Mühlacker Fabrikant Friedrich Münch und seine Lienzinger Geschichten

Der Ehrenbürgerbrief, getextet vom Bürgermeister, gebilligt vom Gemeinderat

Friedrich Münch und seine Liebe zu Lienzingen. Er war alles in einem: Großspender, Mäzen, Namensgeber eines Kindergartens, einer Straße, eines Waldweges und eines kleinen Sees, Pächter der Jagd und aller kommunaler Fischgewässer, Bauherr des an exponiertester Stelle des Dorfes stehenden Hauses, Ehrenbürger. Münch beschenkte ganze Konfirmanden-Jahrgänge mit Geldbeutel und Täschchen. Der Fabrikant aus der Nachbarstadt erkor das knapp 1000 Einwohner zählende Lienzingen am Rande des Strombergs bald nach Kriegsende zu seinem Refugium. Nicht weit weg von seiner Villa an der Schillerstraße in Mühlacker, aber mit gut vier Kilometern Distanz weit genug, um Ruhe zu finden vom hektischen Alltag im Unternehmen. Etwas unterhalb des 1925 errichteten herrschaftlichen Hauses, in dem der gebürtige Birkenfelder und gelernte Kaufmann, mit Ehefrau Berta, geborene Schleeh (1935-1980) sowie den Kinder Susanne (1959-2018) und Friedrich (geboren 1964) wohnte, stand seine Firma. Ihre Adresse: Goldshaldenstraße 20. Begraben ist Friedrich Münch (1896-1967) auf dem Lienzinger Friedhof, neben der Frauenkirche, wiederum in besonderer Lage.


Lienzinger Geschichte(n) heute von der Vorliebe des Mühlacker Fabrikanten Friedrich Münch für Lienzingen. Auch wenn das Dorf nicht offiziell sein Wohnort war (obwohl das manche dachten): Bürgermeister Richard Allmendinger und die Gemeinderäte bescheinigten ihm nimmermüde Hilfsbereitschaft zum Vorteil der Kommune. Die Quellen: Sechs Protokollbände des Ortsparlaments (1944 bis 1975), die im Stadtarchiv Mühlacker (STAM) stehen, belegen den fortwährenden Lobgesang auf ihn. Diktion und Stil der Niederschriften wurden bewusst beibehalten. Zitate in kursiv gesetzt.


Vor 100 Jahren gründete Münch seine Firma, die sich auf die Herstellung von nicht geschweißten Ringgeflechten und Schuppengeflechten für Börsen, Handtaschen und Accessoires spezialisierte. Er hatte in einer Schmuckwarenfabrik in Pforzheim gelernt, war zehntes von zwölf Kindern des Bahnwärters August Münch in Birkenfeld. Im Jahr 2008 siedelte das Familienunternehmen mit seinen rund 100 Mitarbeitern von der Goldshalde ins Mühlacker Gewerbegebiet Waldäcker um, auf dem vormaligen Betriebsareal genehmigte die Stadt 2013/14 die Errichtung von Wohnhäusern.

Friedrich Münch: Pächter der Lienzinger Jagd von 1933 an

Fast ein halbes Hundert Mal taucht Friedrich Münch - respektive nach seinem Tod 1967 Witwe Berta - zwischen 1948 und 1975 namentlich in den Protokollen des Gemeinderats von Lienzingen auf. Belege eines Beziehungsgeflechts zu allseitigem Nutzen. Geld und seine Wirkung, ein dörfliches Beispiel. Einerseits eine Win-Win-Situation für beide Seiten, allerdings auch bei manchmal fragwürdigen Kompensationen. Ganz offen bekannte sich, ausweislich der Protokolle der Sitzungen, das Ortsparlament zu einem natürlichen Vorrecht für Reiche. Denn Münch setzte durch, in erstklassiger Lage ein Wohnhaus bauen zu dürfen. Es sei immer schon so gewesen, so die Bürgervertreter, dass gut situierte Leute gerade sich den besten Platz für die Erstellung ihres Heimes aussuchen (Sitzung vom 11. März 1953). Sollte heißen: das sei zu akzeptieren. Dicke Spenden an die Kommune, aber auch an Kirchengemeinde und Vereine winkten. Und Münch zeigte sich großzügig. Wiederum das Ortsparlament revanchierte sich, ließ in all den Jahren die Wünsche und Anträge des Mäzens aus der Nachbarstadt reibungslos passieren – bis hin zum 1957 gefassten Beschluss, prüfen zu lassen, ob das Gewann Spottenberg in Münchberg umbenannt werden kann.

Der Name Münchberg wurde übrigens auf dem Etikett des hauseigenen Mirabellenschnapses geführt, der bis kurz vor seinem Tod, von seinem Schwager und Jagdaufseher Kurt Schleeh produziert wurde (Hnweis Marco Rettstatt, Mühlhausen/Enz, 14. November 2020). Nicht nur das. Martin Walter erinnert sich: Münchberg als Bezeichnung für den Spottenberg ist mir aus Kindertagen ein Begriff. Und dazu noch eine Anekdote: Meine Oma hat in den 1960er Jahren mit anderen Frauen zusammen bei der Mirabellenernte auf dem Münchberg gearbeitet. Ich durfte als kleiner Junge mit. Bei Münchs gab es damals am Tor schon eine Gegensprechanlage. Die Frauen schickten mich vor, um die zur Ernte erschienenen Frauen anzukündigen, was ich auch tat. Mit den Worten: d' Rebelle-Weiber send do (Kommentar auf meiner Facebookseite, 15. November 2020).

  • Wird aus dem Spottenberg der Münchberg?

Sein Haus auf der Bergnase. Denn auf dem Spottenberg und damit in exponiertester Lage oberhalb des Dorfes hatte der Unternehmer ein Landhaus in Schweizer Baustil in einmalig schöner Lage errichtet. Nirgend woanders in Lienzingen lebt es sich schöner: mit maximaler und garantierter Fernsicht – bei bestem Wetter bis zum Stuttgarter Fernsehturm. Freilich, bei Stürmen pfeift es gar heftig und laut um den Giebel. Auch wenn die Ziegel festgenagelt sind; manchmal ist die Naturgewalt stärker als die Widerstandskraft des Nagels.

Münchs Pläne für ein Domizil auf dem Spottenberg lösten teilweise heftigen Widerstand von Behörden und Naturschutz aus. Denn das Areal war Außenbereich pur und damit für eine Bebauung tabu. Er wusste dies, reichte trotzdem ein Baugesuch ein und löste damit ein höchst ungewöhnliches Genehmigungsverfahren aus. Der Fabrikant schuf Fakten, bevor das den Behörden auffiel und sie die Arbeiten einstellen ließen. Er wusste, dass er Bürgermeister und Gemeinderat voll auf seiner Seite hatte. Doch der Reihe nach.

