Ur-Vater der Mühlacker Kommunalpolitik oder Bä`s Wochen-Allerlei

Jetzt stehen sie fest: Die Kandidierenden für die Nachfolge von Frank Schneider als Oberbürgermeister der Stadt Mühlacker. Der Gemeindewahlausschuss ließ sie zur Wahl am 19. Oktober zu. Sechs an der Zahl. Nur einer ist das, was Klaus Schönfeld bei der Wahl 1993 über sich plakatieren ließ - ein gelernter Bürgermeister, der den Beruf, mit dem Studium an der Hochschule für öffentliche Verwatung, von der Pike auf erlernte: Stephan Retter. Schönfeld war von 1994 bis 2002 Chef im Mühlacker Rathaus. Alle anderen betrieben bisher Kommunalpolitik im Ehrenamt oder garnicht. 

Manche, die sich sonst gerne als Demokraten, um nicht spitzfündig zu sagen, als Ober-Demokraten generieren, stören sich daran, dass sich jetzt in Mühlacker das Angebot an die Wählenden durch einen externen Fachmann verbreitert. Da wird mies gemacht, weil das Kochen im eigenen (Kandidaten-)Saft plötzlich gestört wird. Wehe, jemand gab dem einen Tipp, er solle sich doch in Mühlacker bewerben. Ich tat’s, andere auch. Der in einer Demokratie normale Vorgang wird verteufelt. Dieser normale demokratische Prozess wird verteufelt. Gleichzeitig wird auch von solchen Leuten zur Langen Nacht der Demokratie in Mühlacker eingeladen, finanziert vom Steuerzahler. Ein widersprüchliches Verhalten!

Mit Konrad Hudt, 1368 Schultheiß in Dürrmenz, beginnt die sechsseitige Liste der Schultheißen und Bürgermeister und endete aktuell mit Frank Schneider. Zu finden ist diese Fleißarbeit auf der Web-Seite des Historisch-Archäologischen Vereines Mühlacker.

Vielen Dank, geschätzte Doris Binder aus Wiernsheim, für Ihren Leserbrief im MT. Ich frage mich zwar, warum sich Personen aus Maulbronn und Wiernsheim in den Wahlkampf für das Amt des Oberbürgermeisters in Mühlacker einmischen. Gerade sie sollten doch erst einmal vor ihrer eigenen Haustür kehren. Doris Binder bezeichnet mich als den Ur-Vater der Mühlacker Kommunalpolitik. Ob dies positiv oder negativ gemeint ist, sei dahingestellt: Ich betrachte es als Ehrentitel. Dieser muss man sich verdienen. Vielen Dank!

Georg Stefan Troller verstarb heute im Alter von 103 Jahren in Paris. Der Sohn aus einer jüdischen Pelzhändlerfamilie floh 1938 vor den Nazis aus Wien und konnte selbst kaum glauben, dass er ein solches Alter erreichte, wie er einmal der Wochenzeitung Die Zeit verriet. Sein Name stand für das Pariser Journal, einer Serie im Ersten. Als er 1962 mit der TV-Reihe startete, besaß unsere Familie noch keinen Fernseher; erst fast zehn Jahre später kam einer hinzu. Ich verpasste keine seiner Sendungen. Georg Stefan Troller, dessen Lebenserinnerungen ich förmlich verschlang, war Journalist, Dokumentarfilmer, Drehbuchautor und Autor. Der Jahrhundertmensch. Er führte etwa 2.000 Interviews und drehte über 170 Filme - eine Reporterlegende. Heutzutage gibt es heute wohl keinen mehr von seiner Klasse. Schade!

Dr. Michael Blume (rechts) und der Autor. (Foto: Johanna Molitor)

Seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat sich die Zahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland verdreifacht. Dr. Michael Blume, Beauftragter der Landesregierung gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben, sprach am Mittwoch Abend in der Musikschule Gutmann über die Ursachen für diesen Hass, der längst nicht mehr nur jüdische Mitbürger betrifft. Laut Blume lebten acht Juden in Mühlacker, von denen fünf ermordet wurden. Jahrzehnte später fragt man sich, was die Menschen nicht begriffen haben und warum der Antisemitismus wieder aufkeimt. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ist es ihm wichtig, vor Ort präsent zu sein. Mir war es wichtig, ihn für einen öffentlichen Gesprächsabend der CDU Mühlacker zu gewinnen. Es hat sich gelohnt.

