Ulmer Einheitsbrei droht auch im mittleren Enztal

(2/2) Verkauft - und was hat dies mit der Pressefreiheit zu tun?

Ein Nachklapp zum Eigentümerwechsel unseres Lokalblättles: Das Mühlacker Tagblatt (MT) gehört nun zur Neuen Pressegesellschaft (NPG) in Ulm. Damit endet eine lokale Verlegertradition. Schon in den 1930er-Jahren führte Eugen Händle, Großvater des bisherigen Verlegers Hans-Ulrich Wetzel, den Verlag durch schwere Krisen. Waren die Probleme, so sie sie gab, 2026 größer und schwerer?

Nun leben und arbeiten die neuen Herausgeber und Verleger nicht mehr vor Ort, sondern regieren ihr Medienreich von Ulm aus – eine Zäsur für Mühlacker.

Das MT sagte leise Servus und wechselte zum neuen Eigentümer. Für mich verschwindet damit ein Stück Mühlacker: Wo Mühlacker draufsteht, steckt nun Ulm drin. Mit Eugen Händle, seiner Tochter Brigitte Händle-Wetzel und Hans-Ulrich Wetzel endet die Mühlacker Verlegerdynastie.

Autor: Konrad Drossel

Frei nach Konrad Adenauer: Nun ist sie da, die Lage – zumindest in Mühlacker. Schade. Zum Glück ist es noch nicht das Aus.

Mit 22 Jahren hatte einst Eugen Händle den Verlag des Dürrmenz-Mühlacker Boten übernommen – ohne Erfahrung und mit hohen Schulden, wie Historiker Konrad Dussel in Eine Zeitung im Strom der Geschichte schreibt. Am 21. Juli 1933 musste Händle im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung 51 Prozent entschädigungslos an die NS-Presse abtreten; aus dem Dürrmenz-Mühlacker Boten wurde der Braune Sender.

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Der Kleinen Glabbicher Blasmusik sei gedankt

Über den roten Dächern von Großglattbach: Blasmusik zur Einheit. (Foto: Günter Bächle)

Zum Abschluss der Langen Nacht der Demokratie sorgte gestern am späten Abend die Kleine Glabbicher Blasmusik im Mühlacker Rathaus für einen musikalischen furiosen Schlusspunkt. Sie spielten zu den Friedensliedern, die das Publikum sang und luden danach auf heute Abend zur Feier anlässlich des Tages der deutschen Einheit nach Großglattbach ein.  Alles auch im Rahmen von Deutschland singt und klingt am 3. Oktober.

Wenn Begeisterung zu Neugierde kommt? Dann hält jedenfalls mich nichts mehr. So steuerte ich meinen Elektro-Honda heute Abend hoch nach Glabbich, erlebte unter freiem Himmel auf dem Hof zwischen Schule und Bürgerhaus ein Erinnern an die glorreichen Monate, die 1989/90 zur Wiedervereinigung unseres Landes nach Volkes Willem und in einer unblutigen Revolution führten.

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Appelle bringen sichtbar nichts

Mein Fazit vorab: Das Problem wächst weiter. Die Klagen über Müllansammlungen an den Standorten von Altkleider- und Altglas-Containern in Mühlacker reißen nicht ab. Meine Fraktion und ich, sicherlich auch die anderen Fraktionen,  unterstützen die Stadtverwaltung hier entschieden, die Gegenmaßnahmen zu verstärken. Dazu gehören auch regelmäßige Kontrollen in verschiedenen Formen.

Wilder Müll am Berliner Ring im Heidenwäldle (Fotos: Günter Bächle)

Gestern und heute hielt ich an drei Standorten die Lage fotografisch fest - Bilder, die ich an das Ordnungs- und Bürgeramt der Stadtverwaltung schickte sowie ans Amt für Abfallwirtschaft des Enzkreises. 

  1. Heidenwäldle, Eingangsbereich beim Berliner Ring, gestern aufgenommen
  2. Enzberg, wieder Container bei der Gemeindehalle, Müll und Altglas, heute fotografiert
  3. Lienzingen, heute aufgenommen:  Matratzen bei den DRK-Altkleidercontainer, die vom DRK gut betreut werden.

