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Stadt: Verkehrsbelastung reicht für Radweg nicht aus

Außenstrecke der Knittlinger Straße
Mühlacker-Lienzingen. Nur als langfristige Maßnahme sieht die Stadt den Bau eines Geh- und Radweges in Fortsetzung der Knittlinger Straße bis zur Bundesstraße 35 vor, lehnt aber eine kurz- oder mittelfristige Umsetzung ab, weil angesichts der ihrer Auffassung nach schwachen Verkehrsbelastung auf der Kreisstraße keine Notwendigkeit bestehe.  Das geht aus der Antwort von Oberbürgermeister Frank Schneider an den Vorsitzenden der CDU-Gemeinderatsfraktion, Günter Bächle, hervor. Der Stadtrat kritisiert die Haltung der Verwaltung als widersprüchlich.

Im Radverkehrskonzept Mühlacker  sei die Herstellung einer begleitenden Radverkehrsanlage  mit Priorität 3 versehen, also langfristig, so der OB. Die Stadt Mühlacker müsse  für den Ausbau der Straßen die gleichen Richtlinien wie der Enzkreis  beachten.  Entsprechend den „Richtlinien für Landesstraßen RAL 2012“ gelte für Straßen dieser Klasse, dass in 24 Stunden mindestens 3000 Fahrzeuge darauf rollen müssen, davon mindestens 150 Schwerlaster.  Laut Verkehrszählung durch den Enzkreis im Januar 2016 betrage der durchschnittliche tägliche Verkehr 732 Kraftfahrzeuge, darunter 60 Schwerlaster, was einem Anteil von acht Prozent entspreche.  Somit könne infolge der geringen Kfz-Belastung auf einen fahrbahnbegleitenden Radweg verzichtet werden, so Schneider laut Pressemitteilung der CDU-Gemeinderatsfraktion. 85  Prozent der gemessenen Fahrzeuge fuhren 69,7 km/h oder weniger und lediglich 15 Prozent der Fahrzeuge fuhren schneller, hatte der Enzkreis 2016 erhoben. Damit, so der Enzkreis, werde auch bei der Geschwindigkeit dieser Wert eingehalten.

Für die Herstellung des Radweges im Bereich der Verlängerung der Knittlinger Straße bis zur Einmündung des Feldweges zu den Lienzinger Weinbergen müsste Grunderwerb getätig werden, so die Stadt. Die reinen Baukosten für einen solchen Weg lägen bei etwa 90.000 Euro ohne Grunderwerb, steht in der Antwort aus dem Rathaus. Entsprechend den „Richtlinien für die Anlage von Landesstraßen RAL Ausgabe 2012“ seien Geh- und Radwege durch einen Entwässerungsbereich oder mit einem Trennstreifen von mindestens 1,75 Meter Abstand zur Fahrbahn herzustellen.

Um einen solchen Weg durch die Stadt Mühlacker zu bauen, müsste eine Vereinbarung mit dem Enzkreis als Baulastträger der Straße geschlossen werden, so die Verwaltung. Um eine Förderung des Landes zu erhalten, müsse die Stadt den Nachweis führen, dass es sich um eine verkehrswichtige Fuß- und Radwegeverbindung handelt.  Ein Förderantrag müsse durch den Kreis als Baulastträger eingereicht werden.

Gleichzeitig bestehe, so der OB, eine sehr gut ausgebaute Verbindung (Asphaltweg) zwischen den Lienzinger Weinbergen und dem Ortsetter von Lienzingen über die Feldflur und das Scherebenbachtal. Bis zur Einmündung  Knittlinger Straße in die Friedenstraße betrage die vorhandene Verbindung, ohne große  Anstiege, 1,48 Kilometer.  Die neue gewünschte Verbindung über die Knittlinger Straße ist mit 1,24 Kilometer nicht wesentlich kürzer und es müsse dabei ein Anstieg überwunden werden. „Der Nachweis, dass es sich hierbei um eine verkehrswichtige Fuß- und Radwegeverbindung  handelt, kann somit durch die Stadt Mühlacker nicht geführt werden. Eine Förderung würde somit entfallen und die Grunderwerbs- und Baukosten wären durch die Stadt Mühlacker zu tragen."