  • Bürgermeister lobte großherziges Angebot
Die Jagdhütte auf dem Spottenberg, genehmigt 1948, nach den Plänen des Mühlacker Architekten Jakob Buck (StAL FL 20--18 II_Bü 1421_0021)

Friedrich Münch, Jagdpächter seit 1933, stellte, als akute Wohnungsnot in der Gemeinde herrschte, seine im Trinkwald gelegene Jagdhütte zur beliebigen Verwendung zur Verfügung, wie es Bürgermeister Richard Allmendinger im Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 20. Februar 1948 formulierte. Diese eigne sich gut als Wohngelegenheit für eine Familie. Es solle versucht werden, sie an einen geeigneten Platz im Dorf zu versetzen. Der Schultes lobte das großherzige Angebot (STAM, Li B 323, S. 66). Wenige Wochen später informierte der Verwaltungschef die Räte, der Flüchtling Johann Grässle interessiere sich besonders für die Jagdhütte und würde sie gerne auf dem Grundstück seines zukünftigen Schwiegervaters aufstellen. Allmendinger hielt dagegen, das Holz-Objekt könne im Tausch gegen Bauland für die Gemeinde eingesetzt werden, was zu einer kontroversen Diskussion führte, die ohne konkreten Beschluss endete (STAM, Li B 323, S. 79). Das Thema tauchte später nicht mehr auf.

Inzwischen hatte Friedrich Münch seinen Blick auf ein besonders schönes Stück der Lienzinger Markung gerichtet – den Spottenberg. Das Landratsamt Vaihingen an der Enz genehmigte ihm am 4. Juni 1948 dort auf den Parzellen mit den Nummern 2297 und 2298/1 eine neue Jagdhütte – wohl deshalb schickte er gut drei Monate zuvor die  Offerte an die Gemeinde, die bisherige Jagdhütte im Trinkwald in den Ort zur Unterbringung einer wohnungssuchenden Familie umsetzen zu dürfen.

  • Kreisbaumeister Aeckerle: Kleines unbedeutende Bauwesen

Der Mühlacker Architekt Jakob Buck entwickelte die Baupläne für die Jagdhütte auf dem Spottenberg-Rücken, das der Fabrikant aus Mühlacker nicht einmal sein Eigentum nennen konnte. Das ergibt sich aus der Bauakte mit der Nummer 174/1948, die im Staatsarchiv Ludwigsburg verwahrt wird (StAL FL 20--18 II_Bü 1421_0021).  Die beiden Grundstücke gehörten dem Lienzinger Maurermeister Adolf Ölschläger, der davon rund 60 Quadratmeter für den Bau gegen eine einmalige Pauschale von 200 Reichsmark an Münch verpachtete, wie sich einer Abschrift der Vereinbarung vom 13. Februar 1948 ergibt, deren Richtigkeit am 8.Mai 1948  von Bürgermeister Allmendinger mit Stempel und Unterschrift bestätigt wurde. Münch beauftragte Ölschläger mit den Maurer-, die Gebrüder Kälber mit den Zimmererarbeiten. Weder Gemeinde noch Nachbarn erhoben Einwände gegen das kleine unbedeutende Bauwesen, wie es Kreisbaumeister Aeckerle in seiner Begutachtung zur Prüfung des Baugesuchs am 20. Mai 1948 formulierte. Es bestand aus einer Stube, einem winzigen Schlafraum und einer kleinen Garderobe.

Lageplan aus dem Bauantrag von 1955: Rechts die untere Kurve der Landesstraße, rot das geplante Wohnhaus, davon östlich das Haus Bammesberger (Flurstück 2294), der Weg zur Landesstraße befindet sich noch heute im Eigentum Münch (STAM, Li A 82-16)
Laut Akten stimmte auch der Kreisbeauftragte für Naturschutz zu, obwohl der Spottenberg außerhalb Etters, der geschlossenen Siedlung oder eines Bebauungsplangebietes lag. Die Baukosten der massiv errichteten Jagdhütte wurden mit 5000 Reichsmark (an anderer Stelle mit 4000 Reichsmark) angegeben, die Gebühr für die Genehmigung betrug 25 Reichsmark, zu bezahlen an die Kreispflege in Vaihingen. Münch, auch ehrenamtlicher Kreisjagdbeauftragter, brauchte keine staatliche Zuweisung von Baumaterialien, sondern beschaffte sie laut eingereichter Mengenliste selbst. Die Auflagen: Die Jagdhütte musste sich in gefälliger Weise in das Landschaftsbild einfügen, die Bepflanzung habe sich der Umgebung anzupassen. Landrat Dr. Friedrich Kuhnle befreite Münch mit der Genehmigung von der allgemein sei 1947 bestandenen Baugenehmigungssperre des Innenministeriums Württemberg-Baden. Ohne Beanstandungen nahm Aeckerle am 29. April 1952 das fertige Objekt ab (StAL FL 20--18 II_Bü 1421).
  • Weiterer Bauwunsch gleich neben der neuen Jagdhütte
Blick vom Anwesen Münch auf Lienzingen

Ganz besonders Höhenlagen locken zum schöneren Wohnen. Das gilt heute noch für den Spottenberg. Auch andere fanden Gefallen an jenem besonderen Gebiet, heißt es denn auch im Ortsbuch (Konrad Dussel, Lienzingen, Verlag Regionalkultur, 2016, S. 271 ff). Neben Friedrich Münch wollten dort weitere gerne ihre Träume verwirklichen. Wenige Monate nach dem Fabrikanten meldete sich der Mühlacker Metzgermeister Erwin Bammesberger: Er wolle sein Grundstück bebauen, das östlich des  späteren Anwesens Münch anschließt. Über den Wunsch debattierte der Gemeinderat am 28. Oktober 1949 und beschloss, den Weg zu ebnen durch die Aufstellung eines Teilbebauungsplanes für etwa fünf Wohngebäude. Bammesberger versprach, alle Kosten zu tragen (STAM, Li B 323, S. 199). Der Stuttgarter Ex-Baurat Stoll legte am 3. Februar 1950 den Räten den Entwurf eines Bebauungsplanes vor, der auf das Wohlwollen der Runde stieß. Auch bei der öffentlichen Auslegung im Rathaus vom 24. Februar bis 2. März 1950 erhob niemand Einwände, so dass der Schultes den Entwurf zur Genehmigung ans Landratsamt Vaihingen schicken konnte. Im August 1950 genehmigte das Gremium den Antrag von Bammesberger, die Hauptleitung zum benachbarten Wasserreservoir der Kommune anzapfen zu dürfen (STAM, Li B 324, S. 8, 12 und 35). Der Metzgermeister baute 1951.