 

 

Das Älterwerden beginnt nach der Geburt

Ein Buch, das Freude machtund kämpferisch

Mein Rat: Lesen! Die Lektüre lohnt sich. Elke  Heidenreichs Altern tröstet die Alten und bereitet die Jungen aufs Altern vor. 112 Seiten mit vielen eigenen und zitierten Weisheiten der in Köln lebenden Autorin. Sie studierte Germanistik und Theaterwissenschaft und arbeitete bei Hörfunk und Fernsehen. Für ihr Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Ernst-Johann-Literaturpreis 2021. Sie war 80, als sie dieses Buch 2023 schrieb. Ein Text an einem Stück, der allen gut tut. Den einen, die alt sind, den anderen, die es garantiert noch werden. Denn das Älterwerden beginnt nach der Geburt. Elke Heidenreich, die eh nicht leicht zu erschrecken ist, zur Schnoddrigkeit neigend, gerade heraus. nähert sich dem Thema ganz persönlich. Ein ehrliches Buch über das Altern. Mutig und Mut machend.

Sie moderiert noch eine Buch-Sendung im Schweizer Fernsehen, schreibt regelmäßig, zieht über die Lande von Lesung zu Lesung, macht Station zum Beispiel am 16. September 2025 mit Altern im Stuttgarter Renitenztheater (leider schon ausverkauft).

Recht hat sie. Beispiele: 

  • Ach ja, die Jugend wäre schön, wenn sie etwas später käme unsd wir schon etwas klüger wären, oder? An die Jungen ist sie ja geradezu verschwendt. (...)
  • Hier sitze ich und atme. Und altere. Und altern heißt nicht: noch nicht tot zu sein. (...)
  • Mein gefühltes Alter ist jünger als mein juristisches.
  • Es ist ein gelungenes Plädoyer, nicht mit dem Erreichen der ersten Rentenzahlung den Schalter umzulegen und sich quasi auf den Weg zum Friedhof zu begeben? Sie schreibt, ihr Kopf wisse, dass sie jenseits der achtzig ist, aber nahe ihrem Gefühl sei sie zwanzig Jahre jünger. Meine Rede: Wo steht eigentlich geschrieben, dass einer mit 74 nicht mehr OB werden darf? In keinem Gesetz, aber in manchen Köpfen aus altersher.


Geht das, alt werden und ein erfülltes Leben führen? Eine Leseprobe aus Altern, erschienen bei Hanser:

Ich finde die alten, ja: die vom Leben verwüsteten Gesichter von Jeanne Moreau oder Louise Bourgeois wunderschön, sie erzählen von prall gefülltem Leben sehr viel mehr als die Gesichter von Frauen mit prall gefüllten Botoxwangen.

Wir werden anders alt als unsere Eltern. Früherer Kriegsmann mit fünfzig abgearbeiteten und alt. Heute sind viele Achtzigjährige geistig und körperlich noch fit und im täglichen Rennen. Die Welt ist im Wandel, wir wandeln uns mit, wir sind länger beweglich im Kopf, als es unsere Eltern waren, wir haben auch eine viel bessere medizinische Versorgung.

In einer Kolumne für eine Frauenzeitschrift schrieb ich vor mehr als zehn Jahren:

»An manchen Tagen fühle ich mich wie hundertacht und sehe auch genauso aus. Manchmal fühle ich mich wie vierzig und sehe auch genauso aus.

3 Fragen an Elke Heidenreich:

Was ist das Beste am Altern?
Natu?rlich dass man noch lebt! Das ha?tte ja auch anders sein ko?nnen...
Was ist das Schlimmste am Altern?
Wenn man arm ist, wenn man krank ist, wenn man einsam ist – das alles ist furchtbar traurig. Man sollte einigermaßen versorgt, noch einigermaßen gesund und zwar gern mal allein, aber nie einsam sein. Wenn man das hinkriegt, ist Altern wunderbar.
Was muss man tun, um gut zu altern?
Wach bleiben. Am Ball bleiben. Freundschaften pflegen und nicht aufho?ren, am Leben teilzunehmen. In meinem Fall: immer weiter arbeiten.

Elke Heidenreich: Altern. 112 Seiten, Hanser Berlin, Hardcover. ISBN 978-3-446-27964-3. 22.00 Euro

Also doch: Mühlackerloch liegt in Enzberg, sagt Google

Das Mühlehofloch, das in Wahrheit ein Bauplatz ist. (Foto: Günter Bächle, April 2025)

In Zeiten von Google müssen wir offenbar den größten Blödsinn ernst nehmen.  Da braucht jemand nur als Sehenswürdigkeit bei Maps Mühlehof-Loch als Sehenswürdigkeit in Mühlackers Zentrum einzutippen, schon setzt es sich in den Köpfen fest und findet sogar Eingang in die Landesschau des SWR-Fernsehens, ist der Redaktion ein Filmchen wert… Das Team dreht zwar auch in der Ziegelhöhe, Mühlackers neuem Stadt-Quartier für 1400 Menschen, doch davon kein Wort und keine Sequenz, nur das Loch an der Bundesstraße 10 gefällt. Das Gefallen am Schelmenstück bei Google übertrifft die Seriosität. Haben die von uns mit GFZ-Gebühren finanzierten Fernsehmacher des SWR sonst keine anderen, wirklich gewichtigen Themen?