Im Jahr 2016 hatte der Enzkreis dem Lienzinger Stadt- und Kreisrat Günter Bächle mitgeteilt, die Radwegekommission befürworte die Realisierung eines straßenbegleitenden Radweges entlang der Kreisstraße 4512 unter der Voraussetzung, dass die Verkehrsbelastung größer als 2.500 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden sei. Da diese Zahl nicht erreicht werde,  scheide der Bau dieses Radweges als Kreismaßnahme leider aus. Der Enzkreis verwies an die Stadt.

Deutsche Fachwerkstraße durch Lienzingen?

Beim Rundgang in der Knittlinger Straße

Vom liegenden Dachstuhl, vom Verzapfen und Verblatten, von Streben und Stützen, von Andreaskreuz und Bundwerk – das Alphabet des Fachwerkbaus blätterte Tilman Marstaller gestern zweieinhalb Stunden lang auf dem historischen Ortsrundgang in Lienzingen auf. Während die Sonne kräftig vom blauen Himmel brannte, schwitzten die rund 50 Besuchern bei der Begehung mit dem Mittelalter-Archäologen und Baugeschichtler: Auf dem Weg von der Kirchenburg über die Knittlinger Straße, die Herzenbühlstraße, den Ortsrandweg entlang des Scheunengürtels bis zu Friedenstraße und Kirchenburggasse stoppte die Gruppe an den meisten der 26 Stationen des Rundgangs. Bei dieser gemeinsamen Veranstaltung der Regionalgruppe Stromberg/mittleres Enztal des Schwäbischen Heimatbundes (SHB), Volkshochschule Mühlacker und der „Herzenssache Lienzingen regte Tilman Marstaller an, nochmals einen Anlauf zu unternehmen, dass die Deutsche Fachwerkstraße über Lienzingen geführt wird. Einen ersten Versuch gab es 2010. Der Ortskern, identisch mit der Urkarte aus dem Mittelalter, sei für  ein Dorf einzigartig und stehe deshalb unter dem seltenen   Ensembleschutz wie die Altstädte von Heidelberg, Freiburg und Meersburg, so Marstaller. Er bescheinigte den Lienzingern, pfleglich umzugehen mit ihren Schmuckstücken: „Sie sind vernarrt in die Fachwerkhäuser.“ Einzelne Objekte seien noch sanierungsbedürftig, darunter mit dem 1608 errichteten Gebäude Herzenbühlstraße 3 eines der ältesten Häuser des Etterdorfs, das leider zu zerfallen drohe – Etter stehe für die alte rechtliche Grenze des Ortes.  Zahlreiche Beispiele für gelungenes Wiederherrichten mit Hilfe von Mitteln des Sanierungsprogrammes von Bund, Land und Stadt Mühlacker erläuterte Marstaller, darunter ganz neu renoviert die fränkische Hofanlage an der Ecke Kirchenburggasse/Friedenstraße aus dem Jahr 1627:  Sie findet schon in einem vor mehr als 100 Jahren erschienenen Standardwerk über Fachwerkhäuser in Deutschland.

Mehr zur Lienzinger Geschichte im 2016 erschienenen Heimatbuch, zu der jetzt eine Besprechung in der Zeitschrift für Württmbergische Landesgeschichte veröffentlicht wurde: Heimatbuch_Lienzingen.pdf

Hier der Flyer Historischer Ortsrundgang Lienzingen.

 

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Umzug des Maibaums - Premiere vor der Kelter