Den Bebauungsplan Spottenberg gibt es, doch nur für das Gebiet südlich der neuen Steige (Plan: Stadt Mühlacker, 2020)

Wo steckt dieser Teilbebauungsplan Spottenberg? Im Stadtplanungsamt Mühlacker liegen aus Lienzingen verschiedenste Bebauungspläne und Baulinienpläne von vor der Gemeindereform. Der älteste ist von 1896 (Baulinienplan Schützinger Straße). Nicht aber jener aus dem Jahr 1949/50. Ich gehe eher davon aus, dass der Bebauungsplan eben nie zu Rechtskraft kam, vermutet der zuständige Leiter des Stadtplanungs- und Baurechtsamtes im Mühlacker Rathaus, Armin Dauner (Mail vom 13. November 2020 an den Autor). Darauf weise ja auch hin, dass der Bebauungsplan Anfang der 50er von den Behörden für eine dortige Bebauung mehrfach gefordert wurde, er aber offenbar 1958 noch immer nicht auf den Weg gebracht, geschwiege denn beschlossen worden sei. Ein Bebauungsplan Spottenberg existiert, es handelt sich aber um den Bereich südlich der Serpentinenstrecke, der von der Schützinger Straße erschlossen wird. Aber dazu gibt's bald eine Extra-Geschichte hier im Blog.

Kaum war seine Jagdhütte fertig, offenbarte Friedrich Münch neue Ideen. Am 15. Dezember 1952 informierte der Bürgermeister in der Ratssitzung über den Plan, gleich daneben westlich und somit unterhalb des Wasserhochbehälters der Gemeinde ein Wohngebäude mit Garagen zu erstellen. Allmendinger legte die Pläne vor, die Bürgervertreter segneten sie ab und boten an, nötigenfalls ein Teil des der Kommune gehörenden Grundstücks dafür abzutreten, die Leitung zum Wasserreservoir müsse auf jeden Fall freibleiben (STAM, Li B 324, S. 146).

  • Fabrikant lockte mit einer Fabrik in Lienzingen als Gegenleistung

Entgeltbuch der Firma Münch für Heimarbeiter

Heimarbeiter-Buch: Einträge im Jahr 1964 (Repro: Günter Bächle)

Im März 1953 kehrte das Thema wieder ins Ortsparlament zurück. Die Niederschrift über die Sitzung am 11. März lässt erahnen, dass das Projekt einer besonderen Unterstützung durch die Kommune bedurfte – der Fabrikant lockte mit einer Fabrik in Lienzingen als Gegenleistung. Allmendinger sprach von einem Jagdhaus, worin der Bauende Wohnung nehmen möchte neben der kleineren Jagdhütte. Münch befasse sich mit dem Gedanken, im Anschluss an die Erstellung seines Jagdhauses auch einen Zweigbetrieb in Lienzingen zu errichten. Dafür käme ein größeres Areal am östlichen Ortsrand in Frage, welches feil sei und von der Gemeinde wahrscheinlich erworben werden könnte. Für seinen Betrieb, so argumentierte der Bürgermeister, benötige Münch vornehmlich weibliche Arbeitskräfte, die in der Gemeinde wahrscheinlich ausreichend zur Verfügung stehen dürften. Manche Frau könne sich so neben dem Verdienst ihres Mannes ein zusätzliches Einkommen sichern.

Leider hätten sich nach einem Lokaltermin und einer Besprechung am 6. März 1953 sowohl Bauberater Stoll vom Innenministerium Baden-Württemberg als auch Kreisbaumeister Aeckerle vom Landratsamt Vaihingen gegen das Projekt ausgesprochen, so Allmendinger weiter. Dabei liege das potenzielle Baugelände keineswegs in einem Naturschutzgebiet. Doch es gäbe einen schmalen Silberstreif am Behördenhimmel: Zwei Tage zuvor habe bei einer Ortsbesichtigung  die Kreisnaturschutzbehörde angedeutet, unter gewissen Bedingungen zustimmen zu können – so bei einer Anpassung des Baukörpers ans Gelände. Der Gemeinderat war sauer, das wurde in der anschließenden Diskussion deutlich. Er fühlte sich - bei allem Verständnis für die Bemühungen der beiden Organe zur Erhaltung des Ortsbildes – als Herr im eigenen Haus und wollte die Entwicklung der Gemeinde nicht hemmen lassen.

  • Gemeinderat ermächtigte Bürgermeister, Münchs Bauvorhaben durchzusetzen

Die Bürgervertreter lobten, dass Münch nicht ohne Beachtung der zu erwartenden Bauvorschriften der Baubehörde sein Haus errichten lassen wollte. Im Klartext: Ein Pluspunkt für Münch, dass er nicht einfach schwarz bauen wollte – eine Erwartung, die sich als Irrtum erwies. Zudem steht im Protokoll, der Gemeinde entstünden keine Kosten (…) Als Pächter der Gemeindejagd habe Herr Münch jederzeit kulant gehandelt. Wenn nun nach der Erstellung des geplanten Jagdhauses ein Fabrikbetrieb folge, würde dies für die Gemeinde in ihrer Entwicklung viel bedeuten. Im Nachhinein ist diese Haltung nur zu verstehen vor dem Hintergrund, dass Lienzingen händeringend nach ansiedlungswilligen Industriebetrieben suchte und dabei bis dato weitgehend erfolglos agierte. Also ermächtigte der an diesem 11. März 1953 siebenköpfige Gemeinderat den Bürgermeister zur Einleitung sämtlicher Maßnahmen, die das Ziel haben, das Bauvorhaben des Herrn Münch durchzusetzen (STAM, Li B 324, S. 159 f).

Das Thema tauchte in den Ratsprotokollen erst eineinhalb Jahr später wieder auf. Kurze Passagen, die aber belegten, dass hartnäckig und zielstrebig an der Realisierung der Baupläne für ein Sommerhaus gearbeitet wurde – eine Bezeichnung für das anvisierte Gebäude, die übereinstimmend in den Lienzinger Ortsbüchern von 1970 und 2016 gewählt wurde. Am 4. Oktober 1954 stimmte der Gemeinderat dem Verkauf der Parzelle Nummer 2300, ein Acker im Spottenberg, und der Nummer 2301/1, Acker daselbst, zu. Münch bezahlte für die zusammen 8 Ar und 20 Quadratmeter genau 200 Mark.

  • Einzäunung nachträglich vom Gemeinderat genehmigt
Ein Ortskern wie aus dem Bilderbuch - Lienzingen vom Münch-Haus aus

Der Fabrikant hatte auch private Flächen zugekauft, um sein Einfamilienhaus in der Art eines Schweizerhauses verwirklichen zu können, so der Bürgermeister in der Ratssitzung vom 6. April 1955. Weil Münch inzwischen eine Steinobstanlage geschaffen hat mit zwölf Wasserzapfstellen, bat der Gemeinderat den potenziellen Bauherrn, an erforderlichen Stellen einen Wasserzähler einzubauen. Zuvor hatte er jeweils sechs Mark pro Person und Jahr pauschal für Wasserbezug bezahlt. Der Gemeinderat stimmte zudem – ohne Einwände – den vorgelegten Bauplänen fürs Haus zu. Im folgenden Tagesordnungspunkt segnete das Gremium nachträglich die Einzäunung des gesamten Münch-Areals am Spottenberg einschließlich des Wasserreservoirs der Kommune ab (STAM, Li B 324, S.  236 f und Li B 325, S. 19 f).

