Parkplätze als Mangelware

Mühlacker. Pech für Pendler: Die Stadtverwaltung lässt den Parkplatz östlich des Bahnhofes Mühlacker für eineinhalb Wochen wegen des Festes 2010 teilweise voll schließen, bietet aber für die Pendler keine Ersatzfläche an. Kritik an dieser, wie er es nennt, Basta-Politik übt der Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion, Stadtrat Günter Bächle. „Eine Ausweichmöglichkeit wurde zwar voriges Jahr zugesagt, diese Zusage wird aber nicht eigehalten. Welche Fläche wird jetzt den Pendlern zum Ausweichen angeboten?“Wegen der Veranstaltung auf dem Lienzinger Tor ist der linke Bereich des Parkplatzes nach der Zufahrt Lienzinger Straße in der Zeit vom Dienstag, 6. Juni, bis Mittwoch, 14. Juni vollständig für den Verkehr gesperrt. Der rechte Bereich des Parkplatzes nach der Zufahrt Lienzinger Straße ist zusätzlich von Freitag, 9. Juni bis Sonntag, 11. Juni vollständig gesperrt.

 

Das Ziegeleigelände sei derzeit  komplett belegt beziehungsweise vermietet, stehe somit als mögliche Ausweichfläche nicht zur Verfügung, heißt es in der Antwort aus dem Rathaus. „Das war im Jahr 2016  nicht der Fall und für die Verwaltung nicht absehbar.“ Die bevorstehende Sperrung des Parkplatzes falle in die Pfingstferien. Die Stadtverwaltung gehe von einem niedrigeren Parkbedarf bei Pendler sowie von Kunden und Berufstätigen in der Innenstadt aus, da sie sich zum Teil im Urlaub befinden würden. „Sollte der Parkplatz belegt sein, müssen die Parkplatznutzer weiter entfernt liegende Parkplätze nutzen und gegebenenfalls etwas früher zuhause starten oder den Bus für die Anfahrt nutzen.“

 

Parkplätze als Mangelware. „Und dann müssen die Pendler den raren Parkraum auch noch mit den Fahrzeugen eines Autohauses an der Industriestraße teilen“, beklagt der Stadtrat. Am Dienstag gegen 21.30 Uhr standen 22 solcher Fahrzeuge auf dem asphaltierten Teil des Parkplatzes. zählte er. Dazu das Ordnungsamt: Bei den Fahrzeugen der Firma Dobler handle es sich auch um Fahrzeuge, die von Mitarbeitern der Firma Dobler genutzt werden  und nicht um Verkaufsfahrzeuge. Auch andere Mitarbeiter Mühlacker Firmen und Behörden nutzten diesen Parkplatz. Die beengten Platzprobleme bei der Firma Dobler seien bekannt. Das Autohaus bezahle aber entgegen Gerüchten keine Parkgebühren an die Stadt. Bächle nannte das Nichthandeln der Verwaltung ärgerlich. Das sei ein Dauerärgernis, das die Kommune mit der Ausweisung als Park-and-Ride-Platz beseitigen könne.

 

 

 

Projekt(vor)geschichte in neun Akten




Modernisierung des Bahnhofs Mühlacker.

Dem Wetter gleich herrschte heute eitel Sonnenschein beim symbolischen Start zur Runde zwei der Modernisierung des Bahnhofes Mühlacker. Kein Wort zu den Beschwernissen des bisherigen Weges. Links des Abgangs zur Unterführung warteten ein überschaubarer Sandhaufen und acht Spaten auf den kurzen Arbeitseinsatz der Vertreter von Bahn, Bund, Land und Stadt. Nachdem der erste Teil des Umbaus des Bahnhofs mit Inbetriebnahme der drei Aufzüge bereits im Dezember 2014 abgeschlossen wurde, werden jetzt die Bahnsteige an den Gleisen 1, 2/3, 5 und 50 mit einer Höhe von 55 Zentimetern neu gebaut. So beschreibt die Deutsche Bahn das Projekt.

