Er stand als Opernsänger auf den großen Bühnen der Welt, blieb aber immer bescheiden und seiner Heimat verbunden: Gottlob Frick, vor 100 Jahren in Ölbronn geboren. Bevor er sein Talent als Bass zum Beruf machen konnte, absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung bei der Firma Händle in Mühlacker. Und er fühlte sich in unserer Stadt auch später noch heimisch, gab mit dem Liederkranz Konzerte, kehrte in der Kanne in Dürrmenz ein, hatte einen seiner letzten Auftritte – mit 77 Jahren – kurze Zeit nach der Eröffnung im Mühlehof.
Seit heute heißt der große Saal des Mühlehofs Gottlob-Frick-Saal. Vor dem großen Opernabend, den die Gottlob-Frick-Gesellschaft unter dem Titel „Bassissimo – in memoriam Gottlob Frick“ anschließend in dem voll besetzten Saal präsentierte, stand die Enthüllung der neuen Beschriftung. Der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats hatte noch vor der Sommerpause diese Namensgebung beschlossen. Alternativ war überlegt worden, eine Straße nach dem unvergesslichen Opernstar zu benennen.
Ja, es war heute ein beeindruckender Opernabend – mit vielen auch international bekannten Gästen wie den Kammersängern Benno Kusche, Theo Adam, Raimund Gilvan und, als Nachwuchstalent aus China, Kevin Shen. Die meisten der Opernsänger begnügten sich mit dem Zuhören und Zuschauen, als Solisten sangen Günther Groissböck, Tomasz Konieczny und Florian Plock auf der Bühne des Mühlehofs. Arien, Duette und Szenen aus Opern von Verdi, Mozart, Wagner, Lortzing, Rossini und Nicolai standen auf dem Programm und führten zu Beifallsstürmen.
Mühlacker und Gottlob Frick – das gehört zusammen. Die Namensgebung verstärkt diese Verbindung und gibt Hoffnung auf weitere unvergessliche Opernabende in unserem Mühlehof, ausgerichtet von der Gottlob-Frick-Gesellschaft.
Aber wir wollen nicht vergessen, dass im Theaterprogramm der Stadt das ganze Jahr über immer wieder auch Schauspieler auftreten, die einen Namen haben – die Stars sind. Keineswegs wird dies immer so wahrgenommen. Eigentlich schade! Mühlacker muss sich auch auf diesem Gebiet seiner kulturellen Stärken bewusst werden - und zudem den Mühlehof so pflegen wie auf den heutigen Gottlob-Frick-Abend.
Zurück zu Gottlob Frick: Als junger Volontär des Württembergischen Abendblattes, der Bezirksausgabe der Pforzheimer Zeitung für den damaligen Kreis Vaihingen, war ich dabei, als ihm Landrat Erich Fuchslocher im Landratsamt an der Franckstraße in Vaihingen das Bundesverdienstkreuz überreichte. Das war vor mehr als 35 Jahren. Die Ehrung erfolgte in kleinem Kreis und galt einem Mann, der besonders freundlich und ganz bescheiden auftrat.
Samstag, 14. Oktober 2006
Gottlob Frick oder Der Opernstar und seine Stadt
Geschrieben von Günter Bächle
in Zur Person
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22:23
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Mittwoch, 26. Oktober 2005
30 Jahre und immer noch kein Ende
Dreißig Jahre Stadtrat. So was muss schließlich geehrt werden: Mit einer Nadel des Städtetags Baden-Württemberg und natürlich einer Urkunde. So ist es gestern Abend geschehen. Dreimal 30 Jahre Gemeinderat: Rolf Leo (FWV), Erika Langner (CDU) und ich. 30 Jahre, das waren 693 Gemeinderatssitzungen. Die Stadtverwaltung errechnete dafür 2000 Stunden, was einem Jahr Arbeitszeit entspricht. Ausschuss- und Fraktionssitzungen ergeben ein weiteres Jahr. Anrufe von Bürgern, daraus resultierende Anfragen und Gespräche mit der Verwaltung nicht mitgerechnet. Vom Lesen der Sitzungsvorlagen ganz zu schweigen. Meistens muss der Sonntag herhalten. Und die Kinder müssen vertröstet werden.
Aber: Kommunalpolitik macht Spass. Man sieht die Ergebnisse seiner Arbeit. Aber auch die Misserfolge. Wer im Kommunalen mitmischen will, muss die Bürgernähe wahren. Was mir wichtig war und ist: Adresse für die Bürger zu sein. Den Bürgern auch mehr zu glauben als einer Verwaltung. Wer die Bürger vertritt, darf nicht zum Instrument der Verwaltung werden. Auch wenn die Kollegen im Rat einem vorwerfen, "Populist" zu sein. Ja, was denn? Wer bürgerfern ist, gilt als abgehoben. Wer sich an Bürgermeinungen orientiert, wird von der Konkurrenz als "Populist" beschimpft. Dann bin ich doch gerne "Populist": Bürgernah und bodenständig. Für die Menschen da.
Aber: Kommunalpolitik macht Spass. Man sieht die Ergebnisse seiner Arbeit. Aber auch die Misserfolge. Wer im Kommunalen mitmischen will, muss die Bürgernähe wahren. Was mir wichtig war und ist: Adresse für die Bürger zu sein. Den Bürgern auch mehr zu glauben als einer Verwaltung. Wer die Bürger vertritt, darf nicht zum Instrument der Verwaltung werden. Auch wenn die Kollegen im Rat einem vorwerfen, "Populist" zu sein. Ja, was denn? Wer bürgerfern ist, gilt als abgehoben. Wer sich an Bürgermeinungen orientiert, wird von der Konkurrenz als "Populist" beschimpft. Dann bin ich doch gerne "Populist": Bürgernah und bodenständig. Für die Menschen da.
Geschrieben von Günter Bächle
in Zur Person
um
22:35
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