Wer dann auch noch bei einem KI-Programm eingibt, schreibe mir eine Geschichte übers Mühlehof-Loch in Mühlacker, erhält eine ernsthafte Abhandlung. Dies sei ein städtebauliches Problem, das seit Jahren die Gemüter der Einwohner bewege. Es handle sich dabei um eine große Baugrube im Zentrum der Stadt, die einst Teil eines ambitionierten Bauprojekts gewesen sei, das jedoch nie vollendet worden sei.

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Der Buchtipp: Vorsicht beim Schauen

Schon der Prolog ist deftig: Wer ist der Chef? Autor Alexander Teske schreibt:

Auf dem Weg aus dem Konferenzzimmer wollte ich vom Chef vom Dienst wissen, ob ich als Planer das Thema für die Abendausgabe bestellen soll.

Seine Antwort: Nö!

Aber der Chefredakteur hat es doch gewünscht?

Ist mir scheißegal!

Wir haben das Thema ignoriert.

Alexander Teske hat sechs Jahre bei der Tagesschau die Themen der Sendungen geplant. In seinem Blick hinter die Kulissen zeigt er wie Karrieristen, Machtkämpfe und politische Überzeugungen die Sendung prägen. 

Das zeigt schon, wer Einfluss hat bei der Tagesschau. Die zehn Chefs vom Dienst, zwei Drittel Männer, alle über 45, fast alle mit Studienabschluss, keiner mit Migrationshintergrund, keiner Ostdeutscher. Diese sind der Öffentlichkeit unbekannt, steuern wesentlich die Meinungsbildung im Land. Ihre Stellen werden nicht ausgeschrieben – wer etwa aus Altersgründen ausscheidet, empfiehlt den eigenen Nachfolger. Der engere Kreis wird dadurch nicht gestört. Und die Chefredakteure? Die bezeichnet der Autor als Könige ohne Reich, ihre täglichen digitalen Konferenzen als ein Ritual, bei dem sie sich gegenseitig Themen für den Tag vorlesen, die alle schon wissen - eine Farce. Wer in den Tagesthemen den Kommentar (jetzt Meinung) sprechen darf, wählen sie aus. Jedenfalls nur Redakteure, die auf einer extra dafür geführten Namensliste stehen.

Die Tagesschau schmort im eigenen Saft. Der typische Chef ist ein Einser. Unbefristet angestellt, in der höchsten Gehaltsgruppe 1, Stufe 6. Der Autor verrät das Monatsgehalt (Stichtag 1. Dezember 2022): Genau 11.434 Euro (brutto). De facto sind sie unkündbar. Das macht Einser selbstbewusst. Nachrichten müssen in ihr Weltbild passen. Die Einser stehen politisch eher links der Mitte im Gegensatz zur Mehrheit der Bevölkerung. Diese heimlichen Chefs haben ihre persönlichen Vorlieben und danach geschieht auch die Themenauswahl. Die Tagesschau – kein neutraler, objektiver Bobachter der Nachrichtenwelt? Wohl eher nicht. Also: Vorsicht beim Schauen. Tendenziös, elitär, links.

Man kennt sich: Wenn Redakteure plötzlich auf die andere Seite als Pressesprecher eines Ministers wechseln und umgekehrt, als Rückkehrer leitende Posten bei ARD oder ZDF übernehmen. Für ihren dauerhaften oder zeitweisen Ausflug in die Politik kündigen sie nicht, sie lassen sich einfach beurlauben. Teske schildert den Fall von Michael Stempfle vom Südwestrundfunk mit festem Sitz im Hauptstadtstudio der ARD. Euphorisch lobt er am 17. Januar 2023 in einem Beitrag für tagesschau.de den neuen Bundesverteidigungsminister Pistorius nach allen Regeln der Kunst – sieben Tage später wird bekannt: Stempfle ist neuer Pressesprecher des Verteidigungsministers. Schon sein Vorgänger kam aus dem Hauptstadtstudio der ARD.

Teskes Buch ist spannend. Entlockt dem Leser öfters ein erstauntes: Das kann doch nicht wahr sein! Der Autor beschreibt die Verquickungen zwischen Politik und öffentlich-rechtlichem Rundfunk, die Kungeleien, macht aber auch Vorschläge zur Reform des Systems.