Die zukünftige Bahnsteighöhe erleichtert Reisenden mit eingeschränkter Mobilität, aber auch Eltern mit Kinderwagen oder Passagieren mit Gepäck das Ein- und Aussteigen. Sehbehinderte finden über taktile Leitstreifen und Gleisbezeichnungen in Brailleschrift an den Handläufen der Treppen den Weg zu und von den Zügen. Zusätzlich erhalten die  Bahnsteige ein frisches Outfit, unter anderem durch neue Sitzbänke, Abfallbehälter, Vitrinen, Wegeleitsystem und Lautsprecher.  Auf dem Plan, der nun umgesetzt wird, steht ebenso die Erhöhung der Bahnsteigdächer auf den Mittelbahnsteigen Gleise 2/3 und 4/5. Ein weiteres Bonbon hält die Bahn parat:  Die Bahnsteigunterführung wird im gleichen Zug optisch aufgewertet. Die Gesamtkosten einschließlich Aufzüge: 6,5 Millionen Euro, davon 500.000 Euro vom Land und 1,3 Millionen Euro von der Stadt Mühlacker. Die kommunale Beteiligung war im Gemeinderat umstritten - ich habe sie immer unterstützt, weil sonst nichts geschehen wäre.

Was bisher ablief.

Ein Vorhaben, das die Bahn nicht beschwingt auf die Schiene stellte. Zeitweise holperte es ganz gewaltig. 

Weil ich schon seit vielen Jahren zu kommunalpolitischen Themen blogge, schaute ich nach dem heutigen offiziellen Starttermin, was sich in meinem Blog an Stationen des Projekts finden lässt. Denn alles lief nicht so reibungslos wie man nach den heutigen Reden hätte meinen können. Denn eigentlich hätten die Arbeiten schon längst abgeschlossen sein müssen – so ums Jahr 2013 - und nicht, wie heute angekündigt, erst im zweiten Halbjahr 2018. Zwischendurch schien der Bahnhof Mühlacker quasi verlorengegangen zu sein. Ich liste einfach mal auf und beginne mit dem frühestens Blogeintrag zum Thema. Neun Beiträge, quasi eine Projekt(vor)geschichte in neun Akten. Begonnen vor mehr als acht Jahren.

9. September 2008 DER BAHNHOF MUSS ENDLICH BARRIEREFREI WERDEN: Sollen wir uns als Stadt an den Kosten beteiligen, die der Bahn AG entstehen, wenn sie den Bahnhof Mühlacker barrierefrei umbaut? Der Gemeinderat hat heute Abend mit 20 Stimmen bei neun Gegenvoten und drei Enthaltungen beschlossen, die grundsätzliche Bereitschaft dazu zu erklären. Ich habe dafür geworben, dem Vorschlag von Bürgermeister Wilfried Abicht zuzustimmen, unseren finanziellen Part anzunehmen.

11. Februar 2009 BARRIEREFREIER BAHNHOF MÜHLACKER - UMBAU 2011/2012: Gespräch des Ältestenrates des Regionalverbandes Nordschwarzwald mit Verkehrsstaatssekretär Rudolf Köberle (CDU) im Innenministerium Baden-Württemberg. Der seit Jahren immer wieder von der Bahn AG versprochene barrierefreie Umbau und die Sanierung des Bahnhofes Mühlacker kostet fünf Millionen Euro, in die sich Bahn, Land und Stadt teilen.
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Aushänge am Info-Punk beim Rathaus: Stadt sichert Aktualität zu

Mühlacker.  Sieben städtische Stellen, der Citymanager und der örtliche Kinobetreiber teilen sich die Bestückung  des Info-Punktes der Stadt Mühlacker beim Bahnhof. Das ergab die Antwort von Oberbürgermeister Frank Schneider auf zwei Anfragen aus dem Gemeinderat. Sowohl Günter Bächle (CDU) als auch Susanne Haas (LMU) beklagten einen Mangel an Aktualisierung.  