Meine heutige Mail ans Rathaus hier:

Das Ordnungs- und Bürgeramt hatte mir vorige Woche rasch auf meine Mail wegen der erneuten Sauerei am Altkleidercontainer an der Gemeindehalle Enzberg geantwortet. und berichtet. der städtische Bauhof sei schon tätig. Mir war vor Zeiten zugesagt worden, eine Verlegung der Container zu prüfen. Gibt es ein Ergebnis? Oder hat die Verwaltung eine andere Strategie? 

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Auf Einkaufstour

(1/2) Einmal quer durch den Mediengarten soll es heute hier im Blog gehen. Eine Sammlung persönlicher (Berufs-)Erfahrungen mit Rückschau auf die Vergangenheit als es noch richtige Verleger wie Konrad Ulmer (LKZ) und Eugen Händle (MT) gab oer mkit Albert Kiefer-Esslinger (PZ) noch gibnt und keine jederzeit auswechselbare Geschäftsführer, deren Stuhl wackelt, wenn die von der Zentrale geforderte Rendite nicht erreicht wird. Oder um die Großen, die  die Kleinen fressen, um sich ein Monopol zu schaffen. Und die Austräger wussten um ihren Wert für das Produkt und verstanden sich als Gemeinschaft, fühlten sich fast als Familie. Und es tauchen Namen von Menschen auf, die mir über den Weg liefen oder fester Bestandteil des Tages waren. Also um Historie, Gegenwart und Zukunft.

Die Zeitungslandschaft verändert sich gewaltig. Der Deutsche Journalistenverband (DJV) berichtet, Axel Springer stelle den Hamburg-Teil der Welt am Sonntag zum Jahresende ein. Er bezieht sich auf das Hamburger Abendblatt. Zudem sei die Ausgabe aus NRW betroffen. Das Ende der Welt-Lokalredaktionen wäre, so der DJV, ein weiteres Ausdünnen des publizistischen Angebotes.  Nun, Hamburg ist weit, NRW auch, und Welt am Sonntag ist nicht gerade das typische Lokalblatt. Wir brauchen aber gar nicht so weit gehen, um beobachten zu können, wie der Kozentrationsprozess bei den Tageszeitungen abläuft.

Mühlacker, Vaihingen an der Enz, Bietigheim-Bissingen – sie fielen  in kurzer Zeit reihenweise in den Warenkorb der Ulmer Südwest-Presse.  Die Gewerkschaft Verdi schimpft, deren Eigentümer, die Neue Presse-Gesellschaft (NPG), sei eine als Familienunternehmen getarnte Heuschrecke. Die NP-Gesellschaft ist auf Einkaufstour.

Vor acht Jahren: Der damalige Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Ludwigsburger Forum mit seinem Bekenntnis zu Lokalzeitung und Pressefreiheit. Die LKZ feierte ihr 200-Jahr-Jubiläum - mein altes, mir liebgewordenes  Blatt. (Archiv-Foto: Günter Bächle)

Aktuelle Frage, die mich umtreibt: Wo sitzen die Gefahren für die Pressefreiheit? Artikel  5 unseres Grundgesetzes garantiert ihn. Lassen wir nicht zu, dass an ihm gesägt wird. Zur Pressefreiheit gehört die Vielfalt und nicht die Einfalt.

Bleiben wir beim Mittelzentrum Mühlacker und seinem Mittelbereich, dem östlichen Enzkreis. Nie hätte ich mit dem Verkauf unserer Heimatpostille gerechnet. Aber dann geschah das Undenkbare doch. Ungläubig las ich im Juni im Urlaub in Sassnitz auf Rügen die Schreckensnachricht. Und dann auch noch an die Südwest-Presse im fernen Ulm. Droht dem Lokalen der Ausverkauf?

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Räume, die Sicherheit und Vertrauen ermöglichen

Neue Räume für Schutz, Beratung und Begleitung

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, brauchen einen Ort, an dem sie gesehen, gehört und ernst genommen werden.

