Stadt-Tour für mehr Verkehrssicherheit

Die jährliche Verkehrsschau der Stadt: Heute ging es zweieinhalb Stunden um gut ein Dutzend Vorschläge, über die die Vertreter von Stadt (Verwaltung und Gemeinderat), Polizei, Landkreis, Verkehrswacht, ADAC und VCD jeweils vor Ort diskutierten. Bürgermeister Winfried Abicht leitete die Runde, die mehr Verkehrssicherheit erreichen will.

Einige Ergebnisse:

Hindenburgstraße: Es bleibt bei der Rechts-vor-links-Regelung. Anwohner wollten Vorfahrt für den Verkehr auf der Hindenburgstraße und schlugen vor, die Uhlandstraße auch im vorderen Bereich zur Einbahnstraße zu erklären. Weil dies aber zu Verkehrsverlagerungen innerhalb des Lindach-Gebiets führt, bleibt es zunächst bei der Anregung. Die Verwaltung will die Situation in den nächsten Monaten beobachten. Möglicherweise steht das Thema das nächste Mal wieder auf der Tagesordnung der Verkehrsschau.

Schulerweg
: Die Straße beim Kindergarten Villa Emrich - zwischen Ascherstraße und Schillerstraße - wird als Schleichweg missbraucht. Eigentlich war sie einmal nur als Notverbindung gedacht und deshalb auch ohne Gehwege geblieben. Jetzt soll die Zufahrt von der Schillerstraße her geschlossen werden. Allerdings wird die Stadtverwaltung diese Sackgassen-Lösung zuerst mit der Kindergartenleitung diskutieren und prüfen, ob von dort Einwände kommen.

Osttangente/Radweg: Die Radwegekommission des Enzkreises hat den Bau eines Radweges an der Osttangente empfohlen. Derzeit wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe eine Planung erstellt, wobei ein Engpass die Brücke über die Eisenbahn ist. Aber einen solchen Engpass gab es auch am Radweg zwischen Illingen und Ensingen - trotzdem fand sich eine Lösung für den Radwegebau.

Querung Friedenstraße in Lienzingen: Immer wieder wünschen besonders ältere Menschen, die Verkehrsinsel an der Ortseinfahrt Lienzingen aus Richtung Mühlacker durch einen Zebrastreifen zu ergänzen. Voriges Jahr war dies bei der Verkehrsschau abgelehnt worden, heute wieder. Der Grund: Zählungen ergaben nicht die für die Schaffung eines Zebrastreifens erforderlich Zahl querender Fußgänger. Trotzdem ließ sich eine Verbesserung erreichen. Der Übergang wird besser beleuchtet und zudem weiß markiert, um auffälliger zu sein.

Einmündung Gaiernstraße/Neuwiesenstraße, Lienzingen: Die Straßen und Einmündungsbereiche sind in den sechziger und siebziger Jahre sehr großzügig gestaltet worden. Schon 2001 schlug die Polizei eine Umgestaltung vor, jetzt sollen sich Planer Gedanken machen, wie die Situation für querende Fußgänger (besonders Kinder) verbessert und gleichzeitig eine temporeduzierende Wirkung erzielt werden kann. Doch der Umbau kostet Geld. Und das ist momentan nicht vorhanden. Wenn die Pläne vorliegen, muss man sie auch mit der Bürgerschaft diskutieren.

Knittlinger Straße, Lienzingen: Die Pläne der Stadt für eine Tempobremse am Ortseingang aus Richtung B 35 werden derzeit im Landratsamt geprüft. Auch der Naturschutz soll eine Stellungnahme abgeben, weil einem Verschwenk einige Bäume geopfert werden müssten.

Fuchsensteige/Einmündung B 10: Der Einmündungsbereich soll von derzeit fünf auf sechs Meter verbreitert werden, damit Linksabbieger nicht mehr die Rechtsabbieger blockieren. Wenn die Kosten beziffert sind, wird sich im Gemeinderat zeigen, ob derzeit Geld für eine solche Maßnahme vorhanden ist.

Baron-Müller-Weg, Dürrmenz:
Das Einbiegen des Stadtbusses vom Baron-Müller-Weg in die St.-Andreas-Straße soll durch ein Halteverbot erleichtert werden.

Rathausplatz Enzberg: Es bleibt bei der jetzigen Zufahrtsregelung.

Der schnelle "Richi" und die Ortskernsanierungen

Heute las ich zufällig die Presseeinladung des FDP-Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Rülke :

Auf Einladung des FDP-Landtagsabgeordneten für den Enzkreis Dr. Hans-Ulrich Rülke wird Wirtschaftsstaatssekretär Richard Drautz am Donnerstag, den 19. Februar den Enzkreis besuchen. Der Staatssekretär wird sich in vier Gemeinden, die Anträge zum Landessanierungsprogramm gestellt haben, vor Ort informieren. Die Besuche werden maßgeblich für die Frage sein, ob die angemeldeten Projekte im Jahr 2009 aus Mitteln des Landessanierungsprogramms oder der Konjunkturprogramme des Bundes und des Landes gefördert werden.

Der Staatssekretär wird um 10 Uhr in Kämpfelbach (Rathaus Ersingen), um 11 Uhr in Wiernsheim (Rathaus Wiernsheim), um 11 Uhr 45 in Wimsheim (Rathaus) und um 12 Uhr 30 in Illingen (Rathaus Illingen) sein.


Der schnelle "Richi" Drautz. Der Mann muss eine Turbo-Auffassungsgabe besitzen. Er will sich vor Ort informieren. Dann rechnen wir mal nach: 10 Uhr Kämpfelbach, dann 11 Uhr Wiernsheim. Dazwischen liegt noch die Fahrzeit. Was bleibt, ist gut eine halbe Stunde. Der 30-Minuten-Takt reicht zwar noch für Wimsheim, aber kaum mehr für Illingen. Schnell-Lektion in Sachen Ortskernsanierung?

Immerhin für ein Pressebild reicht's. Abgelichtet werden auf jeden Fall Drautz, Rülke und der jeweilige Bürgermeister sein. Und das ist doch der eigentliche Zweck dieser Schnell-Exkursion durch den Enzkreis. Und gut eingefädelt: Die Orte sind so gewählt, dass für das Verbreitungsgebiet (fast) aller Tageszeitungen im Enzkreis etwas abfällt. Jetzt wissen wir auch, weshalb der Steuerzahler einen Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg bezahlt - damit Rülke und die anderen FDP-Landtagsabgeordneten mehr Bilder von sich in die Zeitung bringen. Das ist doch ein hehrer Zweck. Oder?

Aber da stand doch noch etwas in der Einladung. Die Besuche würden maßgeblich für die Frage sein, aus welchem Programm die angemeldeten Projekte gefördert werden. Und das in 30 Minuten. Fast erschreckend! Aber die Weichen sind doch schon in Ministerium und Regierungspräsidium gestellt, aufgrund sachlicher Bewertungen der Anträge. Aber der schnelle "Richi" Drautz macht's möglich - dass die FDP und ihr Abgeordneter den Eindruck erwecken können, sie hätten das alles vollbracht. Ein PR-Gag erster Güte! Wie die ganze Enzkreis-Stippvisite.