Susanne Haas wollte wissen, wer diese Flächen wie befüllen kann, ob sie teilweise vermietet werden, wie viele der Flächen der Stadt derzeit zur Verfügung stehen und wie die Belegung geregelt wird sowie ob künftig ein QR-Code angebracht werden kann. Wiederum Günter Bächle beklagte, dieses Werbepotenzial werde, wie schon in den vergangenen Jahren, sehr lieblos behandelt. Er vermisse in der Stadtverwaltung immer noch die positive Einstellung, über diesen Info-Punkt aktuell, umfangreich und zeitnah zu informieren und die Menschen für Angebote in Mühlacker zu begeistern.



Die Antwort des OB listet auf, welche Stellen jeweils einzelne Teile mit Informationen bestücken: Volkshochschule, Stadtmarketing, Citymanager, Kino, Amt für Bildung und Kultur, Tourismusstelle der Stadt, Ordnungsamt und Stadtwerke. Nicht nur das: „Es besteht eine Regelung, dass an der Infotheke im Rathaus Plakate von örtlichen Veranstaltern für örtliche Veranstaltungen abgegeben werden und dort der Aushang organisiert wird.“  



Vermietet würden die Flächen nicht, da es sonst einen öffentlich rechtlichen Zulassungsanspruch gebe und die Stadt auch nicht mit gewerblichen Werbeplatzvermietern konkurrieren wolle. „Die Flächen werden insofern alle von der Stadt bespielt. Das Kino, als einziges Kino am Ort, kümmert sich selbst um seinen Aushang.“  Schneider bekundete den Willen der Stadtverwaltung, die Kästen künftig aktuell zu halten. Die Tafel Übernachtungen werde  aktuell überarbeitet; der Stadtplan sei aktuell. Die Tafeln würden künftig im vierwöchigen Rhythmus überprüft, ein QR-Code werde wenn möglich hinterlegt.


Die E-Mobilitätsstrategen



Gezapft.

Zwölf Prozent mehr Elektroautos seit Mitte März im Kreis Ludwigsburg. Wow! Doch die absolute Zahl ist ernüchternd: 322 sind es jetzt, ein Plus von 34 Exemplaren. Der Kampf um freie Plätze an den Ladestationen bleibt also noch aus. Meine Lieblingszapfstelle an der Schillerstraße in Ludwigsburg war bisher immer frei, zumindest einer der beiden Ladeplätze. Notfalls ließe sich auf jene im Rathaushof oder hinterm Bahnhof ausweichen. Die E-Mobilitätsstrategen bei den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB) denken voraus, hoffen auf steigende Zulassungszahlen und nehmen gleichzeitig E-Mobilisten die Angst, einmal kein Kilowatt im Akku zu haben. Dieses Jahr wurden fünf weitere Ladesäulen – je zwei Plätze mit 22kW – aufgestellt, vier in Ludwigsburg, eine in Kornwestheim. Das sind dann zehn öffentliche Ladesäulen. Vier weitere Standorte gelten als fest eingeplant, hängen aber von anderen Faktoren ab, darunter am Stadionbad, an der Pädagogischen Hochschule und bei den Ludwigsburger Verkehrslinien/Jäger Reisen. Aktuell stehen weitere Standorte zur Prüfung an, darunter am Marktplatz. Die SWLB knüpfen das Netz engmaschiger, puschen damit die E-Mobilisierung der Stadt. Meine eigene Stromauto-Erfahrung begann vor gut vier Monaten. Bisherige Fahrleistung; 7700 Kilometer. Keine Störungen, keine Probleme. Inzwischen ließ sich die Reichweite auf mehr als 220 Kilometer pro Batteriefüllung steigern. Im Sommer braucht’s zwar Lüftung, aber keine Heizung, und der Bordcomputer belohnt gefühlsbetontes, ergo energiesparendes und trotzdem flottes Fahren mit höheren Reichweiten. Das lässt sich lernen. Inzwischen habe ich auch meinen Frieden mit EnBW-Zapfsäulen geschlossen. Zweimal – in Tübingen und Baden-Baden – ließen sie mich im Stich, sie akzeptierten nicht meine Ladekarte der SWLB. Doch kürzlich klappte es an der blauen nagelneuen EnBW-Station am Bahnhof in Neckarsulm vorbildlich: Karte vors Display halten, Ladeklappe öffnen, Kabel rein, gleich darauf kommunizieren mein Auto und die Ladesäule, die Energie fließt. Ich gehe zu meinem Termin, nach der Rückkehr zeigt der Akku wieder 100 Prozent an. Das beruhigt den E-Mobilisten ungemein. Dass es in Neckarsulm allerdings nur eine Elektrotankstelle gibt? "Die E-Mobilitätsstrategen" vollständig lesen

