Pausenloses Klappern keinem Anlieger zuzumuten

Kein gewöhnlicher Schachtdeckel ist es, der im Bereich der Wohngebäude Mühlackerstraße 84 und 86 seit einigen Jahren für den täglichen Lärm sorgt und den Nachtschlaf stört, sondern der Zugang zum Regenüberlaufbecken  (RÜB) mitten in der Fahrbahn. Jetzt sicherte die Stadtverwaltung auf meine  Eingabe Abhilfe zu. „Wir werden die Maßnahme in den nächsten Monaten angehen“, antwortete der Eigenbetrieb Stadtentwässerung.

Es handle sich um das Geräusch, das entstehe, wenn der auf dem  Einstiegsschacht in das dortige RÜB liegende Deckel von Pkws und Lkws überfahren werde, schrieb  ich zu einem Video, das ich  mit dem Smartphone aufnahm, nachdem mich Anwohner angesprochen hatten, und das ich  ins Rathaus mailte. Auch dem Deckel sei anzusehen, dass er regelmäßig zur Fahrbahnmitte hin „gequert“ werde. Das Problem bestehe, seit der größere Deckel aus Stahl eingebaut wurde – der kleine Deckel daneben bestehe aus Beton und bereite keine Probleme. Der Einstieg in das RüB sei notwendig, was ich nicht zu bestreiten gedenke.  Aber das pausenlose Klappern des Deckels ist keinem Anlieger zuzumuten.

Betriebsleiter Rainer Schellinger geht momentan von einer Fertigstellung bis zu den Sommerferien aus. Sie bedürfe allerdings noch einer gewissen Vorbereitung und Abstimmung (Hersteller der Abdeckung, Straßenunterhalt, Verkehrsbehörde) und müsse auch in andere interne Abläufe eingereiht werden.

Das „RÜB Mühlacker Straße“  sei 1996 unter erschwerten und beengten Bedingungen - zwischen Wasserhauptleitung  und Hauptsammler Abwasser – gebaut worden, so die Stadtverwaltung in ihrer Antwort. „Die Lage war aus hydraulischen Gründen und anderen Sachzwängen (bestehende RW-Ableitung zur Enz, Lage Abwasserhauptsammler)  alternativlos, das Schachtbauwerk konnte deshalb nicht mit den bereits damals für ein solches Bauwerk üblichen Abmessungen und Einstiegsöffnungen geplant und ausgeführt werden.“

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... zum Dritten: Lomersheim jetzt im Landessanierungsprogramm

Blick auf den Ortskern Lomersheim

Aller guten Dinge sind 3. Im dritten Anlauf hat es endlich geklappt, genauso wie vor Jahren bei Lienzingen: Lomersheims Ortskern kommt nun ins Landessanierungsprogramm. Mühlackers OB gab heute  erfreut die Nachricht aus dem baden-württembergischen Wirtschaftsministerium weiter.  Bereits für die Jahre 2016 und 2017 hatte die Stadt beim Land einen Sanierungsantrag für Lomersheim gestellt. Hintergrund für die früheren Ablehnungen sei gewesen, so die Mitteilung der Stadtverwaltung, dass bereits mehrere Sanierungsprogramme im Stadtgebiet am Laufen waren und die Nachfrage der Kommunen im Land ungleich höher war als die dafür vorgesehenen Finanzmittel. Nachdem das Programm in Dürrmenz nun voriges Jahr abgerechnet worden war, stiegen die Chancen für Lomersheim enorm. Der Schlüssel der Kostenverteilung: 60 Prozent Land, 40 Prozent Stadt.
Der Landesanteil an der Förderung beträgt in einer ersten Tranche ein Million Euro. Zusammen mit dem städtischen Eigenanteil ergibt das einen  Förderrahmen von 1,67 Millionen Euro. Beantragt hat die Stadt ein Volumen von 4,8 Mio. Es ist  üblich, dass zunächst eine erste Tranche bewilligt wird und in die weiteren Mittel in eienzelnen Schritten zur Verfügung gestellt werden, so die Erfahrung mit fast allen bisherigen Sanierungsgebieten, zum Beispiel  in Lienzingen und Dürrmenz. "Aufstockung" wird in den nächsten Jahren zum Zauberwort. Einbezogen ins  Lomersheimer Sanierungsgebiet ist auch die erneuerungsbedürftige Gemeindehalle, im Gespräch ist zudem der Ex-Bierkeller. Die vorbereitenden Untersuchungen fürs Sanierungsgebiet sind bereits abgeschlossen, so dass man im nächsten Schritt die Sanierungssatzung im Gemeinderat beschließen kann.
Die bestehenden Sanierungsprogramm Lienzingen, Mühlhausen sowie Waldenserstraße/Enzstraße laufen weiter. Mehr als vier Sanierungsgebiete gleichzeitig für eine Kommune sind beim Land nicht drin. Selbst bei einem Sanierungsweltmeister wie der Stadt Mühlacker nicht. Der neueste Erfolg ist Labsal für die Lomersheimer Seele, denn der Stadtteil, der 1970 als Erster zu Mühlacker kam, fühlte  sich zunehmend als zu kurz gekommen. Umso wichtiger ist die gute  Nachricht aus Stuttgart. Sie dient auch dem kommunalpolitischen Frieden.

