt Stuttgart-Möhringen weitergereicht worden.

Freilich: Fehlanzeige auch in Möhringen. Die Antwort per Mail am 10. Dezember 2021: Das Familienbuch der Eheleute Deubler/Menne wurde von uns ebenfalls abgegeben und zwar am 08.07.1971 an das Standesamt Fellbach. Da die Fortführung aber beim Eheschließungsstandesamt ist, wenden Sie sich bitte an das Standesamt Munderkingen (Eheschließung war am 22.07.1919, Nr. 17/1919). Sicher wurde das Eheregister dort schon an das Archiv übermittelt.

Ein Zufallstreffer dann beim Standesamt Fellbach

Jedenfalls reiste der frisch verheiratete Karl Adolf (Rufname!) Deubler – Staatsangehörigkeit:  Württemberg ­-  am 10. August 1920 nach Zürich. Doch zuvor musste er sich bei der Stadtgemeinde Stuttgart ein Zeugnis zur Ausstellung eines Reisepasses oder einer Passkarte besorgen, versehen mit seinem Foto.  Der Ratschreiber des Stadtschultheißenamtes unterschrieb das Dokument am 2. August 1920. Als Adresse von Deubler wurde die Waiblinger Straße in Cannstatt, Haus Nummer 34, genannt. Dem Ausstellen des Reisedokumentes stehe kein Hindernis im Wege, ist vermerkt. Und so konnte sich Deubler noch am selben Tag bei der Stadtdirektion Stuttgart den dunkelgrünen Pass mit der laufenden Nummer 4158 ausfertigen lassen: Zur einmaligen Reise nach Zürich – über Gottmadingen und Friedrichshafen - zum Zwecke der Erholung in der Zeit vom 10. August bis 30. September 1920.

Die Personenbeschreibung im Ausweis erlaubt, sich auch jetzt noch ein Bild von dem ehemaligen Lienzinger zu machen: Mittelscheitel, blonde Haare, blaue Augen, ovales Gesicht und als besonderes Kennzeichen: Narben im Gesicht. Zeugnis und Pass befinden sich jetzt im Fundus des Staatsarchivs Ludwigsburg (StA Ludwigsburg, F 201, Bü 441 und F 215 Bü 67).

Der überraschende Wechsel nach Köln im Jahr 1931

Deubler und Köln? Zunächst nur Fragezeichen statt Antworten zu den Gründen des Umzugs der Familie in die rheinische Metropole. Immerhin, die Datenlage verbesserte sich deutlich, nachdem sie zu Beginn meiner Recherchen noch mehr als dürftig war.  Inzwischen gewinnt auch die Kölner Zeit an Konturen. Die Suche war jedoch mühsam, erst der Hinweis auf mögliche Einträge in den Kölner Adressbüchern zwischen 1931 und 1961 - sie sind online gestellt - erbrachte allerdings nur wenige Erträge. Keine vor 1950,  jedoch mehrere in den elf Jahren danach. Aber immerhin.

Das erschloss eine weitere Quelle: das Historische Archiv der Stadt Köln (Antwort auf meine Anfrage per Mail am 16. Februar 2022). Das älteste Melderegister Kölns wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. In einem noch vorhandenen, lückenhaften Melde-Nebenregister ist allerdings niemand namens Deubler vermerkt. 1945 wurde eine neue Meldekartei angelegt. Darin befindet sich eine Meldekarte für die Eheleute Deubler, auf der auch eine Tochter (*1931 in Schramberg) vermerkt ist. Laut dieser Meldekarte zogen sie erst 1951 von Bad Honnef nach Köln. Jetzt ist auch klar, weshalb in den Adressbüchern von Köln erst in der fünfziger Jahren Dr. C.-A. Deubler aufgeführt ist: Er wohnte demnach in der Universitätsstraße 47, hatte die Telefonnummer 416116. Der Beruf des Juristen: Syndikus – bei wem, ist aber nicht bekannt. Das C für K(arl) war modischer Schnickschnack.

Die Sterbeurkunde von Karl Adolf Deubler, Nr. 620/1961 Standesamt Köln-Lindenthal, steht online im Digitalen Historischen Archiv auf Seite 22.

Seine Kölner Lebensjahre sind in den Archiven des Sports einschließlich dem des VfB Stuttgart offensichtlich nicht dokumentiert. Leere Seiten. 

Erst 1961 taucht im VfB-Archiv sein Name wieder auf.

Trauerflor im Spiel gegen Kickers Offenbach

Am 12. März 1961 trug die Elf des VfB Stuttgart im Spiel gegen Kickers Offenbach Trauerflor zur Erinnerung an den fünf Tage zuvor in Köln verstorbenen Karl-Adolf Deubler (26.2.1888 - 7.3.1961). In einem Nachruf auf den Ehrenspielführer, gleichzeitig Ehrenmitglied, schrieb Präsident Fritz Walter, unter Deubler habe sich in überaus wichtigen Entwicklungsjahren des Vereines entschieden, ob der VfB ein Verein mittlerer Bedeutung bleiben oder sich zum Großverein weiterentwickeln sollte. Großzügig und weitsichtig nannte er die Leitung des Vereins durch Deubler, die letztlich zum Großverein geführt habe, von dem heute im In- und Ausland mit Hochachtung gesprochen werde.