Dauergewinn

Nach dem Mühlacker Sommermärchen – der Gartenschau im vergangenen Jahr – wurde es vielen wieder zu ruhig in Mühlacker, las ich dieser Tage. Da muss jemand vergessen haben, sich an einem Tag wie heute in den Enzgärten und damit auf dem früheren Gartenschaugelände  umzuschauen. Im neuen  Stadtpark, den alle toll finden. In Enzles Gärten steppt der Bär, heißt es in der gleichnamigen MT-Kolumne. Viel Gartenschau-Feeling beidseits der Enz, nicht nur, wenn Veranstaltungen wie der Kunsthandwerkermarkt unter den Maulbeerbäumen angeboten werden. Wenn die Sonne scheint, pulsiert das Leben auf dem Wertle besonders - die Spielgeräte sind belegt, Eltern schauen zu, im Gras sitzend oder liegend, der Skateplatz bleibt eine Attraktion. Und wer die Gäste auf der Terrasse des - oder im - Essenz sitzen sieht, erkennt rasch, dass es ein Granatenfehler gewesen wäre, wenn die Sadt sich geweigert hätte, Geld für ein Lokal direkt am Enztal-Radweg in die Hand zu nehmen, auch wenn ein solches Projekt nicht gerade zu kommunaltypischen gehört. Mühlacker ist seitdem weitaus geschätzter als Zwischenstation für Radler aus Pforzheim, Vaihingen, Bietigheim. "Wie weit ist es zum Bahnhof", fragt nebenan ein Pedaleur zu seinen beiden Mitradlern nach dem zweiten kühlen Bier. Aber dann schwingen sie sich doch auf den Sattel und treten in die Pedale - ins heimatliche Bretten, ohne Bahnunterstützung. Doch nicht nur die Mühlacker Seite der Enz ist frequentiert, auch auf der Dürrmenzer Seite flanieren die Menschen. Die Daueranlagen sind zum Selbstläufer geworden. Neue Farbtupfer kommen hinzu: ein Wiesenblumen-Labyrinth auf der Dürrmenzer Seite, frische Blumen werden gepflanzt, der Garten des Kreisverbands der Obst- und Gartenbauvereine bleibt, auch der interkulturelle Garten, neue private Gärten entstehen, der Förderverein Enzgärten bringt sich ein.  Der Fontänenplatz spuckt wieder Wasser, heißt es beim Enzle. Die Stadt verbucht einen Dauergewinn. Nur: bei der Pflege der Anlagen ist sie besonders gefordert. Und als Garant dafür, dass das Vorland der renaturierten Enz nicht zum Hundeklo wird. Aber dafür haben wir eine Satzung, die der Gemeinderat beschlossen hat und die die Verwaltung durchsetzen muss. Wenn das nur so einfach wäre...

Regionalzüge sind ab Mühlacker am unpünklichsten




Anzeigetafel: Fünf Minuten Verspätung.