Der Plan für das so genannte Sommerhaus von März 1955 stammt von Ernst Speidel aus Gerlingen, Regierungsbaumeister, Architekt und Professor an der Höheren Bauschule in Stuttgart. Er beantragte für das Anwesen Münch, heute Schönblickweg 11, die Erstellung eines Einfamilienhauses auf den Parzellen 2298/2299/2300. In den Erläuterungen zum Bauwerk schreibt Speidel: Umfassungswände teils massiv, teils Fachwerk verschalt. Remy-Decke über dem Untergeschoss, über dem Erdgeschoss eine Holzbalkendecke, Dachdeckung mit Flachdachpfannen. Kachelofenheizung, überbaute Fläche 116 Quadratmeter. Baukosten circa 22.000 DM (STAM, Li A 82-16). Architekt Speidel hatte einen Namen. So entwarf er auch die 1965 eingeweihte Matthäuskirche in Gerlingen. In Mühlacker war der Hochschullehrer nicht unbekannt, denn er entwickelte zusammen mit Studenten das Konzept einer neuen Stadtmitte, das er im März 1939 dem Gemeinderat vorlegte  - der Kriegsbeginn sechs Monate später sorgte dafür, dass der Entwurf Papier blieb (Marlis Lippik, Die Frage einer Stadtmitte, in: Historische Streiflichter, Teil 2, S. 33 f, Verlag Regionalkultur, 2005).

  • Das entstehende Wohnhaus zeitweise ein Schwarzbau

Die Hausbau-Geschichte vom Spottenberg entwickelte sich langsam zu einer Art Possenspiel. Nach dem Bautagebuch für die Gemeinde Lienzingen, angelegt am 1. Januar 1937, beendet am 31. Dezember 1956, wurde am 12. April 1955 der Bauantrag für ein Einfamilienhaus eingereicht und – nach einer Befreiung durch das Regierungspräsidium - am 20. September 1955 genehmigt (STAM, Li A 810). Eine Hängepartie. Denn der Naturschutz und das Regierungspräsidium Nordwürttemberg sahen durch einen weiteren Bau das prägnante Bild des Spottenberg beschädigt, verwiesen auf das Bauverbot im Außenbereich. Münch versuchte auch hier, ein Lockmittel einzusetzen und bot an, ein vier Ar großes Gelände in der Nähe als Vogelschutzgehege anlegen zu lassen. Doch die Stuttgarter Behörde lehnte ab, beide Themen miteinander zu verquicken.

In der Jagdhütte Münch: Bürgermeister Richard Allmendinger (im Vordergrund), Friedrich Münch (im Hintergrund, links), 1957 (STAM, 29-01 Li)

Formal hatte der Unternehmer das getan, was vor einer Baumaßnahme getan werden muss: Er reichte den Bauantrag ein, erhielt Monate später die Genehmigung. Was in keinem Ratsprotokoll, dafür in der Bauakte bei der Stadtverwaltung Mühlacker steht: Das entstehende Wohnhaus war zeitweise ein Schwarzbau. Denn der Ungeduldige wartete nicht die Genehmigung ab, sondern schuf kurzerhand Fakten. Erst nach Wochen entdeckten Baukontrolleure, dass die Betonarbeiten an dem Objekt schon weit fortgeschritten waren. Seufzend schrieb ein Beamter des Regierungspräsidiums, das Vorhaben sei schon so weit gediehen, dass sich ein Prozess nicht mehr lohne – und ließ das nachgeordnete Landratsamt das Wohnhaus mit Garagen am 20. September 1955 genehmigen, befreite auch diesmal vom Bauverbot. Über eine Strafe für den Gesetzesverstoß steht nichts in den Akten. Freilich: Im Lageplan vom 31. März 1955, als Teil des Bauantrags, ist das Haus Bammesberger schon als Bestand eingezeichnet. Auch diese Plänen stießen nicht auf ungeteilte Zustimmung der Ämter.

Aus den Akten ergibt sich nicht, wann das Wohngebäude Münch konkret bezugsfertig war. Wohl 1957, denn dies lässt sich aus dem Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 11. Oktober 1957 entnehmen. Darin wird Bürgermeister Allmendinger mit der Aussage zitiert: Herr Münch hat sich in exponierter Lage ein ins Auge fallendes Wohnheim mit besonderer Anlage geschaffen, wo er jetzt Wohnung bezog.

  • Heftiger Widerstand gegen geplanten Anbau - gleichzeitig Spendenzusage
Das Baugesuch von 1955 für das Wohnhaus auf dem Spottenberg

Wer nun meinte, damit sei die Sache erledigt, sah sich getäuscht. Drei Jahre später schon schob Münch einen Antrag auf Erweiterung nach. Ob dies eine bewusste Salamitaktik war, lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen, das Verfahren sah jedoch ganz danach aus. 1958 lag das Baugesuch auf Erweiterung vor, das bei den Fachbehörden teilweise wieder auf heftigen Widerstand stieß. Es betraf die vier Jahre zuvor von der Kommune erworbenen Grundstücke Nummer 2300 und 2301/1, der Anbau sollte in westlicher Richtung erfolgen.Trotz Einsprüchen des Naturschutzes standen Gemeinderat und Bürgermeister fest hinter dem Projekt. Im Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 31. Oktober 1958 wurde der Schultes zitiert mit dem Satz: Dass er sich in unserer Gemeinde stets wie zu Hause fühlt, beweist seine von ihm geschaffene schöne Wohnanlage in hervorstechender Lage in unserer Gemeinde, wohl am deutlichsten. Im selben Punkt 7 der Tagesordnung tauchte eine überraschende Formulierung auf: Herr Münch hat vor kurzem der Gemeinde für den Bau einer Kinderschule eine Spende von 40.000 DM zukommen lassen, die es ihr ermöglicht, die schon seit langem notwendige wohltätige Einrichtung in der Gemeinde zu schaffen. Gleichzeitig wird erstmals die Möglichkeit angedeutet, Münch durch die Ehrenbürgerschaft zu ehren.

Ausgerechnet in der Ratssitzung einen Tag vor Heiligabend des Jahres 1957 entlud sich der Ärger des Bürgermeisters über Gemeinderat Erwin Bonnet. Hintergrund: Seine in Mönsheim lebenden zwei Geschwister, für die er Vormund war, gehörte ein Grundstück, auf dem Münch sein Freibad - im rückwärtigen Bereich seines Anwesens auf dem Spottenberg – angelegt hatte mit Blick auf alten Ortskern und unbebauter Landschaft bis Schmie. Der Fabrikant bot an, das Grundstück gegen eine ihm schon gehörende Fläche nördlich des Wasserhochbehälters zu tauschen. Weil aber in der Sache nichts voranging, sprach er Ratsmitglied Erwin Schmollinger an, der das Thema dann in besagter Sitzung vorbrachte. Bonnet erklärte, das sei seine Privatsache, zudem habe das Vormundschaftsgericht die Hand drauf und es sei für ihn schwer, wenn nicht gar unmöglich, vor dem Tod seiner Geschwister der Eigentümer zu werden. Gleichzeitig wandte er sich dagegen, als Gemeinde ein Pfand aus der Hand zu geben, worauf Allmendinger der Kragen platzte, was damit endete, dass Bonnet unter Protest den Ratssaal verließ, obwohl ihn der Vorsitzende zum Verbleib ermahnte. Ins Protokoll schrieb der Schultes, Bonnet zeige ein völlig unbeteiligtes Mitwirken im Gemeinderat, wohl weil er nicht mehr stellvertretender Bürgermeister geworden sei (…) Dass anschließend auch harte Worte gefallen sind, lässt sich wohl nicht verdenken (STAM, Li B 324, S. 184 f).

