Halten zu Gnaden

Mit Verlaub, ich melde einen Sturmschaden, seit 16. Juli unentdeckt, an der städtischen, vom Forst genutzten Doppelgarage zwischen Schmiebach und Wette in Lienzingen. Foto ist von heute.
Eine Gemeinderatsanfrage, die ich heute Abend - bei allem gebührenden Respekt – über das Dezernentenbüro an den OB schickte. Oder hätte ich statt mit Verlaub schreiben sollen: Halten zu Gnaden, mit Ihrer gütigen Erlaubnis nachstehend eine Anfrage.
Wenn Sie erlauben – ja, das wäre noch passender gewesen als mit Verlaub. Denn diese Anfrage hat eine (Vor-)Geschichte, eine kleine zwar, aber eine mit einer kommunalpolitischen Note. Eine heitere, für mich ganz neue – oder war sie doch gar nicht so heiter? War sie eher schneid-abschneidend?
Obwohl ich ausdrücklich schrieb, möglicherweise sei der eine oder andere Fall schon bekannt, nährte meine Mail – wie ich aus zuverlässiger Quelle erfuhr – bei Verwaltungsspitze und Bauhof-Leuten den Eindruck, als meinte ich, oder könnten andere annehmen, die Verwaltung wisse nicht selbst, was zu tun ist. Darauf muss man erstmal kommen. Ich war baff. Ergo: Gut gemeint ist nicht gefragt.
Alles begann am 17. Juli 2026, einen Tag nach dem großen Sturm, der über Mühlacker, Lienzingen und Illingen hinwegfegte, dem viele Äste, Stämme, Ziegel, Bauteile nicht standhielten. Bei mir sammelten sich Anliegen von Menschen aus Lienzingen, die unter anderem die Sorge umtrieb, dass Bäume neben ihrem Haus oder neben dem Familiengrab auf dem Friedhof zwar noch standen, aber schon bei geringerem Luftdruck umzustürzen drohte. die ihrer Meinung nach beim nächsten Sturm umzustürzen drohten. Erbitten kurzfristig seitens der Stadt Abhilfe, da Gefahr im Verzug. Ich sammelte diese Punkte – Texte und Bilder – auf vier Seiten, schickte sie per Mail an die Stadtverwaltung – die, wie ich Tage darauf erfuhr, sich deswegen nicht angetan zeigte.
Unbestritten: Feuerwehr, Verwaltung, Bauhof, Polizei und andere leisteten nach dem Sturm schnell und umfassend Hilfe. Es war großartig! Sie waren engagiert bei der Sache, hatten nur Lob verdient. Und das darf durchaus auch fünf Wochen danach nochmals gewürdigt werden,
Bis heute war das Thema für mich erledigt. Doch heute war es plötzlich wieder da. Ganz ungeplant. Denn jemand wollte wissen, ob ich die Dachschäden an der städtischen Doppel-Garage zwischen Schmiebach und Wette weitergegeben hätte. Ich verneinte dies mit dem Hinweis auf die Gefahr des Missverstehens, konnte mich dann jedoch nicht zurückhalten, ging der Sache nach – und stieß auf einen noch nicht beseitigten Dachschaden an der vom Forst genutzten Immobilie. Noch nicht gemeldet, zumindest nicht repariert, wächst der Schaden weiter?
Darf ich den Fall melden? Wäre das wieder zu viel der guten Tat? Müssten die Zuständigen im Rathaus wieder meinen? Ach, lassen wir das.
Halten zu Gnaden. Ich tat’s.
Ansonsten gilt weiter mein alter Ratschlag: Verachtet mir den Kanaldeckel nicht.
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