Verspätete S-Bahnen in der Region Stuttgart lösen immer wieder einen richtigen  Hype aus. Ein S-Bahn-Gipfel folgt dem nächsten. 2014 fuhren die Züge am unpünktlichsten. Dieses Jahr ist es etwas besser, doch beileibe nicht gut. Aber wenn Regionalzüge der Deutschen Bahn den Fahrplan nicht einhalten, löst das keine öffentlichen Proteste aus, auch nicht beim Land Baden-Württemberg als Auftraggeber. Dabei sind  Regionalexpress (RE) & Co unpünktlicher geworden. Ich habe das Verkehrsunternehmen bisher immer in Schutz genommen, doch heute war wieder mal ein Tag der Unpünktlichkeit. Heute Morgen der RE nach Stuttgart: sieben Minuten im Verzug, mein Termin wackelte. Heute Abend: RE ab Ludwigsburg nach Heidelberg über Mühlacker sieben Minuten verspätet. Kürzlich fiel ein Zug Ludwigsburg ab 20.30 Uhr kurzfristig und ersatzlos aus. Dazu passt eine Meldung von Ende Juli: Die Pünktlichkeitswerte der DB-Regio-Züge sind im Juni gegenüber Mai und April weiter gesunken. Das ergab eine Anfrage  beim baden-württembergischen Verkehrsministerium. Stuttgart Hauptbahnhof liege deutlich unter dem Durchschnittswert: Nur 87 Prozent der Regionalzüge kommen dort pünktlich an. 

Das Verkehrsministerium in einer Gesamtbetrachtung:  Es komme durchaus vor, dass Züge aus Richtung Heilbronn oder Mühlacker bis Stuttgart-Zuffenhausen oder Nordbahnhof weitgehend pünktlich sind und dann aufgrund von Zugfolgeproblemen noch spürbar verspätet werden. Es sei ebenfalls nicht selten, dass Züge, die in Ludwigsburg noch etwas Verspätung hatten, diese bis zur Ankunft in der nächsten Messstelle in Heilbronn Hauptbahnhof wieder reduzieren, oder dass Züge, die in Ludwigsburg pünktlich waren, in Bietigheim auf einen Anschluss aus Richtung Mühlacker warten und verspätet in Heilbronn ankommen.

Schienenpersonennahverkehr (SPNV) außerhalb der Region Stuttgart ist Sache des Landes, das diese Leistungen bestellt. Deshalb müssten sich Landespolitiker des Themas annehmen, tun sie aber meist nicht. Eine Rühmliche Ausnahme: Daniel Renkonen, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion und Abgeordneter des Wahlkreises Bietigheim-Bissingen. Er ließ sich vom Verkehrsministerium die Daten geben. Für den Bahnhof Mühlacker fällt das Zeugnis besonders schlecht aus. Zwischen Basel und Ulm hat Mühlacker bei der Pünktlichkeit der Regionalzüge miese Noten: An 26 Orten in Baden-Württemberg wird die Pünktlichkeit der Züge gemessen, Mühlacker gehört dazu. 

Stand 22. Juli 2015 beträgt der Pünktlichkeitsgrad am Bahnhof Mühlacker 88,68 Prozent - das ist der 23. von 26 Plätzen. Nur noch zwei Haltepunkte liegen dahinter. Alle anderen 22 sind besser. Der Landesdurchschnitt beträgt 92,51 Prozent, was auch nicht gerade erhebend ist. Zappenduster sieht es bei der 3-Minuten-Pünktlichkeit (maximal 3.59 Minuten verspätet) in Mühlacker aus: 77,66 Prozent - das ist der schlechteste Wert im Land, wobei das Baden-Württemberg-Mittel bei 87,22 Prozent liegt.

Die Ergebnisse sind insgesamt sehr unbefriedigend, was auch der Landesverband Baden-Württemberg des Verkehrsclubs Deutschland schreibt, so Renkonen. Dem Land fehlt wegen der unglücklichen Regelungen im Großen Verkehrsvertrag aus der CDU/FDP-Regierungszeit allerdings ein Hebel gegen die DB Regio AG, weil zu niedrige Strafzahlungen vereinbart worden sind. 
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MEX auch für Mühlacker




Bahnhof (Bild), Enzberg und Rösslesweg - drei Haltepunkte für den MEX in Mühlacker.

Welche Nahverkehrszüge rollen von 2019 an auf der Strecke Pforzheim/Bietigheim-Bissingen, welche halten am Bahnhof Mühlacker? Das Land setzt auf Metropolexpresszüge (MEX). Die Betriebsträgerschaft wird zurzeit vom Land ausgeschrieben.