  • Über der Hauptleitung zum Wasserreservoir gebaut
Bis 1974 Hochbehälter von Lienzingen, auf dem Spottenberg innerhalb des Anwesens Münch (Foto: Günter Bächle, 2020)

Der Gemeinderat stimmte am 2. April 1958 dem Baugesuch für den Anbau zu, obwohl die Kommune beim Verkauf der dafür nun verwendeten Grundstücke 2300 und 2301/1 an Münch von diesem die Zusage erhielt, diese nicht für Bauzwecke in Anspruch zu nehmen, weil in ihnen die Hauptleitung der Gemeinde zum Wasserhochbehälter lag. Diese Position räumte das Ortsparlament nun plötzlich und geräuschlos ab, weil die Leitung 1,60 Meter tief verlaufe und Nachteile nicht zu befürchten seien, da sich darüber nur ein Teil des Heizraumes befinden werde. Allerdings bestand das Regierungspräsidium Nordwürttemberg darauf, den entsprechenden Grundbucheintrag zugunsten der Gemeinde zu löschen, was am 9. Mai 1958 auch vom Rat beschlossen wurde. Zudem trat per Ratsentscheidung vom 23. Dezember 1958 die Kommune einen Teil der Parzelle Nummer 2303, neben dem Wasserreservoir, im Tausch an Münch ab, der ein Aufgeld von 107 Mark zu bezahlen hatte (STAM, Li B 324, S. 200, 207 f und 242).

Im Hintergrund liefen Gespräche und Briefwechsel zum umstrittenen Anbauantrag. Bürgermeister Allmendinger ärgerte sich mächtig, als er durch einen an ihn adressierten Brief des Architekten Speidel erfuhr, dass sich der Kreisbeauftragte für Naturschutz, Friedrich Todt, im Hauptberuf Rektor der Volksschule Mühlacker, gegen das Projekt ausgesprochen habe. Daraufhin ließ die Bauberatungsstelle beim Regierungspräsidium Nordwürttemberg erkennen, dass sie deshalb dem Antrag wenig Erfolgsaussichten einräumt. In einem Schreiben an Todt (ohne Datum) zeigte sich der Schultes enttäuscht und erbost, denn Todt habe bei der letzten Dienstbesprechung im Mühlacker Heimatmuseum den Eindruck erweckt, dem Baugesuch zumindest nicht ablehnend gegenüber zu stehen. Ich sehe mich genötigt, Ihnen zu sagen, dass ich eine offene freimütige Äußerung viel eher schätze als eine Auslegung, die im Endeffekt nicht der tatsächlichen Auffassung entspricht. Er bat Todt dringend, baldmöglichst zu einer Begehung an Ort und Stelle zu kommen, um die strittigen Fragen zu besprechen.

  • RP Nordwürttemberg sieht für Antrag wenig Erfolgsaussichten

Um unnötige Kosten zu ersparen, solle die Gemeinde Lienzingen den Bauwilligen zu veranlassen, seinen Antrag zurückzuziehen, schrieb am 30. Juli 1958 das Landratsamt Vaihingen an das Bürgermeisteramt. Es war die Fußnote zu einem eineinhalbseitigen Schreiben des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg (RP) vom 21. Juli 1958 an das Landratsamt (Aktenzeichen Nr. I 5 Ho – 35 – Münch, Friedrich/4). Demnach schloss sich die Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege dem Gutachten der Kreisstelle für Naturschutz und Landschaftspflege an. Dem Erweiterungsbau stünden erhebliche Rücksichten auf die Landschaft entgegen. Gleichzeitig erinnerte das RP daran, dass im Herbst 1955 beim Bauantrag für das inzwischen realisierte Einfamilienhaus ein Weg gefunden worden sei, um diesen Neubau gerade noch vertretbar erscheinen zu lassen. Zu diesen Bedenken landschaftlicher Art kämen auch noch weitere im Hinblick auf die Bebauungsplanung von Lienzingen. Deshalb scheide eine Befreiung für den gewünschten Anbau aus. Gleichzeitig deutete das RP an, nicht grundsätzlich gegen die vom Landratsamt beantragte gemeinsame Ortsbesichtigung zu sein.

Freie Sicht auf die Landschaft über Lienzingens Markung hinaus, vorne das Scherbental (Foto: Günter Bächle)

In einem Neun-Zeiler an Professor Ernst Speidel schrieb Allmendinger am 29. August 1958, eine gegenseitige Aussprache mit Herrn Münch sei zunächst am zweckmäßigsten, zu der er sich gerne bereithalte (STAM, Li A 82/16). Zu dem Treffen auf dem Spottenberg kam es Monate später, Todt sagte dann doch noch Ja. Nach kleineren Korrekturen an den Plänen erreichte der Wahl-Lienzinger wieder eine Befreiung vom Bauverbot im Außenbereich - mit Auflagen zu Gestaltung und Farbgebung akzeptierte das Regierungspräsidium Nordwürttemberg im September 1960 das Vorhaben. Somit lagen zwischen Bauantrag und -genehmigung fast zweieinhalb Jahre. Eine ungewöhnlich lange Verfahrensdauer, ein steiniger Weg, aber letztlich gaben die Behörden wieder klein bei.

  • Garagen, Obstkeller und Warmwasserheizung

Allerdings sagen die Ratsprotokolle nichts aus, wann das Landratsamt in Vaihingen die Erweiterung genehmigte. Die Bauakten verraten es. In den folgenden eineinhalb Jahrzehnten waren es nur kleinere Vorhaben, die auch im Gemeinderat behandelt wurden. Die Kommune hatte keine baurechtliche Zuständigkeit, musste aber zu Bauanträgen als sogenannter Träger der Planungshoheit das Einvernehmung herstellen. Über die Anträge entschied die Kreisverwaltung in Vaihingen, von 1973 an jene des Enzkreises in Pforzheim. Komplettiert wurden die baulichen Anlagen des Mühlacker Fabrikanten später durch drei Garagen und einen Obstkeller (Sitzung vom 22. Juli 1966), dann baute Witwe Berta die Jägerstube in dem Wohnhaus um und ließ eine schon installierte Warmwasserheizung nachträglich genehmigen (27. Februar 1969). Nur noch zwei Zeilen im Protokoll der Sitzung vom 11. Januar 1974 benötigte der Bürgermeister für einen Um- und Anbau an das bestehende Jagdhaus, ohne dass Näheres erläutert wurde – letztlich stellte das Landratsamt immer eine Genehmigung aus (STAM, Li B 326 und 327, S. 234, S. 99).