Doch, Vorsicht! Das Buch ist keine Anklage gegen den ÖRR, kein Plädoyer für Privat-TV, sondern eine kritische Diagnose mit Therapie-Rezepten.Teske widerspricht entschieden dem Vorwurf, Staatsfunk zu sein. Er rechnet mit Ministerpräsidenten ab, die einerseits Einsparungen von ARD und ZDF fordern, andererseits verlangen, ihre Landesstudios auszubauen. Kleinstaaterei im öffentlich-rechtlichen Rundfunk heißt denn auch ein Zwischentitel. Als Beispiel nennt er Reiner Haseloff, Regierungschef des Zwei-Millionen-Einwohner-Bundesländchens Sachsen-Anhalt. Der Christdemokrat habe für den überdimensionierten Ausbau des Studios Halle gesorgt und später die Verkleinerung verhindert, gleichzeitig dem ÖRR die notwendigen, von einer externen Kommission für vertretbar gehaltenen Gebührenerhöhungen verweigert.

Schwachstellen der Öffentlich-Rechtlichen aufzuzeigen, heißt nicht, gegen das System zu plädieren. Wir brauchen gerade in einer Zeit der Face-News die mediale Grundversorgung und solide Nachrichtensendungen. Ich erinnere mich an Karl Krafft, meinen ersten Chefredakteur bei der Ludwigsburger Kreiszeitung. Er, eher leicht rechts der Mitte stehend, orientierte sich bei seinen Entscheidungen über den Aufmacher auf Politik 1 sowie die Wertung und Platzierung weiterer Nachrichten an der 20-Uhr-Tagesschau – freute sich, wenn seine Wertung in Ludwigsburg gleich oder ähnlich war wie die der Redaktion in Hamburg. Nur, als Willy Brandt 1971 den Friedensnobelpreis bekam, war ihm dies nur einen Ein-Spalter wert, immerhin auf der Politik 1.

Die Tagesschau muss ihren guten Ruf wieder aufpolieren. Da darf kein Platz für Einser sein. (bä)

Der Autor: Alexander Teske arbeitet seit 30 Jahren als Journalist, zuletzt sechs Jahre als Redakteur bei der Tagesschau in Hamburg. Davor war er 15 Jahre beim MDR in Leipzig. Dort verfasste er Beiträge für Tagesthemen, Brennpunkt oder Brisant und plante die Nachrichten des MDR. Er stand vor und hinter der Kamera. Seine Anfänge liegen im Print: Nach einem Volontariat bei der Morgenpost veröffentlichten Stern, Focus, Bild und taz seine Artikel. Zum Schreiben ist er zurückgekehrt– als freier Autor lebt Teske in Hamburg. Die ARD ließ Focus auf Anfrage wissen: Die im Buch erhobenen Vorwürfe gegenüber ARD-aktuell und der ARD sind einseitig und beruhen auf den subjektiven Erinnerungen eines einzelnen, ehemaligen Mitarbeiters. Dass Tesken Falsches veröffentlichte, behauptet nicht einmal die ARD.

Info: Verlag Langenmüller, ISBN 978-3-7844-3731-6, 292 Seiten, Paperback und als E-Book, 22.00 Euro.

Und dann folgt Faust - Nachklapp zum Weimarer Kunstfest

Kunst schafft Demokratie - Ausstellung im Rahmen des Kunstfestes. Ein allgemein gültiges Thema. (Foto: Thomas Müller)

2025 wird es 26 Jahre her sein, dass Weimar europäische Kulturhauptstadt war.  Chemnitz wird 2025 als zweite ostdeutsche Stadt diesen Titel tragen. 2025? Da war doch noch etwas?  Ja!!! Auch Pforzheim diskutierte eine mögliche Bewerbung als europäische Kulturhauptstadt 2025, trotz starker Konkurrenz wie Nürnberg und Chemnitz. Hasenfüßig wie hierzulande manche Entscheidungsgremien sind, blieb es beim Streit, der Verzicht folgte von selbst, die liberalen und sonstigen Kleingeister siegten.

Und auch bei der Ornamenta 2024, die noch bis Ende September in Pforzheim und der Region läuft, bestimmten weite Strecken die Kritiker die Debatte. Statt Chancen zu betonen, schicken sie das Material für Schlagzeilen dagegen. Auf der ständigen Suche nach Negativem. Kleingeister unterwegs.

Natürlich ist Weimar von einem anderen kulturellen Kaliber. Aber es geht um Grundsätzliches, um Strukturen, um das Wollen. Rund 32.300 Menschen nahmen kostenlose Angebote wie Ausstellungen, Performances auf dem Theaterplatz, Filme, Lesungen, Diskussionen, das mobile Theaterprojekt des Rumpel-Pumpel-Theaters oder weitere Kooperationsangebote wahr, steht in der Mitteilung aus Weimar zur Bilanz des Kunstfestes. Kostenlos?! Subventioniert gar?! Wären da Schulen oder Kindergärten nicht wichtiger? Dieser Hang, allseits Notwendiges gegeneinander auszuspielen, bricht jedesmal durch.

Das Kunstfest zeigt, dass es auch anders geht. Ich bloggte nur über einen kleinen Bruchteil des Programmes 2024. Aber auch schon diese Streiflichter begeisterten.