Das im Rahmen des ÖPNV-Pakts in der Region Stuttgart verankerte Metropolexpresskonzept sieht ein halbstündlich vertaktetes Zugsystem von Stuttgart nach Pforzheim, Heilbronn, Schwäbisch Hall, Aalen, Geislingen, Tübingen und Horb vor.

Die Metropolexpresszüge halten innerhalb des S-Bahn-Bereichs nur an den großen Stationen, außerhalb dann an allen Stationen und bieten so schnelle Verbindungen in die Landeshauptstadt. Zwischen Pforzheim und Stuttgart wären dies - wie aktuell bei den Regionalzügen -  Eutingen, Niefern, Mühlacker (Enzberg, Bahnhof, Rösslesweg), Illingen, Vaihingen, Sersheim, Sachsenheim, Ellental, Bietigheim und Ludwigsburg. 

In der nun ausgeschriebenen Vorstufe soll der 30-Minuten Takt zunächst auf den nachfragestärkeren Strecken bis Pforzheim, Heilbronn, Gaildorf, Schwäbsich Gmünd, Süßen und Tübingen umgesetzt werden



Es soll im Korridor Pforzheim – Stuttgart zwei MEX-Linien geben:


- Eine Linie Pforzheim-Stuttgart, die täglich stündlich von ca. 6 bis 24 Uhr fährt.

- Dann eine Linie Pforzheim – Bietigheim-Bissingen, die nur von Montag bis Samstag von ca. 6 bis 20 Uhr verkehrt.


Beide Linien überlagern sich - so das Verkehrsministerium Baden-Württemberg - während der Betriebszeit der zweiten Linie zwischen Pforzheim und Bietigheim-Bissingen zu einem Halbstundentakt und halten an allen Stationen zwischen diesen Bahnhöfen. Damit wird von Juni 2019 an (nicht 2017 wie zunächst geplant) die erste Stufe des MEX-Systems mit einem Halbstundentakt monatgs bis samstags von ca. 6 bis 20 Uhr umgesetzt. Die zweite Linie hat in Bietigheim-Bissingen Anschluss in und aus Richtung Stuttgart mit dem IRE Stuttgart – Würzburg.


Auf dem Ast Heilbronn-Stuttgart fährt der MEX ab Dezember 2019 ca. 6 bis 24 Uhr stündlich, von Montag bis Samstag ca. 6 bis 20 Uhr halbstündlich durchgehend. 


Perspektivisch wäre es bei entsprechenden Investitionen im Bahnhof Bietigheim (Bahnsteigverlängerung) möglich, so das Ministerium, die erste Linie mit der ebenfalls täglich verkehrenden MEX-Linie Heilbronn-Stuttgart, die bis Tübingen fährt, zu kuppeln. Dadurch würde sich eine umsteigefreie Verbindung Pforzheim-Tübingen ergeben.  

Für den Enzkreis und damit auch für Mühlacker ist es wichtig, dass eine Korrektur erfolgt: Die Linie Pforzheim-Bietigheim muss - auch nach 20 Uhr - umsteigefrei bis Stuttgart fahren. Über den Kampf um Minuten beim Umsteigen im Bietigheimer Bahnhof habe ich kürzlich erst gebloggt.  Dazu auch Mattthias Lieb aus Mühlacker, Landesvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland (VCD); "Derzeit sind für den Metropolexpress nur stündliche Verbindungen von Vaihingen/Enz nach Ludwigsburg und Stuttgart vorgesehen. Versetzt um 30 Minuten müsste wie heute in Bietigheim-Bissingen umgestiegen werden. Hier muss noch nachgebessert werden, dass zukünftig alle 30 Minuten von Stuttgart aus Direktverbindungen bestehen. Außerdem muss sichergestellt werden, dass abends ebenfalls Direktverbindungen angeboten werden - kostengünstig könnte dies durch ein Flügelzugkonzept mit den Zügen Richtung Heilbronn realisiert werden. Außerdem sollte für den Metropolexpress ein Halt in Suttgart-Feuerbach eingerichtet werden, um die Fahrzeit in den Nordwesten Stuttgarts zu verkürzen."