Der Münch-See im Katzenwald inzwischen weitgehend ausgetrocknet (Foto: Günter Bächle, 2016)

Friedrich Münch und Lienzingen: Das waren aber auch Jagdpacht, Fischgewässer und Seen im Scherbental. Seit 1933 Jagdpächter, blieb die Jagd bis 2018 in den Händen der Familie – zuerst Friedrich, dann Witwe Berta und schließlich Tochter Susanne, letztere ging aber selbst kaum auf die Pirsch. Bei der in all den Jahren einzigen Ausschreibung der Jagd 1948 bewarb sich neben dem Fabrikanten aus Mühlacker der Nussdorfer Baustoffgroßhändler Heinrich Taxis. Der Gemeinderat votierte am 16. März 1948 für Münch, der sich in jeder Hinsicht als würdiger Pächter bewiesen habe, heißt es im Protokoll. Die jährliche Pacht betrug unverändert 1200 Reichsmark, der Vertrag lief sechs Jahre (STAM, Li B 323, S. 71), das Ortsparlament verlängerte ihn am 28. Februar 1954 um neun Jahre, legte die Konditionen aber erst später fest, weil noch rechtliche Unklarheiten bestünden durch Änderungen des Landesjagdgesetzes. Das holte das Gremium am 30. April 1954 nach, beschloss 1800 Mark als jährliche Pacht, wobei nun Prokurist Alfred Münch zweiter Pächter wurde (STAM, Li B 324, S. 203 und 210).

  • Er wünsche in Lienzingen Ruhe und Erholung zu finden

Differenzen zwischen Landratsamt und Gemeinde entstanden, als die Kommune auf den Ersatz des Wildschadens durch Münch in den Jahren 1951 und 1952 verzichtete. Die Kreisverwaltung forderte, die zusammen 520 Mark und 80 Pfennig nachträglich zu verlangen. Doch der Gemeinderat stellte sich in seiner Sitzung am 28. März 1956 quer: Wohl wäre der Jagdpächter verpflichtet gewesen, den Schaden zur Hälfte zu ersetzen, doch habe Münch in den Nachkriegsjahren  stets das volle Jagdpachtgeld bezahlt und nicht wegen des Verbots der Alliierten zur Führung von Feuerwaffen nur ein Viertel. Das Gremium wolle das gute Einvernehmen mit dem Fabrikanten nicht stören und entschied, auf das Geld zu verzichten (STAM, Li B 325, S. 86 f).

Der Friedrich-Münch-Kindergarten, weitgehend bezahlt durch eine Spende von Friedrich Münch (Foto: Günter Bächle, 2018)

Obwohl der Vertrag über die Jagd immerhin noch bis 1963 lief, verlängerte ihn der Gemeinderat schon am 11. Dezember 1959 um nochmals neun Jahre – gerechnet aber erst vom 1. April 1963 an. Der Bürgermeister verwies auf eine hochherzige Spende von 45.000 Mark für den Bau des Kindergartens (an anderer Stelle des Protokollbuches werden 40.000 Mark genannt), auf die besten Beziehungen zwischen Kommune und Münch, der immer korrekt und kulant gehandelt habe. Der Gemeinderat stimmte zu, legte die Pacht auf 2000 Mark jährlich fest. Münch bezahlte 1960 im Voraus 24.000 Mark für die folgenden zwölf Jahre (STAM, Li B 325, S. 310). Der Vertrag ging nach dem Tode von Friedrich Münch 1967 auf seine Witwe über. Wieder verlängerte das Gremium ihn vor der Zeit um nochmals zwölf Jahre, obwohl er erst 1972 ausgelaufen wäre. So aber beschlossen die Räte am 1. August 1969 eine weitere Laufzeit bis 31. März 1984, erhöhten den Pachtzins auf 3000 Mark, die Berta Münch auf einen Schlag im Voraus an die Kommune überwies. Gleichzeitig lieh sie der Gemeinde 36.000 Mark, zu verrechnen mit noch zu gewährenden Spenden, so dass klar war: Lienzingen musste das Geld nicht zurückbezahlen (STAM, Li B 327, S. 289 f). 18.000 Mark wurden verrechnet mit einer Spende anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Firma Münch für die Erweiterung des Kindergartens, wie Allmendinger in der Ratssitzung am 18. September 1970 berichtete (STAM, Li B 328, S. 44), auf den Rest finden sich keine Hinweise in den Protokollen.

  • Münch reaktivierte ehemaligen Feuersee im Katzenwald

An Ideen mangelte es dem umtriebigen Unternehmer nicht. So regte er 1954 an, den ehemaligen Feuersee im Katzenwald wieder als See anzulegen. Er wäre der Gemeinde außerordentlich dankbar, wenn ihm dadurch zu seiner Jagd die Möglichkeit gegeben werde, nebenbei auch etwas Fischzucht und anderes zu betreiben. Er wünsche in Lienzingen Ruhe und Erholung zu finden, ist im Protokoll der Ratssitzung zu lesen. Münch sagte zu, die Kosten zu tragen. Der Gemeinderat folgte dem Vorschlag des Bürgermeisters, zwei oder drei vor dem See liegende Wiesen aufzukaufen und diese mit den zu verpflanzenden Pappeln und Erlen aufzustocken. Der Erwerb funktionierte, Münch übernahm die dabei angefallenen Ausgaben von 330 Mark. Insgesamt erstattete er der Kommune 936 Mark, die diesen Betrag für die Verlegung der Wasserleitung zum Schulhausbau verwendete  (STAM, Li B 324, S. 208, S. 212 und Seite 233). Im Mai 1960 verlängerte der Gemeinderat den Pachtvertrag mit Münch für das Fischwasser der Schmie und des Scherbentalbaches bis 1972. Der jährliche Pachtzins: 100 Mark (STAM, Li B 326, S. 40).

Modisch: Produktion der Firma Friedrich Münch in den Waldäckern (Foto: Günter Bächle, 2016)

Handle und frage erst danach – nach diesem Motto verfuhr der Fischwasserpächter beim Einbau von acht Staustufen im Scherbentalbach. Der Gemeinderat kritisierte dies nicht, sondern stimmte am 12. Oktober 1962 nachträglich zu. Die Aufstauung von 40 Zentimeter stelle keine Beeinträchtigung dar. Immerhin ermahnte das Gremium Münch und seine Helfer, bei der Ausübung ihres Sports Flurschaden zu vermeiden. Sanfte Kritik? (STAM, Li B 326, S. 170). Der Fabrikant plante, im Gewann Stöcklesbrunnen zirka 50 Ar Wiesengrundstücke zu kaufen, um dort auch einen Fischteich anzulegen, womit sich das Ortsparlament am 30. September 1966 beschäftigte. Zwar führe dorthin kein gemeindeeigener Weg, so dass Komplikationen auftreten könnten mit den Grundstücksbesitzern, doch das Gremium glaube, Münch werde diese dann ausräumen (STAM, Li B 327, S. 111).