Bei Lilith e.V. begleiten und beraten wir Betroffene, ihre Bezugspersonen und Fachkräfte. Unsere bisherigen Räume stoßen dabei zunehmend an ihre Grenzen. Deshalb ziehen wir um – und möchten neue Räume schaffen, die Schutz, Vertraulichkeit und Vertrauen ermöglichen.

Geplant sind unter anderem:
• Räume mit verlässlichem Schallschutz
• ein Therapieraum
• ein Gruppenraum für Betroffene und Bezugspersonen
• Räume für Fortbildungen von Fachkräften
• ein einladender Wartebereich und Raum für Begegnung

Damit daraus stärkende Orte werden, müssen die neuen Räume renoviert, gestaltet und ausgestattet werden.

Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung.

Jede Spende – groß oder klein – hilft uns dabei, Orte zu schaffen, an denen Menschen Unterstützung erfahren, Vertrauen entwickeln und neue Perspektiven entstehen können.

Gemeinsam schaffen wir Räume, die Sicherheit und Vertrauen ermöglichen.

Jetzt über den QR-Code im Beitrag spenden.

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(Hinweis: Text von Lilith e.V. zur Verfügung gestellt)

 

Engel als Aktualisierer

Bei so viel Baustellen wie derzeit in Lienzingen geht es nicht ohne Umleitungen ab (Fotos: Antonia und Günter Bächle)

Der Verkehrsverbund Pforzheim/Enzkreis (VPE) hat sich zwischenzeitlich mit der Firma Engel in Mühlacker, die die Regionalbuslinien  700 und 702 üb fährt, abgestimmt und die Meldung auf der Homepage des Verbundes an die geänderte Umleitungsführung in Lienzingen angepasst, schreibt Yasmin Petersen, Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes, der zurzeit in den Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) eigegliedert wird,

Die Firma Engel habe zudem die betroffenen Haltestellen überprüft und die Fahrpläne entsprechend angepasst, schrieb Petersen an den Qualitätsanwalt für Fahrgäste in Baden-Württemberg, Matthias Lieb aus Mühlacker sowie an mich als Kreisrat.

 

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Halten zu Gnaden

Der Dachschaden

Mit Verlaub, ich melde einen Sturmschaden, seit 16. Juli unentdeckt, an der städtischen, vom Forst genutzten Doppelgarage zwischen Schmiebach und Wette in Lienzingen. Foto ist von heute.

Eine Gemeinderatsanfrage, die ich heute Abend - bei allem gebührenden Respekt – über das Dezernentenbüro an den OB schickte. Oder hätte ich statt mit Verlaub schreiben sollen:  Halten zu Gnaden, mit Ihrer gütigen Erlaubnis nachstehend eine Anfrage.

Wenn Sie erlauben – ja, das wäre noch passender gewesen als mit Verlaub. Denn diese Anfrage hat eine (Vor-)Geschichte, eine kleine zwar, aber eine mit einer kommunalpolitischen Note. Eine heitere, für mich ganz neue – oder war sie doch gar nicht so heiter? War sie eher schneid-abschneidend?

Obwohl ich ausdrücklich schrieb, möglicherweise sei der eine oder andere Fall schon bekannt, nährte meine Mail – wie ich aus zuverlässiger Quelle erfuhr – bei Verwaltungsspitze und Bauhof-Leuten den Eindruck, als meinte ich, oder könnten andere annehmen, die Verwaltung wisse nicht selbst, was zu tun ist. Darauf muss man erstmal kommen.  Ich war baff.  Ergo: Gut gemeint ist nicht gefragt.