 

Symbol gegen Unsinniges aus Behördenstuben




Der Kreisel ohne den alten Birnbaum.

Auffallend rasch abräumen ließ der Enzkreis den Innenkreis des Kreisverkehrs an der Lomersheimer Fuchsensteige, der mit seinem - nächtens von Unbekannten umgesägten - 100 Jahre alten Birnbaum bundesweit bekannt geworden ist. Offenbar war es dem Landkreis wichtig, auch den Baumstumpf schnellstens entfernen zu lassen, um ein Mahnmal zu verhindern. Schlechtes Gewissen! Der Innenkreisel wirkt nun wie eine mit Sträuchern und Blumen begrenzte Wiese, in der fast einsam ein (neuer) kleiner Birnbaum steht, den die Lomersheimer gepflanzt haben, nachdem "ihr" alter Birnbaum gefällt worden war. Die Täter der Fällaktion  konnten  bisher nicht ermittelt werden. Es bleibt deshalb bei Mutmaßungen. Eine Schweinerei war's auf jeden Fall, dass jemand Hand an den Baum legte. Denn er war längst mehr als nur ein Birnbaum: Er galt als ein Symbol für den Einsatz der Bürger gegen unsinnige Anordnungen aus Amtsstuben, wie hier aus dem Landratsamt des Enzkreises in Pforzheim. Er stand dafür, wie ein Konflikt zwischen einer Behörde und weiten Teilen der Öffentlichkeit schwelen und sich auch verschärfen kann, wenn ein Amt sich jeglichen anderen Argumenten gegenüber uneinsichtig zeigt und sich stur stellt. Der Birnbaum als TV-Star war nur die Folge, zuletzt bei Mario Barth von RTL. Die Lomersheimer hofften zuletzt auf eine Petition an den Landtag, bei der sich aber monatelang nichts tat. Jene, die ihn weg haben wollten und dieses Geschäft betrieben, sitzen im Landratsamt. Dass sie die nächtliche Fällaktion öffentlich beklagten, gleicht Krokodilstränen. Inzwischen liegt die neue Petition eines Lomersheimer Bürgers beim Landtag Baden-Württemberg, mit dem Ziel, den Enzkreis zu verpflichten, einen neuen Birnbaum dort zu pflanzen, wo der alte stand. Heute Abend steht das Thema auf der Tagesordnung des Mühlacker Gemeinderats. Die Stadtverwaltung schlägt vor, zusammen mit allen Lomersheimern, die sich für die Erhaltung des altehrwürdigen Baumes eingesetzt hatten, und dem Enzkreis zu überlegen, wie der Innenkreisel gestaltet und der abgesägte Stamm, den die Stadt eingelagert hat, sinnvoll verwendet werden kann. Ein gangbarer Weg. Der Vorschlag der LMU, den alten Birnbaum zu Vesperbrettle zu verarbeiten, ist aber dann doch eher zu profan, wenn nicht gar peinlich.


Zum Thema auch frühere Blogbeiträge:

11. September 2013: KREISELBÄUME 



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Kreiselbäume



In Quimper, Präfektur des Départements Finistère in der Bretagne.