Erstmals vor der historischen Kelter: der Lienzinger Maibaum
Anno 2009 bloggte ich  erstmals über die für Lienzingen junge Tradition des Maibaumstellens, das der MGV Freundschaft begründet hat. Inzwischen folgten mit dem heutigen Text  sieben mehr oder minder längere Beiträge im elektronischen Tagebuch zu diesem Fest der Lienzinger für die Lienzinger. Gestern wuchteten Aktive des Männergesangvereins zum 15. Mail die bunt geschmückte Birke in senkrechte Position. Trozdem war es eine Premiere: Denn der Maibaumstandort zog um von der ehemaligen Dorfwaage an der Ecke Friedenstraße/Ecke Kirchenburggasse zum neuen Dorfplatz an der 1789 gebauten Kelter. Die noch laufende Ortskernsanierung machte es möglich: Bevor der Platz gestaltet werden konnte, war das marode Gebäude Zaisersweiherstraße 3, in dem zuletzt die Feuerwehr untergebracht war, abgebrochen  worden. Gestern gab es viel Lob für das Projekt und auch für die herausgeputzte Kelter. Rappelvoll war's. Kinder tummelten sich an dem nebenan naturnah umgestalteten Scherbentalbach, auf dem leicht ansteigenden grünen Ufer, auf der Holzschnecke. Blauer Himmel, strahlende Sonne, gute Laune, aber auch Wurst, Weck und Wein sorgten für eine erfolgreiche Hocketse. Und für das unverwechselbare Lienzinger Wohlgefühl. "Umzug des Maibaums - Premiere vor der Kelter" vollständig lesen

Wildes Parken: Stadt will in der Kirchenburggasse verstärkt kontrollieren

Mühlacker-Lienzingen. Das Parken in der Knittlinger Straße ist grundsätzlich nur dort verboten, wo es durch ein Verkehrszeichen so angeordnet ist, stellt die Stadtverwaltung in der Antwort auf eine Anfrage des Vorsitzenden der CDU-Gemeinderatsfraktion, Stadtrat Günter Bächle fest. Ein Parken auf beiden Seiten der Knittlinger Straße führe aufgrund der geringen Fahrbahnbreite dazu, dass ein zügiges Fahren dort nicht mehr möglich ist. Wenn ein Wert von drei Meter Restbreite der Fahrbahn unterschritten werde, gelte das gesetzliche Parkverbot, schreibt Oberbürgermeister Frank Schneider. „Behinderungen im Gehbereich fallen ebenfalls unter dasselbe gesetzliche Parkverbot.“



Der Bereich Einmündung der Kirchburggasse in die Friedenstraße wird verstärkt kontrolliert werden, sicherte der OB laut Mitteilung der CDU-Gemeinderatsfraktion zu. Bächle hatte in seiner Anfrage beklagt, dort werde häufig wild geparkt. Entlang des Eckgrundstücks würden die Autos hintereinander abgestellt - vom Gehweg an der Friedenstraße bis zum ersten Gebäude in der Kirchenburggasse. 



Die entsprechenden Kontrollen seien im Zusammenhang mit der Überwachung des Halteverbots an der  Brandschutzzone schräg gegenüber der alten Schule in der oberen Kirchenburggasse bereits angeordnet, der Bauhof sei mit der Aufstellung der Schilder für die Brandschutzzone beauftragt, so Schneider. Der Stadtrat hatte daran erinnert, er habe schon im Mai darauf hingewiesen, dass vor allem abends in der Kirchenburggasse - vor allem im mittleren Kurvenbereich - so geparkt werde, dass nach seiner Einschätzung die Feuerwehr im Ernstfall kaum durchkäme. 

Rathaus Lienzingen gewinnt




Rathaus Lienzingen, 1719 erbaut.

Friedenstraße 10. Rathaus Lienzingen. Fachwerkgebäude. 1719 erbaut. Jetzt wird es für etwa 310.000 Euro saniert, nachdem die Stadtverwaltung vor wenigen Jahren den Verkauf vorgeschlagen hatte, dafür aber keinen Gemeinderatsbeschluss bekam. Ein Glücksfall: Eine Mannheimerin bot Kommunen der Welt größte Christbaumständersammlung mit zirka 1200 Exponaten als Geschenk an, Mühlacker griff zu und fand so einen neuen Nutzungszweck fürs Rathaus Lienzingen, nachdem Verwaltungsaußenstelle und Kinderbücherei in freie Räume der Grundschule umziehen. Ich hatte angeregt, das Christbaumständer-  durch ein Etterdorfmuseum zu ergänzen. Der Gemeinderat stimmte diese Woche der Sanierung des Gebäudes zu, schaute es sich vorher an. Neues Dach, Einbau eines Lifts, neue Fenster, Schaffung eines barrierefreien Zugangs, Erneuerung der Fassade, Beseitigung des Putzes an der Westfassade auch in der Hoffnung, dass dort Sichtfachwerk zu Tage kommt, zusätzlicher Rettungsweg  aus dem Obergeschoss als Brandschutzauflage (die Sinnhaftigkeit darf durchaus angezweifelt werden) - wir hoffen, dass die Arbeiten so zügig abgewickelt werden können, dass das Museum rechtzeitig zum Advent 2016 und damit noch im 1250-Jubiläums-Jahr eröffnet werden kann. Auch wenn es eine Außenstelle des Heimatmuseums Mühlacker wird, sollten sich genügend Lienzinger finden, die es ehrenamtlich betreuen. Allerdings muss der Anteil des Etterdorfmuseum größer werden als nur in Treppenhaus und Fluren. 