Das Kunstfest Weimar 2024 ist seit dem vergangenem Wochenende Geschichte: 2024 fanden in 19 Tagen rund 150 Veranstaltungen an rund 30 Spielorten in Weimar und 13 in ganz Thüringen statt, unter den 52 Projekten waren 24 Ur- und Erstaufführungen zu verzeichnen. Unter der Überschrift Wofür wir kämpfen besuchten – entsprechend dem vorläufigen Ergebnis der Veranstalter – zwischen dem 21. August und 08. September rund 43.000 Zuschauer:innen das Kunstfest. Mit insgesamt 10.783 verkauften Tickets verzeichnete das Kunstfest damit überragende Nachfrage, die deutlich über dem Verkaufsergebnis von 8300 Tickets im Vorjahr lag. 

Festivalleiter Rolf C. Hemke sagte: Wir haben es wieder gerockt. Das Festival hat erneut massive künstlerische Strahlkraft entfaltet und konnte seinen Ticketverkauf erneut und kontinuierlich seit der Pandemie in zweistelligen Prozentzahlen steigern. Das klassische Weimar ist auch heute ein lebendiger Ort für die zeitgenössischen Künste, der Demokratie und der lebendigen Debatte. Die zahlreichen erfolgreichen Kooperationen mit lokalen Akteuren zeigen zudem, dass das Festival ein wichtiger Multiplikator für die Kulturschaffenden in Thüringen ist.

Im nächsten Jahr wird das Kunstfest vom 20. August bis 07. September stattfinden und sich dem 250. Jahrestag der Ankunft Goethes in Weimar auf eine ganz zeitgenössische Art und Weise verschreiben. Vor 26 Jahren habe es das letzte große Faust-Projekt im  Rahmen des Kunstfestes gegeben, schreibt Hemke. Daran möchten wir im kommenden Jahr anknüpfen und gemeinsam mit zahlreichen Partnern in der Stadt beide Teile von Goethes zweiteiligen opus magnum reflektieren. Achtung, Enzkreis! Achtung, Knittlingen, die Fauststadt. Das historische Geburtshaus, allwo fausten born, befindet sich direkt neben der ehemaligen Lateinschule, dem heutigen Faust-Archiv. Da müssten sich Fäden nach Weimar spinnen lassen.

Wahrscheinlich war, daß er dißmahl nicht besoffen, so wurde er ehrlich beerdigt den 19. Januar 1762

Das Ortsfamilienbuch Lienzingen, 2023. Stadtarchiv Mühlacker und Kreisarchiv Enzkreis

„7 Kinder, davon noch 2 lebend“, heißt es bei David Görzner aus Lienzingen und Anna Maria, geborene Schleitshafter, aus Schorndorf stammend, Heirat in Lienzingen 1662. „6 Kinder, davon noch drei lebend“ steht bei Abraham Grieß und seiner Frau Anna Dorothea Hafner aus Bad Liebenzell, Heirat 1675 in Lienzingen. Nebenbei: Der Vater von Abraham Grieß, der den gleichen Vornamen trug, wanderte aus Mosenrieth im Berner Land ein.

Die hohe Kindersterblichkeit wird deutlich bei der Lektüre des ersten Ortsfamilienbuches, um das sich Ruth Schneider, unsere Stadtarchivarin Marlis Lippik und Kreisarchivar Huber verdient gemacht haben. Als Lienzinger sage ich herzlich danke schön – auch dem Oberbürgermeister unserer Stadt, Frank Schneider, für seine Begrüßung.

Freud und Leid sind hier eng beieinander. Wer sich für Krankheiten und Todesursachen interessiert, ist hier genau richtig. Aber auch Ahnenforscher, Lokalhistoriker und ganz normale Leute, die sich dafür interessieren, wie ihre Vorfahren lebten. Geschichte reich an Details.

Mit Verlaub - zu Beginn kurze Nachrichten aus dem Ortsfamilienbuch als Text-Probe und zur Einstimmung. So ist zu lesen von

  1. So ist zu lesen von Louise Margarethe Arnold, Tochter des verstorbenen N. Arnold, gewesener Stallknecht, bei S[einer] Durchlaucht Herzog Carl, eine ledige, 36jährige   Dienstmagd, die seit 14 Tagen zu Besuch war bei Johannes Straubens Weib in Lienzingen. Am 4. Juli 1809 raffte sie der Tod hinweg. Die Ursache Brand, also hohes Fieber; Gewebezerfall; Nesselsucht.
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Gestatten, in Vertretung

