Stromautos: Schleichend vorwärts im Enzkreis

 

Bei rund 153.000 Kraftfahrzeugen 2017 im Enzkreis fallen die 243 echten Stromer wirklich nicht ins Gewicht. Immerhin nimmt die E-Mobilität weltweit stark an Fahrt auf. Doch Deutschland hinkt hinter her, wie auch unser Landkreis zeigt, will aber aufholen.

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Umzug des Maibaums - Premiere vor der Kelter

Erstmals vor der historischen Kelter: der Lienzinger Maibaum
Anno 2009 bloggte ich  erstmals über die für Lienzingen junge Tradition des Maibaumstellens, das der MGV Freundschaft begründet hat. Inzwischen folgten mit dem heutigen Text  sieben mehr oder minder längere Beiträge im elektronischen Tagebuch zu diesem Fest der Lienzinger für die Lienzinger. Gestern wuchteten Aktive des Männergesangvereins zum 15. Mail die bunt geschmückte Birke in senkrechte Position. Trozdem war es eine Premiere: Denn der Maibaumstandort zog um von der ehemaligen Dorfwaage an der Ecke Friedenstraße/Ecke Kirchenburggasse zum neuen Dorfplatz an der 1789 gebauten Kelter. Die noch laufende Ortskernsanierung machte es möglich: Bevor der Platz gestaltet werden konnte, war das marode Gebäude Zaisersweiherstraße 3, in dem zuletzt die Feuerwehr untergebracht war, abgebrochen  worden. Gestern gab es viel Lob für das Projekt und auch für die herausgeputzte Kelter. Rappelvoll war's. Kinder tummelten sich an dem nebenan naturnah umgestalteten Scherbentalbach, auf dem leicht ansteigenden grünen Ufer, auf der Holzschnecke. Blauer Himmel, strahlende Sonne, gute Laune, aber auch Wurst, Weck und Wein sorgten für eine erfolgreiche Hocketse. Und für das unverwechselbare Lienzinger Wohlgefühl. "Umzug des Maibaums - Premiere vor der Kelter" vollständig lesen

Maibaum - Lienzingens junge Tradition



Der Lienzinger Maibaum des Jahres 2012.


Noch ist die Tradition jung in Lienzingen, die der Männergesangverein "Freundschaft" (MGV) begründet hat: das Maibaumstellen. An der Ecke Friedenstraße/Bädergasse steht seit gestern Abend die mit bunten Bändern von Kindern geschmückte Birke. Um das Maibaumstellen hat sich inzwischen ein gemütliches Dorffest entwickelt. Das zeigte sich auch gestern Abend wieder. Schon vor dem offiziellen Beginn waren fast alle Plätze an den Tischen besetzt, später mussten noch weitere Bänke aufgestellt werden. Bei lauen Mailüften ließ es sich gut feiern - wenn da nicht gegen späterer Stunde dicke Regentropfen gefallen wären. Es war eine gute Idee des Gesangvereins, dieses Maibaumstellen auch in Lienzingen zu "erfinden". Inzwischen kommen dazu zahlreiche Besucher aus anderen Orten. Wie sagte doch gestern jemand? Heute haben wir das Dürrmenzer Festwetter gepachtet. Kein Wunder, nach der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 766  ist Lienzingen auch der älteste Stadtteil, ein paar Jahre älter sogar als Dürrmenz. Aber das ist eine andere Geschichte, die immerhin dazu führt, dass wir in Lienzingen rechtzeitig die 1250-Jahrfeier im Jahr 2016 vorbereiten und die Stadt ein neues Ortsbuch herausgibt, nachdem der Vorgängerband von Friedrich Wissmann vor mehr als 40 Jahren erschienen war und inzwischen vergriffen ist. In diesem Heimatbuch wird sicherlich auch das Maibaumstellen des MGV ein Plätzchen finden - als Lienzinger Tradition. 

Und hier noch Informationen zur Geschichte des Maibaums allgemein: von einem Maibaumverein in Bayern.  

Und dann flattern die bunten Bändel im Wind

Eifrig: Kinder schmücken liebevoll den Baum

Zuschauer-Gedränge: Der Baum wird aufgerichtet

Maibaum 2010: Bunte Bändel im grauen Vormai-Himmel


Die noch junge Maibaum-Tradition in Lienzingen lebt. Die von Kindern mit farbigen Bändern geschmückte Birke steht wieder an der Friedenstraße, auch wenn sich die Zeremonie wegen des Regens etwas verzögerte. Vom Männergesangverein "Freundschaft" (MGV) Lienzingen organisiert, ist das Maibaumstellen am Vorabend des 1. Mai ein fester Bestandteil im Kalender. Auch, weil es mit einem Dorffest verbunden ist. Die Lienzinger sind weitgehend unter sich, die Menschen sitzen einige Stunden gemütlich beieinander - diesmal allerdings weniger unter freiem Himmel, sondern unter Überdachungen. Erstmals fand mit Frank Schneider auch ein Mühlacker OB den Weg zu diesem Maifest. Er konnte sehen, dass die Dorfgemeinschaft in Lienzingen lebt.

Woher kommt eigentlich die Tradition des Maibaumstellens generell? Ein Maibaum ist ein geschmückter Baum oder Baumstamm, der in der Regel am 1. Mai – im Badischen und Schwäbischen, in Ostfriesland und in Tschechien bereits am Vorabend des 1. Mai – aufgerichtet wird, heißt es bei Wikipedia. In den meisten Regionen, besonders in Baden-Württemberg, Bayern und Österreich, ist das feierliche Aufstellen eines Baumstammes auf dem Dorfplatz üblich. Das spezielle Brauchtum mit dem damit verbundenen Dorf- oder Stadtfest, das in der Regel am 30. April, am 1. Mai oder an Pfingsten stattfindet, ist in vielen Teilen Mittel- und Nordeuropas verbreitet, in Skandinavien jedoch eher zu Mittsommer.

Nun wissen wir auch das. Was der Lienzinger Variante eine besondere Note gibt? Dass die Kinder aus dem Ort die Birke schmücken. Mit viel Liebe binden sie die Bändel an die Äste, machen manchmal ganz eifrig noch eine Schlaufe, steigen wegen eines guten Platzes fürs Anbringen in den Baum, der sich in der horizontalen Lage befindet, bevor ihn einige Männer mit Hilfe von Stangen ins Vertikale stemmen und die Bändel im Wind flattern.

Zum Blog-Beitrag zum Maibaum 2009 kommentierte mit Rolf Aichelberger ein Aktiver des MGV: Der Männergesangverein lebt auch von aktiven Sängern, die sich mit dem MGV Freundschaft verbunden fühlen. Dass dies so ist, zeigt sich auch daran, dass viele der Sänger mittlerweile den Weg aus Diefenbach, Dürrmenz, Knittlingen, Lomersheim und Ötisheim zu den Proben am Mittwochabend in den kleinen Saal der Gemeindehalle gefunden haben. Und erfreulich ist auch: die junge Generation fühlt sich beim MGV daheim. www.singen-macht-spass.de