Die Sammlung "Historische Christbaumständer" von Heidi Schwarz, Mannheim, kann so zum Erfolg werden wie das Kaffeemühlenmuseum in Wiernsheim. Die Sammlerin hat die Exponate seit Ende der 1980er Jahre zusammengetragen. Als in einigen mitteleuropäischen Ländern um 1800 die Tradition aufkam, einen Weihnachtsbaum für dekorative Zwecke zu nutzen, entstanden auch die ersten Ständer zum Aufstellen der Bäume. 1866 gab es die ersten aus Gusseisen, Nutzung ud Formenvielfalt nahmen zu. Gusseisen dominiert die Sammlung, aber auch Blech, Schmiedeeisen, Holz, Keramik und Stein sind vertreten. Sie sind meist verziert. Die Arbeiten sind in vielen geometrischen Formen ausgeführt. Zur Sammlung gehören auch Spieluhren, ein Symphonion und eine Kalliope. 

Zwar will Lienzingen nicht zum Weihnachtsdorf werden, aber die Sammlung passt zu den Weihnachtsgaden, kann aber auch zur ganzjährigen Attraktion werden, gemeinsam mit dem Etterdorfmuseum. Dann sind wir auf die erste Ausstellung gespannt, bei der etwa 400 bis 500 Exponate gezeigt werden sollen. 

Nicht nur die Sanierung des Rathauses ist wichtig, sondern auch die Beseitigung der Autowracks eines Privaten entlang des Zugangs von der Kirchenburggasse her. Die Stadt will Eigentümerin des Wegs werden. Nachdem sie ein Gebäude nebenan erworben hat, können die rückwärtigen vereinigten Hüttenwerke abgebrochen, das ganze Quartier damit aufgewertet werden. 
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Straßenarbeiten in Lienzingen

Mühlacker-Lienzingen. Im Frühjahr 2014 sollen auf der Friedenstraße in Lienzingen in einem Teilbereich Belagsarbeiten vorgenommen und ein neuer Einlauf gesetzt werden, ein Schachtdeckel ist bereits höher gesetzt worden.  Das teilte die Stadtverwaltung auf eine Eingabe von Stadtrat Günter Bächle (CDU) mit. Die Belagsarbeiten werden von den Stadtwerken Mühlacker übernommen, der Rest von der Stadt. In Bereichen, in denen vor längerer Zeit wegen Kabelarbeiten die Fahrbahn hatte aufgegraben werden müssen, hat sich der Asphaltbelag etwas gesenkt, so dass sich Regenwasser sammelt, das vorbeifahrende Autos gegen die Gebäude spritzen lässt. 



Bereits in Gang sind die Tiefbauarbeiten entlang der Brühlstraße. Das abschnittsweise Vorgehen erfolge in Abstimmung mit den Stadtwerken Mühlacker, so die Stadtverwaltung. Drei Fünftel der Strecke seien fertig, der Rest werde voraussichtlich bis Ende Februar erledigt sein. Richtige Winterwochen führten natürlich zu Verlängerungen. Es werden durch die Stadtwerke die Stromkabeln in die Erde verlegt sowie die Straßenbeleuchtung  und der Gehweg mit der Abgrenzung zur Fahrbahn erneuert. Das Tiefbauamt sicherte zu, in diesem Zusammenhang auch schadhafte Stellen in der Brühlstraße reparieren zu lassen.