1961: Der Nachruf des VfB Stuttgart auf seinen vierten Präsidenten, der aus Lienzingen stammte: Karl-Adolf Deubler (Repro: VfB Stuttgart)

Die Sterbeurkunde von Karl Adolf Deubler, Nr. 620/1961 Standesamt Köln-Lindenthal, steht online im Digitalen Historischen Archiv auf Seite 22. Nach dem Tod Ihres Mannes zog Wilhelmine Deubler zurück in Deutschlands Süden: am 5. Juli 1961 nach Stuttgart. Laut Standesamt Fellbach starb Wilhelmine Deubler am 30. August 1977 in Fellbach ach. Dorthin war sie am 1. April 1971 aus Stuttgart-Sonnenberg umgezogen (Quelle: Standesamt Fellbach, Auskunft vom 10. Januar 2022, Standesamt Stuttgart, 17. Februar  2022).).

Deubler und Lienzingen? Einer, der hoffentlich einige Takte zur Geschichte der Familie Deubler in Lienzingen sagen kann, dürfte Reinhard Pfullinger sein, Landwirt und Chef des Hotels und Restaurants Nachtwächter in der Knittlinger Straße. Viel wisse er nicht, sagt der 70-Jährige, der seinen Stammbaum vor sich auf dem Tisch ausbreitet. Doch in der Familie sei immer wieder diskutiert worden, ob die frühere Bundesministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) weitläufig mit Pfullingers verwandt sei. Ihr Ehemann heißt Wolfgang, Jahrgang 1939, ehemals Professor an der Universität Bremen (Fachgebiete: Deutsches und Europäisches Arbeitsrecht, Bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht). Herta und Wolfgang leben im Vorland der Schwäbischen Alb, in Dußlingen südlich von Tübingen. Ihn, einen Däubler, lohnt sich zu fragen, um Klarheit zu gewinnen, sage ich mir. Auf meine Mail antwortet er am 6. Dezember 2021. Jetzt ist klar: Nichts ist mit der Verwandschaft. Däubler ist nicht gleich Deubler, egal in welcher Schreibweise. Oder: Däublers gibt es mehr als man denkt.

Hier die freundliche Antwort:

Lieber Herr Bächle, mit großem Interesse habe ich die Geschichte der Lienzinger Däublers gelesen. Bisher hatte ich da keinerlei Informationen.

Meine Frau ist eine geborene Gmelin, hat also mit den Däublers abstammungsmäßig nichts zu tun. Meine Großeltern väterlicherseits kommen aus Schwäbisch Hall. Mein Großvater war Bauer in Kupfer Kreis Hall, verkaufte dann aber seinen Hof und lebte (wenn auch bescheiden) von den Erträgen des vernünftig angelegten Kaufpreises. Sein Vater, also mein Urgoßvater Julius Däubler ging nach USA, kam aber zurück, um nach dem Tod meines Ururgroßvaters den Hof zu übernehmen.

Däublers gibt es mehr als man denkt. Ein in der Kommunalpolitik aktiver Wolfgang Däubler wird hin und wieder mit mir verwechselt. Er lebt in Wildeshausen bei Bremen.

Mit den besten Wünschen und freundlichen Grüßen

Wolfgang Däubler

Däubler, nicht Deubler. (Foto: Peter)

Deubler und Lienzingen? Dass der vierte VfB-Präsident (von inzwischen 16) in unserem Dorf geboren und aufgewachsen ist, wussten bisher nur echte Insighter. Als ein Team an dem 2016 erschienenen Ortsbuch arbeitete, war das kein Thema, weil unbekannt. Erstmals testete mich in diesem Punkt PZ-Sportredakteur Ralf Kohler: Wissen Sie, dass ein Lienzinger VfB-Präsident war? Ich musste passen.

Däublers gibt es mehr als man denkt

Jetzt nicht mehr. Eine schöne Lokalgeschichte über einen Lienzinger Kopf, der nach der Zeit in seinem Geburtsort viele Jahre in Stuttgart lebte und dann noch viel länger in Köln. Ob er seine alte Heimat wieder besuchte? Vielleicht weiß dies jemand, der diesen Text liest. Dafür spricht zumindest der Grundbesitz, den die Familie im Ort hatte (mit Betonung auf die Vergangenheitsform).

(Weitere Recherche-Ergebnisse, in den vorstehenden Text eingebaut. Blog-Beitrag vom 10. April 2021, Update am 23. April 2021 mit der Ergänzung zu Lebenslauf und als Offizier im Ersten Weltkrieg, Update 23. Juni 2021 die Ehefrau, eine Schweizerin. Update am 4. Dezember 2021 mit der Geschichte von Familienbuch und Reise nach Zürich. Update am 6. Dezember 2021, Antwort von Wolfgang Däubler, 16.02.2022 Daten zur Kölner Zeit, Historisches Archiv der Stadt Köln)

Ortsplan von Lienzingen im Jahr 1910 - die Deublers sind schon einige Zeit Stuttgarter und keine Lienzinger mehr

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