  • Ehemalige Pflanzschule zur Lagerung von Wildfutter und zur Anlegung als Wildwiese

Berta Münch, Witwe des 1967 gestorbenen Unternehmens, beantragte 1971 erfolgreich, den Pachtvertrag für die Fischgewässer Schmie und Scherbentalbach bis 31. Oktober 1984 zu verlängern, gleichzeitig auch für den gemeindeeigenen, einen Ar großen Vorplatz vor der Jagdhütte Münchhausen – Parzelle Nummer 4762 – im Trinkwald. Die Räte votierten am 11. Juni 1971 dafür (STAM, Li B 328, S. 98).  Schließlich folgte noch ein weiterer Pachtvertrag bis 31. März 1984 mit Berta Münch, und zwar für die ehemalige Pflanzschule mit Schutzhütte im Katzenwald zur Lagerung von Wildfutter und zur Anlegung als Wildwiese. Pachtpreis pro Jahr: 100 Mark. Den Beschluss fasste der Gemeinderat am 10. Mai 1974 (STAM, Li B 328, S. 299).

Mein Geschenk von Münch zur Konfirmation

Friedrich Münch und Lienzingen. Die Gemeinde und die Kirche fanden immer wieder bei ihm Förderung und Unterstützung, lobte Friedrich Wißmann im Ortsbuch Lienzingen (1970, Walter-Verlag, Ludwigsburg, S. 318). Dem Ort tief verbunden, förderte er verschiedene Projekte mit größeren Geldbeträgen, schrieb Konrad Dussel – übereinstimmend damit - im neuen Ortsbuch (2016, Verlag Regionalkultur, S. 224 ff).  Friedrich Münch war ein Visionär, Mäzen und Menschenfreund und  Gegner des Naziregimes, sagte Dieter Schweikert, von 1967 bis 2010 bei Münch, anfangs als Versandleiter, dann in der Arbeitsvorbereitung und später im Außendienst in seinem Vortrag Anfang 2018 im Ratssaal Mühlacker während der Ausstellung Mühlacker – Industrie im Wandel.  Immer wieder finden sich Passagen in den Protokollbüchern des Lienzinger Gemeinderats über Spenden, die speziell an die Kommune flossen:

  • Im Jahr April 1948: Für die Instandsetzung und Einrichtung der Kanzlei im Lienzinger Rathaus – Bürobereich des jungen Bürgermeisters Richard Allmendinger (STAM, Li B 323, S. 83). In diese Zeit fiel auch die neue Vergabe der Gemeindejagd
  • Im Jahr 1957: Für den Ausbau des seinen Namen führenden Waldsträßchens 8000 Mark
  • Sommer 1964: Zur Einweihung des neuen Sportplatzes 500 Mark
  • Sommer 1966: Für die Finanzierung der neuen Turn- und Gemeindehalle spendierte Münch anlässlich seines 70. Geburtstages 10.000 Mark. Zur Einweihung der Halle am 14. Oktober 1967 lud die Gemeinde auch Münch-Witwe Berta ein (STAM, Li B 327, S. 182)
  • September 1970: Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Firma Münch 18.000 Mark für die Erweiterung des nach dem Firmengründer benannten Kindergartens.

Weitaus wichtiger für Lienzingen: die Finanzierung des neuen (und ersten) Kindergartens. Münch habe der Gemeinde den Wunsch angetragen, für den Ort ein Kinderschulgebäude zu erstellen. Dem Fabrikanten sei bekannt, dass die Gemeinde neben dem anstehenden Neubau der Schule nicht in der Lage wäre, zugleich auch eine Kinderschule zu bauen, die seitens der Einwohnerschaft so sehr gewünscht werde, wird Bürgermeister Allmendinger in der Niederschrift über die Sitzung am 11. Oktober 1957 zitiert. Den Bauplatz hatte die Gemeinde schon, den ehemaligen Garten der Familie Dr. Otto Schneider. Der Unternehmen plante ursprünglich, den Bau selbst in Auftrag zu geben. Zusammen mit Schultes und Architekt Jakob Buck hatte Münch das moderne Gebäude in Sonthofen besichtigt, welches dem edlen Spender besonders gefiel. Der Gemeinderat zeigte sich über die hochherzige Absicht des Herrn Münch sehr erfreut. Die materielle Hilfe sei einmalig in der Geschichte der Gemeinde. Zu gegebener Zeit solle dem Fabrikanten besonderer Dank erwiesen werden.

  • 40.000-Mark-Spende für einen Kindergarten - oder waren es 45.000 Mark?
Daß er sich in unserer Gemeinde stets wie zu Hause fühlt, beweist seine von ihm geschaffene schöne Wohnanlage in hervorstechender Lage in unserer Gemeinde, wohl am deutlichsten (aus der Verleihung-Begründung)

Der Gemeinderat stimmte auch der Regelung zu, die Auffassung des Spenders solle in der Baugestaltung weitestgehend möglichst Berücksichtigung finden (STAM, Li B 325, S. 170). Ursprünglich sollte mit den Maurerarbeiten der örtliche Maurermeister Adolf Ölschläger von Münch beauftragt werden, der ihm schon seine Jagdhütte auf dem Spottenberg 1948/52 errichtet hatte. Doch im Protokoll der Ratssitzung vom 23. Dezember 1957 steht: Aus besonderen Gründen hat sich diese Sachlage geändert. Danach habe nun der Gemeinderat für den Bau des Kinderschulgebäudes völlig freie Hand erhalten, der daraufhin die Arbeiten öffentlich ausschrieb (STAM, Li B 325, S. 184). Münch spendete, so steht in den Aufzeichnungen des Bürgermeisters über die Ratssitzung vom 31. Oktober 1958, 40.000 Mark (STAM, Li B 325, S. 237).  Im Protokoll der Sitzung vom 11. Dezember 1959 werden 45.000 Mark genannt (STAM, Li B 325, S. 310). Die Lienzinger argwöhnten, die Spende sei als Buße für den Schwarzbau auf dem Spottenberg geflossen. Belege dafür gibt es in den Aufzeichnungen über die Ratssitzungen nicht.

Die nicht gerade finanzstarke Kommune wusste genau, was sie an dem Fabrikanten hatte. Sie revanchierte sich mit diversen Ehrungen. Am 11. Oktober 1957 beschloss der Gemeinderat gleich dreierlei: Dem neuen Kindergarten den Namen Friedrich-Münch-Schule zu geben (seinerzeit war es häufiger üblich, vom Kinderschüle statt vom Kindergarten zu sprechen), den im Katzenwald angelegten Fischteich als Münch-See zu bezeichnen und zu versuchen, das Gewann Spottenberg in Münchberg umzubenennen. Aus Letzterem ist allerdings nichts geworden (STAM, Li B 325, S. 171). Ein Jahr später erfolgte die Ernennung zum ersten Lienzinger Ehrenbürger. Nicht nur das: Seit 16. Juni 1966 gibt es auch eine Friedrich-Münch-Straße (ein Teilstück des Mühlweges ward umbenannt worden - von der Zaisersweiherstraße abzweigend bis zum jetzigen zweiten Fußballplatz) (STAM Li B 327, S. 92). Die Namensgebung dehnte der Gemeinderat dann am 4. Oktober 1968 auf das Baugebiet Scherbental aus – nördlich abgehend auch von der Zaisersweiherstraße (STAM, Li B 327, S. 92 und 233).