 

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Umleitungen lassen Bus-Fahrgäste in Lienzingen leiden: Mit falschen Fahrplänen in die falsche Richtung geschickt

Der flächenhafte Ausbau der Breitbandversorgung in Mühlacker – ein 40-Millionen-Euro-Projekt - verlangt Stadtwerken, Tiefbauunternehmen und Straßenverkehrsbehörden alles ab. Stark gefordert sind jedoch auch die Fahrplan-Macher, denn die immer wieder neuen Umleitungsstrecken müssen für die Linienbusse an-, die Strecken angepasst werden. Wir können das gerade in diesen Wochen in Lienzingen beobachten.  Ersatz-Strecken, Ersatz-Haltestellen. Da müssen der Verkehrsverbund Pforzheim/Enzkreis (VPE), genauer sein Rest, sowie Verkehrsunternehmen wie Engel und auch die Stadt darauf achten, dass Theorie und Praxis nicht auseinanderdriften.

Ein mitfühlender Mensch stellte einen Bürostuhl an die Ersatz-Haltestelle in der Lienzinger Brühlstraße. Im oberen Kasten der Hinweis zum Wochenende ist veraltet, wer dem Hinweis folgt, wird in die Irre geschickt

(Fotos: Matthias Lieb)

Das geschah aber bei diesem Fall, der belegt, dass manches nicht rund läuft.  Der Fahrer des Regionalbusses aus Richtung Maulbronn - von der Bundesstraße 35 kommend - missachtete den Umleitungsstreckenplan, steuerte am Ortseingang schnurstracks weiter über Knittlinger Straße und Zaisersweiherstraße bis zur Haltestelle Friedrich-Münch-Straße (bei der Schule) und erreichte schließlich die Friedenstraße, passierte dort gleich die Einmündung Brühlstraße und rauschte nun, jetzt wieder plangerecht, Richtung Mühlacker davon.

 

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Eltern und Kinder müssen länger warten - Zielkonflikt zwischen Finanzlage und Prävention

Steigende Wartezeiten bei den beiden Beratungsstelle des Enzkreises für Kinder, Eltern und Familien? Eine Information, die ich als Kreisrat und Mitglied des Jugendhilfeausschusses des Kreistages eher beiläufig erhielt. Auf meine Anfrage bestätigte dies Landrat Bastian Rosenau. Auch im laufenden Jahr rechne der Landkreis mit mehr als 900 Fällen.

Wie kann diesem Trend entgegengewirkt werden? Ehrlicherweise müssen wir sagen: Mit mehr Personal. Doch das kostet Geld. Und den Landkreisen fehlt es an allen Ecken und Enden an eben diesem. Die 294 deutschen Landkreise gehören zu den Lasteseln der Nation. Die Rufe nach ihrer  Beteiligung an der Umsatzsteuer verhalten bisher ungehört. Die von den Städten und Gemeinden an den jeweiligen Landkreis zu bezahlende Umlage reicht hinten und vorne nicht mehr.

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Die Sache mit dem dringenden Bedarf

Ob wir wollen oder nicht: Die Ausgaben für Unterbringung, Versorgung und Betreuung von Geflüchteten beschäftigt die Menschen. Da hilft kein Herumreden, Leisetreten oder Verschweigen. Die Leute trennen weniger zwischen den Ausgaben auf den Handlungsfeldern von Bund, Land oder Kommunen - für sie ist das ein Einheitsbetrag, aufzubringen vom Steuerzahler, also von ihnen. Und das stimmt auch. Doch wir als kommunale Mandatsträger müssen zuvörderst darauf achten, dass die Stadt-, Gemeinde- und Kreiskassen nicht in Anspruch genommen werden für Aufgaben, die nach unten verschoben werden, ohne dass ihnen diese Kosten von oben erstattet werden.

Gerade dieses heikle Thema erfordert sachliche Information, somit Offenheit, Transparenz und Klarheit. Deshalb reichte die CDU-Fraktion im Gemeinderat von Mühlacker eine Frageliste mit zehn Punkten unter der Überschrift Geflüchtete und Wohnraum beim Oberbürgermeister ein. Es ist schon deshalb ein Reizthemen, weil für viel Geld gebauter oder angemieteter Wohnraum für Asylbewerber zu berträchtlichen Teilen leer steht wie etwa bei den Containern  am Lienzinger Tor oder im Wohnheim des Landkreises für Geflüchtete in Knittlingen. 

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