Nichts Neues? Immer noch im Urlaub? Der letzte Beitrag vom 18. August? Ging dem Blogger der Stoff aus? Nein! Nichts von alledem. Die Ruhe im elektronischen Tagebuch lässt sich erklären. Am Tag nach 24 mal 24 Stunden Frankreich erwartete mich als Stadtrat eine, wenn auch ungleich reizvolle Aufgabe: Für 16 Tage der Chef im Rathaus von Mühlacker zu sein. Der Oberbürgermeister im Krankenstand, der einzige hauptamtliche Beigeordnete im Urlaub, da musste der erste ehrenamtliche Stellvertreter ran. Nichts Neues für mich, doch nur an maximal fünf Tagen am Stück wurde ich als Vize in der Vergangenheit angefordert, doch diesmal ging es dreimal so lange. Im Oktober folgt eine weitere Vertretungswoche. Ungewöhnlich sicherlich, aber durchaus erfolgreich, was auch im Ehrenamt an der Stadtspitze geleistet werden kann. Tage voller Arbeit für einen Pensionär, so als stehe man noch im Berufsleben.

Mühlacker und Lienzingen stechen heraus. Zusatznamen auf den Ortsschildern. Neben der Mühlacker Vertretung Innenminister Thomas Strobl. (Foto: Ph. Schad)

Einem Stellvertreter obliegen alle Rechte und Pflichten eines (Ober-)Bürgermeisters. Deshalb ist es ratsam, diese Aufgabe ernst zu nehmen. Ich will mir nicht nachsagen lassen, nur den Grüß Gott-Onkel gespielt zu haben. Sitzungen zu leiten wie die von Ältestenrat, Amtsleiterrunde oder gemeinderätlichem Verwaltungsausschusses gehörten genauso dazu wie eine Eilentscheidung über den Kauf von Wohncontainern über 92.000 Euro – zuerst genutzt als Umkleideräume für TSV Phönix Lomersheim, dann von Flüchtlingen.

Aber auch Überraschendes: Handwerker auf der Walz, die überraschend in der Tür zum OB-Zimmer stehen. Was ist zu tun? Die Kämmerin weiß Bescheid. Also auf zur Stadtkasse. Der Pressebericht aus dem Rathaus anderntags wird häufig und gern gelesen. Ich werde häufiger darauf angesprochen als auf das Radhaus. Überhaupt: Wer genau hinschaut, findet interessante Themen für die kommunale Öffentlichkeitsarbeit.

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Fasziniert, was Zeitung kann - Heimliche Machtzentrale der Landespolitik: Und wir mittendrin

Junger Lokalredakteur im Kreis Ludwigsburg, zudem politisch interessiert, neugierig auf die zeitweise Mächtigen, der sich was traut, die Einflussreichen in einem demokratischen System beobachtet und die Kritik auch an ihnen nicht scheut. Doch die Nähe zu ihnen droht, auch einmal eine Fünf gerade sein zu lassen. 

Sicco Mansholt füllte die Stromberghalle Illingen im Juni 1969. Die Pforzheimer Zeitung organisierte Politik. Der Volontär durfte auch berichten (Dritter von rechts, vorne, zweite Reihe)., (Foto: PZ)

Einen Vorgeschmack erhielt ich am 26. Juni 1969 in der Stromberghalle in Illingen, noch Volontär bei der Pforzheimer Zeitung. Dort zeigte mein Kollege Leo Spielhofer, Redakteur des Württembergischen Abendblattes/Pforzheimer Zeitung, sein journalistisches und organisatorisches Talent: Er stellte einen Diskussionsabend mit Sicco L. Mansholt (Vize-Präsident der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft) auf die Beine – der Saal war rappelvoll, denn der Holländer galt als Feindbild der deutschen Landwirte schlechthin. Mansholt trieb angeblich Politik gegen die Familienbetriebe, Gütesiegel der Bauern im Südwesten Deutschlands. Ich jedenfalls war fasziniert, was Zeitung kann. Dann: Zum 1. Juli 1971 Wechsel zur Ludwigsburger Kreiszeitung

Die Neuen genossen das journalistische Allerlei im Kreis Ludwigsburg, die Vielfalt, das Abwechslungsreiche. Denn hier, auf die Bevölkerungszahl umgerechnet, wohnten und agierten vor allem in den siebziger bis neunziger Jahren prozentual wohl die meisten Mitglieder der Landesregierung und Fraktionschefs. Lothar Späth – vom Bietigheimer Bürgermeister zum Ministerpräsidenten, seine heimlichen Strippenzieher wie der Staatssekretär und  Regierungssprecher Matthias Kleinert aus Besigheim oder Erich Griesinger, Gemeinderat im benachbarten Löchgau und derjenige, der darauf achtete, dass im Landkreis die Christdemokraten nicht aus dem Ruder liefen. Schließlich Annemarie Griesinger, zuerst Arbeits- und Sozial-, dann Bundesratsministerin, die gute Seele der Union aus Markgröningen, die das Lächeln exakt anknipsen konnte wie andere das Licht. Später Annette Schavan, aus dem Rheinland geholte Kultusministerin, die sich eine kleine Wohnung in Bietigheim nahm. Der Kreis Ludwigsburg als heimliche Machtzentrale der Landespolitik: Und wir mittendrin. Junge, neugierige, interessierte Redakteure.

