Happy End mit vier Rad-Parkplätzen - Kleine Dinge, die für die Nutznießer zur großen Sache werden

Idee umgesetzt - zwei Fahrradanlagenbügel für vier Räder, neu montiert unterhalb der Schillerschule.

Was zählt eigentlich als Erfolg in der Kommunalpolitik? Woran macht sich gute Arbeit im Gemeinderat fest? Sorgen möglichst viele kommunale Neubauten als Beleg dafür, erfolgreich gearbeitet zu haben? Oder ist es die Gabe, Kostensteigerungen rechtzeitig zu riechen? Vielleicht gar Alarm zu schlagen, weil Sanierungsarbeiten an der Tiefgarage verschlafen zu werden drohen? Oder zählen schöne Reden? Versprechen ohne Substanz? Die angesetzten Maßstäbe sind unterschiedlich. Dazu eine kleine, ganz aktuelle Geschichte, verbunden mit einem Dank an das Umwelt- und Tiefbauamt sowie an den städtischen Bauhof.

Vor Jahren schrieb ich für die Homepage einer angehenden Grünen-Landespolitikerin eine Kolumne mit der Überschrift: Verachtet mir den Kanaldeckel nicht. Es war Swantje Sperling, seinerzeit noch Stadt- und Kreisrätin in Remseck, inzwischen im sechsten Jahr Vertreterin des Wahlkreises Waiblingen im baden-württembergischen Landtag, in der neuen Legislatur wiederum kommunalpolitische Sprecherin der Fraktion. Als solche liege ihr besonders am Herzen, was vor Ort zählt. Im Wahlkreis bin ich ganz nah dran, organisiere vielfältige Veranstaltungen und fördere den Austausch (2024 waren es allein 17). In allen Ferien mache ich Praktika in ganz verschiedenen Bereichen, um möglichst viele Lebensrealitäten kennenzulernen.

Ob mein Kanaldeckel-Appell dazu beitrug? Ich weiß nicht. Aber ich weiß, dass bei den Menschen ihre persönlichen Anliegen, Nöte und Sorgen im Mittelpunkt stehen. Alles andere wäre aber auch ein Wunder.  Den Leuten Adressat zu sein, sich zu kümmern, selbst um die nicht abgeholten Mülleimer – das fällt ins Gewicht.  Dazu hier eine kleine Geschichte, die sich ein ganzes Jahr hinzog, aber mit Happy End.  Mitte Juli 2025 meldete sich ein Maulbronner bei mir:  Wolfgang Frommer rechnete vor, dass In der Mühlacker Hindenburgstraße, unterhalb der Schillerschule, zwischen Wartehäuschen und der Straße, gut ein paar Fahrradparkplätze zusätzlich zu schaffen wären. Hier fehlen Fahrradständer:  In der Hindenburgstraße, bei Reisecenter, Ärztehaus Nr. 39 mit 12 Ärzten, sowie Ärztehaus Nr.  41 mit 7 Ärzten plus Apotheke, daneben befinden sich auch eine Bäckerei und  ein Elektronikgeschäft.   Es wäre doch sicherlich möglich, neben der Bushaltestelle 3 oder 4 Fahrradständer anzubringen.

Damit schickte ich die Anfrage – amtliche Nummer: S25-092-66-32 - auf den Dienstweg. Die Stadtverwaltung rechnete sehr intensiv und mehrfach nach und ließ mich in der vom seinerzeitigen Oberbürgermeister Frank Schneider unterschriebenen Antwort einen Tag vor Heiligabend des Jahres 2025 wissen: Südlich der Bushaltestelle könnten zwei Fahrradanlagenbügel zum Abstellen von vier Fahrrädern montiert werden. Der Wartebereich zum ÖPNV beziehungsweise der Gehweg könne trotzdem weiterhin uneingeschränkt genutzt werden Die Fahrradanlehnbügel würden nun bestellt und nach Lieferung vom Bauhof der Stadt installiert. Auch wenn die Antwort aus dem Rathaus länger gebraucht hat - es tut sich nun wenigstens etwas, schrieb ich dem Ideen-Geber in die Klosterstadt mit vielen Grüßen, guten Wünschen für frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr.

So wird die Fahrradstadt Mühlacker auch wieder ein Stückchen besser. So kommentierte der Maulbronner Mit-Denker, überschätzte dann aber doch das Mühlacker Tempo. Denn schon am 18. Januar 2026 vermerkte er: Diese Woche, bei einem Besuch im Ärztehaus, hätte er sich gefreut, wenn die Radständer angebracht gewesen wären. 

Aber so musste das Radl nochmals an den Baum!

Am 7. Mai 2026 hatte er dann doch Zweifel und ließ mich an jenen teilhaben. Guten Tag Herr Bächle, zur Information, die angesagten Fahrradständer sind noch nicht vorhanden. Mein Anruf beim Chef des städtischen Umwelt- und Tiefbauamtes brachte Klarheit. Der Bauhof sei gerade ausgelastet. Aber die Bügel seien nicht vergessen.

Immerhin: Die Geduld lohnte sich. Am 2. Juli schickte Frommer mir wieder einen elektronischen – wie immer ganz knapp gehaltenen Brief. Erkennbar ganz zufrieden. Ganz zufrieden war auch ich.

Guten Morgen Herr Bächle, heute bekam ich ein Lächeln als ich wieder in die Hindenburgstraße kam. Vielen Dank für Ihre Mithilfe. Seine Zufriedenheit, die Freude am Gelingen, das Entnehmen durch die Verwaltung ließen sich an seinen wenigen Zeilen ablesen. Und dann lag der Dankes-Mail auch noch ein Bild und ein Smiley – das Foto zeigt eine Frau mit Kinderwagen-Anhänger: Sie war schon da und hat sich sehr gefreut über die Fahrradständer.

Für die Mutter jedenfalls war dies helfende Kommunalpolitik. In diesem Moment zählten die vier Fahrrad-Stellplätze für sie und Kind mehr als – sagen wir mal -  ein neuer Mühlehof.

PS: Sich für diese Anregung einzusetzen, kostete mich eine Anfrage an die Verwaltung, drei telefonische Nachfragen im Rathaus. Das zur Antrags- und Anfragen-Statistik der Stadtverwaltung. Ohne geht es eben nicht. Ach ja, auch meine Zeit. Aber deshalb ließ ich mich in den Gemeinderat wählen.  Und die Freude daran währet immer noch - zumindest auch noch nach mehr als 50 Jahre.

 

 

 

 

 

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