  • 1958 zum ersten Ehrenbürger ernannt
Industrie im Wandel am Beispiel der Firma Friedrich Münch. Ausstellung Anfang 2018 in der historischen Kelter in Mühlacker, veranstaltet vom Stadtarchiv Mühlacker zusammen mit dem Historiker Konrad Dussel

Was sich schon in den Beratungen zum Kindergartenbau im Oktober 1957 abgezeichnet hatte, wurde am 31. Oktober 1958 nichtöffentlich und einstimmig beschlossen: Fabrikant Friedrich Münch, Mühlacker, avancierte zum Ehrenbürger in Anerkennung und Würdigung seiner hervorragenden Verdienste. Gleichzeitig sollte Münch gebeten werden, falls ihm der Vorschlag des Gemeinderats, die Feier in der Kinderschule zu begehen, aus irgendeinem Grund nicht gegeben erscheine, selbst einen ihm genehmen Vorschlag zu unterbreiten. Münch akzeptierte in einem am 8. November 1958 geschriebenen Brief (STAM, Li B 325, S. 237 f und S. 23). Der Tagesordnungspunkt  dazu steht als Paragraf 7 in der Niederschrift und trägt die Überschrift: Ernennung des Herrn Fabrikanten Friedrich Münch, Mühlacker, zum Ehrenbürger der Gemeinde Lienzingen.

Die Begründung aus dem Protokollbuch:

Seit Jahrzehnten ist Herr Münch mit den Geschehnissen unserer Gemeinde eng verbunden. Als Pächter der Gemeindejagd seit dem Jahre 1933 hat sich Herr Münch in nimmermüder Hilfsbereitschaft, die immer dem Gedeihen unserer Gemeinde galt, hochverdient gemacht. Stets war er ohne jegliche Anregung bei besonderen Anlässen gerne bereit, durch namhafte Spenden die einzelnen Gemeindeangelegenheiten tatkräftig zu unterstützen. Sowohl die Evang. Kirchengemeinde wie auch die kulturellen Organe fanden jederzeit seine hilfsbereite Unterstützung. Daß er sich in unserer Gemeinde stets wie zu Hause fühlt, beweist seine von ihm geschaffene schöne Wohnanlage in hervorstechender Lage in unserer Gemeinde, wohl am deutlichsten. Herr Münch hat vor kurzem der Gemeinde für den Bau einer Kinderschule eine Spende von 40.000 DM zukommen lassen, die es ihr ermöglicht, die schon seit Langem notwendige wohltätige Einrichtung in der Gemeinde zu schaffen. Der Gemeinderat hat zwar schon sr. Zt. die Ernennung des Herrn Münchs zum Ehrenbürger in Erwägung gezogen; er musste jedoch aus wohlerwogenen Gründen jedoch vorerst davon absehen. Vor allem steht der Gemeinde kein geeigneter Raum zur Verfügung, in dem diese Auszeichnung in würdiger Form geschehen konnte. Der Gemeinderat hält aber den geeigneten Zeitpunkt für gekommen und hofft, die Ehrenbürger-Urkunde in Bälde in den Räumen der Kinderschule, die ja nach einem früheren Gemeinderatsbeschluss den Namen des Stifters bekommen wird, dem Ehrenden in einer würdigen Feier überreichen zu können (STAM, Li B 325, S. 237 f).

Das Haus auf der Bergnase. Der Traum des Friedrich Münch. (Foto: Antonia Bächle, 2020)

Nur eine Formsache war die Zustimmung des Gemeinderates am 6. März 1959 zum vom Bürgermeister vorgelegten Entwurf der Urkunden: Herrn Friedrich Münch Fabrikant - In Würdigung und dankbarer Anerkennung Ihrer großen Verdienste sowohl in wirtschaftlicher Beziehung als auch auf dem Gebiet des kulturellen Lebens der Gemeinde hat Ihnen der Gemeinderat am 31. Oktober 1958 das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Lienzingen verliehen. Bürgermeister (...)

  • Einmütig folgte das Gremium dem Wunsch der Witwe

Das Datum der Überreichung - vermutlich März 1959 - steht in keinem Ratsprotokoll, dafür das Gedenken an Münch in der Gemeinderatssitzung vom 14. Juli 1967: Er war am selben Tag verstorben. Die Ratsmitglieder erhoben sich zu seinen Ehren von den Plätzen. Einmütig folgte das Gremium dem Wunsch der Witwe, ihn auf dem freien Raum nördlich der Frauenkirche unmittelbar am Haupteingang des Lienzinger Friedhofs begraben zu dürfen (STAM, Li B 327, S. 177).

Damit endete das letzte Kapitel der ungewöhnlichen kommunalen Beziehungsgeschichte zwischen Friedrich Münch und der Gemeinde Lienzingen. Wobei nachzutragen wäre, dass die Fabrik, die Münch als Gegenleistung für die Genehmigung seines Wohnhauses in Lienzingen errichten wollte, nie gebaut wurde. Eine Firmenansiedlung gab es 1961, jedoch nicht von Münch: An der äußeren Brühlstraße entstand ein Zweigwerk der Mühlacker Firma Geissel. Das Pikante: Wilhelm Friedrich Geissel und Friedrich Münch hatten am 21. August 1920 zusammen einen gemeinsamen Betrieb gegründet, dessen erste Produktionsstätte die Kegelbahn des Gasthauses Scharfes Eck in Mühlacker war. Fünf Jahre später trennten sich die Wege der beiden Kompagnons.

Übrigens: Ich habe ihn noch, den Geldbeutel mit den goldigen Schuppengeflechten aus Metall! Ein Geschenk zu meiner Konfirmation, ein Geschenk mit Lokalhistorie. Die Konfirmanden-Präsente erinnern manche Lienzinger - nicht nur mich - noch an den Spender Münch. Die gleiche Börse habe ich auch - genauso unbenutzt, aber in Ehren aufbewahrt, schrieb ein Ex-Lienzinger aus dem Kreis Freudenstadt in einem Kommentar zu meinem Fundstück-Bericht. Und eine Lienzingerin freute sich: Wow, ich hatte auch eine, mit Bügel. Für Mädchen eben. Kurz und knapp eine andere Userin: Schönes Stück! Meine Mutter nähte in Heimarbeit zugeschnittenen Stoff zu Täschchen, ich musste auf dem Weg von und zur Realschule abholen und sie fertig wieder abliefern.

Das Unternehmen gibt es noch, den Konfirmationsbrauch nicht mehr.

Letzte Ruhestätte neben der Frauenkirche Lienzingen (Fotos: Günter Bächle, 2020)

 

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