Baden-Württemberg, das war CDU-Land. Von den seinerzeitigen absoluten Mehrheiten wie sie Hans Filbinger und Späth holten, kann die heutige Unionsgarde nur träumen. Aber das waren Zeiten, als für die Union noch Namen standen. Zum Beispiel der Uni-Professor Wilhelm Hahn als Kultusminister oder Robert Gleichauf, der Mechanikermeister aus dem katholischen Rottenburg, der es bis zum Finanzminister schaffte, wohl den besten, den das Ländle je hatte. Der sich auch hier als Familienvater empfand, der solide wirtschaftet, keine ungedeckten Schecks – auch nicht im übertragenen Sinne – unterschreibt.  

Im November 1976 erlebte ich ihn in Bietigheim, als er Wahlkampf für den in Beilstein wohnenden Professor an der Ludwigsburg PH, Wilhelm Walter, machte. Walter sollte bei der anstehenden Bundestagswahl den von Annemarie Griesinger bis zu ihrem Wechsel in die Landesregierung gehaltenen Bundestagssitz verteidigen, doch er unterlag dem Sozialdemokraten Gunter Huonker, Wahl-Ludwigsburger und ansonsten Bad Godesberger. Für Matthias Wissmann kam die Sache zu früh, der angehende Jurist war in Bonn neben dem Studium persönlicher Mitarbeiter von Annemarie Griesinger, zudem Bundesvorsitzender der Jungen Union – der junge Mann vom Ludwigsburger Zuckerberg soll mehr sich in den Medien vermarktet haben als seine Chefin Annemarie, was sicherlich ihr nicht schadete, jedoch seiner Karriere guttat, die ihn dann doch noch in den Bundestag und dann unter Helmut Kohl in die Bundesregierung führte.

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Einen Einundzwanziger beim Onkel Gustav

Einer seiner vielen Stationen in Maulbronn. Im Jahr 1923, in sonnigen Herbsttagen, hielt sich ein 39-jähriger Redakteur und Dozent an der Hochschule für Politik in Berlin wieder einmal in dem Oberamtsstädtchen auf. Maulbronn war ihm ans Herz gewachsen, dem liberalen Politiker Theodor Heuss. Ein Jahr später rückte der Politiker in den Deutschen Reichstag ein.

Der Mann aus dem Zabergäu, in Brackenheim groß geworden, verband die Lust an der Politik mit der Lust an der Poesie. Er schaffte ein enormes Redner-Pensum pro Tag, hielt seine Eindrücke auf dem Papier fest, schuf so literarische Genussstücke. Eines davon fiel mir vor mehr als einem halben Jahrhundert in die Hände. Seinerzeit entstand daraus ein Beitrag für das Württembergische Abendblatt, erschienen in der Ausgabe vom 27. August 1970. Er ist das Kernstück der heutigen Geschichte.

Für Maulbronn hatte er viel übrig. Das zeigen seine Aufzeichnungen über die Spaziergänge im Städtle, am Elfingerberg, auf der Reichshalde. Beides auch Lagen, auf denen – welch Glück nicht nur für ihn! - Reben wachsen, Trauben gedeihen. Der Politiker und Poet rühmte diese Produkte aus den Weinbergen. Er wusste um die guten Tropfen. Der spätere Bundespräsident widmete sich bei seinem Besuch in den Herbsttagen 1923 dem Kloster, im zwölften Jahrhundert von Zisterzienser-Mönchen gegründet.  In seinen Erinnerungen, mit Herbsttagen in Maulbronn betitelt, führte er über den Wein in die Landschaft ein.

In einer milden Sonne zum See hinab

Theodor Heuss’ Herbsttage erschienen im Jahr 1959 im Tübinger Rainer Wunderlich Verlag Hermann Leins im Rahmen des 309-seitigen Bandes Von Ort zu Ort, Wanderungen mit Stift und Feder.  Einfühlsam sein Stil, keiner der versucht, auf der Glatze noch Locken zu drehen. So schildert Theodor Heuss zuerst die wein- und wasserspendende Umgebung von Maulbronn.

Aber den Eilfinger Berg stiegen wir in einer milden Sonne zum See hinab, zwischen den Rebstöcken, in einiger Sorge, dass Regen und Sonne an den Trauben noch ihr gutes Werk tun.