Das muss einem Beamten des Verkehrsamtes des Enzkreises den kalten Schweiß von der Stirn rinnen lassen: ein Kreisverkehr mit mehreren großen Bäumen mittendrin und dann - sozusagen als optische Krönung - ein abgesägter und auf den kahlen Wipfel gestellter Baum. Der Kreisel liegt außerorts und zwischen zwei Stadtteilen, an einem Punkt, auf den zwei kerzengerade Straßen zuführen. Nein, das ist nicht im Enzkreis und schon garnicht in Lomersheim - sondern in Quimper, Präfektur des Départements Finistère in der Bretagne. Die Bretagne liegt bekanntlich in Frankreich und Frankreich gehört zur Europäischen Union, genauso wie Deutschland und auch der Enzkreis. Just das Landratsamt Enzkreis stützt sich in seiner Entscheidung, den 100 Jahre alten Birnbaum von Lomersheim - wohlgemerkt, der einzige im Kreisel an der Fuchstensteige - unter anderem auf von Brüssel ausgegebene Ziele für Verkehrssicherheit. Oder sollen die Lomersheimer ihren Birnbaum trocknen lassen und in seiner gesamten Länge auch auf den Kopf stellen? Wäre dadurch die Verkehrssicherheit gefährdet? Die Sicherheits-Hüter im Pforzheimer Landratsamt fänden sicherlich auch einen Grund, eine solche Provokation zu verhindern. Eine Provokation ist jedenfalls, mit welcher Halsstarrigkeit sie an der Absicht, den Birnbaum umzusägen, festhalten. Das ist pure Rechthaberei, verbunden mit einem Absicherungswahn. Dem Enzkreis fällt wohl ein Zacken aus der Krone, auch einmal eine getroffene Entscheidung zu revidieren. Andere Landräte bringen das hin - nur unserer versteckt sich hinter der angeblichen Haftung der Kreismitarbeiter bei Unfällen. Wer haftet eigentlich für die Unfälle, die regelmäßig zwischen Dürrmenz und Pinache passieren? Wo bleibt der Sägetrupp des Landratsamtes? Aber das ist ja auch kein Kreisverkehr. Dort quert die Landesstraße einen ganzen Wald. Übrigens: Am Kreisverkehr in Lomersheim gab es es noch keine Unfälle. 
Apropos Absicherungswahn - dazu gab es hier schon einmal ein paar Zeilen und einen Rundfunkbeitrag. "Kreiselbäume" vollständig lesen

Eine Perspektive für die Phönix-Fußballer



Im April 2012 war die CDU-Ratsfraktion beim Lokaltermin auf dem Phönix-Platz.


Der Gemeinderat war beschlussfähig, doch es gab (noch nichts) zu beschließen: Die Vorstandsspitze des TSV Phönix Lomersheim informierte über den beklagenswerten Zustand des Rasenspielfelds für den Trainingsbetrieb und den Wunsch nach einem Kunstrasenplatz. Entschieden wird erst am 5. Februar im Rahmen des Haushaltsplanes der Stadt Mühlacker. Das Treffen im Vereinsheim am Wässerle galt der Information der Stadträte. Sie konnten gleichzeitig Fragen stellen. Insoweit war es mehr als eine Werbeveranstaltung: Der Verein betrieb Informationspolitik der besten Art - Fakten statt Phrasen. Das Phönix-Konzept hat Hand und Fuß. Für den Verein spricht, dass er eine breite Jugendarbeit betreibt und fast ein Dutzend Fußball-Jugendmannschaften auf die Beine gestellt hat. Dass ein matschiger und unebener Platz, dessen Zustand sich trotz Einbringens von Sand nicht dauerhaft verbessert hat, Probleme bereitet, liegt auf der Hand. Schon gar, wenn sich auch noch Maulwurfhaufen an Maulwurfhausen reihen. Auf einem Kunstrasenplatz lässt sich der Trainingsbetrieb intensivieren: Der Bedarf des Vereins beträgt 1420 Stunden im Jahr, hinzu kommen noch 200 Stunden für Spiele der Aktiven und Jugendmannschaften. Das hält kein Rasenspielfeld auf Dauer aus. Deshalb sind erste Spiele auf dem jetzigen Feld in jüngster Zeit von Schiedsrichtern gleich gar nicht angepfiffen worden. Es besteht also Handlungsbedarf. Davon hatte sich die CDU-Fraktion im April vorigen Jahres bei einem Lokaltermin schon überzeugt. Was blieb, war die Frage nach dem Geld: Bei Kosten von rund einer halben Million Euro geht es nicht ohne die Stadt. Der OB ließ 180.000 Euro Zuschuss in den Haushaltsplanentwurf 2013 einstellen, 2014 will die Stadt noch ein Darlehen über 120.000 Euro drauflegen. Bauherr wird der Verein sein, vom Württembergischen Landessportbund werden 67.000 Euro erwartet, den Rest von mehr als 130.000 Euro muss der Verein aufbringen. Sicherlich ein Kraftakt für Phönix, aber der Verein setzt auf die Hilfe von Spenden und Sponsoren. Er kann aber erst um Geld werben und einen Zuschussantrag stellen, wenn das Finanzierungskonzept von der Stadt abgesegnet wurde. Die CDU-Fraktion hat gestern Abend bei ihren Etatberatungen entschieden, das Konzept voll zu unterstützen - die Reaktionen aus anderen Fraktionen lassen eine breite Mehrheit im Gemeinderat erwarten. Es wird auch keine Extrawurst für Phönix gebraten - 30 Prozent der Kosten als Zuschuss und ein ergänzendes Darlehen sind Norm und entsprechen den Richtlinien zur Vereinsförderung. Auch beim neuen Sportgelände in Enzberg wurde so verfahren. Ich denke, TSV Phönix Lomersheim hat nun eine klare Perspektive und Anlass zur Zuversicht.