Theodor Heuss 1924 - Foto aus dem Abgeordnetenausweises des Reichstags

Ein paar Hundert Meter weiter liegt die Reichshälde. Und wir grüßten sie dankbar; sie ist nicht ganz so berühmt, und von ihrem Gewächs gab’s in der behaglichen Wirtsstube beim Onkel Gustav einen Einundzwanziger. Der Eilfinger aus diesem gesegneten Jahr ist weggetrunken. oder, schnöde genug, da einer göttlichen Gabe dies geschehen darf, zur Kapitalanlage verwandelt: in ein paar Häusern und Kellern bewahrt man ihn noch als feierliche Familienlegende. Über den Reichshäldener haben sie keine Gedichte gemacht, er wird auch nicht etikettiert; deshalb blieb einiges für uns davon übrig.

Seltsame Geister

Der Redakteur schreibt von seltsamen Geistern, die sich in dieser Ecke Württembergs, die zum nördlichen Schwarzwald guckt und in den badischen Kraichgau ihre Hügel laufen lässt, nach Bretten und Bruchsal begegnen. Theodor Heuss zeigt sich als ein profunder Weinkenner, der die Maulbronner Gegend richtig einstuft: Sie ist dem eigentlichen Weinland schon etwas entrückt; aber mit einer letzten Anstrengung haben es die schwäbischen Weine hier erreicht, flaschenreif zu werden und ihre Spitze zu finden. Die wichtigste Weinlage sei Krongut mit pfleglichster Behandlung gewesen: In einer liebenswürdigen Bewegung habe die junge Republik sie dem letzten König bei der Finanzauseinandersetzung zum Familiengut geschlagen. Also der heutigen Hofkammer.

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Was Schloss Dwasieden in Sassnitz und die Ex-Bijoutterie in Dürrmenz gemeinsam hatten

Dolphin Trust, der Fall für den Staatsanwalt. Dolphin Trust? Da war doch was... Dürrmenz und Bijouterie? Und was haben beide mit dem maroden Schloss Dwasieden in Sassnitz auf der Insel Rügen (Mecklenburg-Vorpommern) zu tun? Die Antwort: Dolphin Trust hatte bei beiden Projekten die Finger im Spiel.

Stadthäuser an der Brunnengasse: Ersatz für die untergegangene Bijouterie. (Foto: Günter Bächle, November 2022)

Aber im Unterschied zur Dürrmenzer Liegenschaft an Brunnengasse und Krumme Gasse gehörte Dwasieden zur Konkursmasse, aus der heraus kürzlich 15 Immobilien für zusammen 86,5 Millionen Euro verkauft wurden, so eine Mitteilung der Kanzlei BBL vom September 2022. Darunter Dwasieden, in den Jahren 1873 bis 1877 im Auftrag von Adolph von Hansemann, Inhaber der Disconto-Gesellschaft in Berlin und einer der reichsten Männer der Bismarckzeit, erbaut. Heute mehr oder minder Ruine. 

Die ehemalige Bijoutterie in Dürrmenz. Foto: Günter Bächle, 2012

Trotzdem: Die Staatsanwaltschaft Hannover   forderte jetzt, wie zu hören ist, auch bei der Stadt Mühlacker die zu dem Fall vorhandenen Akten an. In Niedersachsens Hauptstadt ermittelt die Justiz gegen das Unternehmen wegen des Verdachts auf Betrug.

Zu dem Fall Dolphin Trust bloggte ich am 11. Mai 2021 und am 15. Dezember 2016.

Wer ist eigentlich Dolphin Trust? Jetzt wissen wir es ganz genau, denn sie machte bundesweit Negativ-Schlagzeilen. Aber in Mühlacker besteht offensichtlich kaum Interesse an der Geschichte. Der Skandal schlug lokal nicht auf, weil im Rathaus rechtzeitig die Reißleine gezogen wurde und zudem die Entscheidungen meist nichtöffentlich fielen. Ein Musterfall der Schadensabwehr - ein wichtiger Erfolg der Stadt.

Exakt und schnell wickelten  Stadtverwaltung und Gemeinderat den Fall Dolphin-Trust ab, bewahrte die Kommune vor Schaden, das Quartier davor, Teil der Konkursmasse von Dolphin Trust zu werden.

Die Dolphin Trust hatte vom Voreigentümer Sax (Tübingen), zunächst ohne Wissen der Kommune, das Areal übernommen. Die Stadt wunderte sich, als sie davon erfuhr, hatte auch Zweifel an der Seriosität des neuen Eigentümers, zumal dieser unter der Adresse in Langenhagen (Sitz des Unternehmens) nur schlecht zu erreichen war. Die Stadt hatte an Sax verkauft, die extra für dieses Vorhaben die Bijouterie Dürrmenz Projekt GmbH & Co. KG gründete. Im September 2015 vertröstete Sax die Mühlacker Kommunalpolitik um ein weiteres Jahr, hielt die vereinbarten Termine für Planung und Realisierung nicht ein. 

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