Grundschule Lienzingen: Gute Gespräche bei mehr als 30 Grad Celsius
Auch wenn die Quecksilbersäule erst deutlich über 30 Grad C endete, absolvierten wir, die Mitglieder der CDU-Gemeinderatsfraktion der Stadt Mühlacker, am Dienstagabend das vorgesehene Programm. Uns war zwar die Hitze lästig, doch die ganze Gruppe hielt bei Sprudel, Gesprächen und Pausen wacker durch. Gerade ich: Schließlich verbindet mich mit diesem Gebäude eine eigene Geschichte: Ich gehörte 1960 zu ihren ersten Schülern. Ein Lokaltermin an der Ecke Dr.-Otto-Schneider-Straße und Friedrich-Münch-Straße auf.

Die Grundschule im Stadtteil Lienzingen hat mit der benachbarten Gemeindehalle einen gemeinsamen Heizungskreislauf. Deren Situation ist wohl akut kritisch. Die Heizungsanlage befinde sich in einem maroden Zustand.
Wie Schulleiterin Anja Rapp sowie die Vorsitzende des Elternbeirats, Anne Reitze, bei Gespräch und Rundgang sagten, zwar seien an den rostigen Stellen vorübergehend Schellen angebracht worden, jedoch komme der Rost inzwischen bereits links und rechts neben diesen Absperrungen wieder zum Vorschein. Da sich die Rohre zudem schon nach außen wölben, ist ein folgenschwerer Wasserrohrbruch nicht auszuschließen, befürchten Stadträte und Schulvertreter.
Nun rächt sich, dass vor Jahren zwar die Hülle der Halle für 1,2 Millionen Euro saniert und somit optisch aufgewertet, die seinerzeit auf rund 800.000 Euro geschätzte Innensanierung – unter anderem Heizung und Sanitär – aber bis zum Tag X verschoben wurde. Nachdem es aber 2024 gelang, die Gemeindehalle im neuen Programm des Landes für die Ortskernsanierung „Lienzingen II“ wieder aufzunehmen, muss die Innensanierung rasch in Angriff genommen werden.
Unverständnis herrscht bei den christdemokratischen Stadträten über die aktuelle Situation vor Ort, die einige Herausforderungen mit sich bringen. Obwohl die Hausmeisterwohnung nach dem Wechsel des Hausmeisters leer steht und auch künftig für diesen Zweck nicht mehr gebraucht wird, darf sie angeblich derzeit laut Stadtverwaltung nicht genutzt werden. Seitens der Schule besteht der dringende Wunsch, dort zumindest einen Besprechungsraum sowie ein Sprechzimmer für die Sozialarbeiterin einzurichten. Dies sei, so Rapp, ohne großen finanziellen Aufwand möglich. Solange dies nicht möglich ist, muss das Lehrerzimmer weiterhin als Elternsprechraum benutzt werden. Ein Zustand, der endlich beseitigt werden muss.
Plötzlich waren die Schattenspender weg
Im Außenbereich kam es zu deutlichen Veränderungen, wie wir erfuhren. Ohne vorherige Rücksprache oder Information mit der Schulleitung seien die drei Bäume auf der Südseite des Gebäudes am Pausenhof gefällt worden. Eines Morgens standen die plötzlich nicht mehr – ich weiß bis heute nicht, warum (Rapp). Die drei Bäume seien wichtige Schattenspender gewesen für die nach Süden ausgerichteten Klassenzimmer. Zudem sollten am Hang über dem früheren Bierkeller eigentlich nur zwei marode Bäume entfernt werden, was jedoch im Ergebnis dazu führte, dass fast die gesamte Fläche gerodet wurde.
Wir unterstützen den Wunsch von Schulleitung und Elternvertretung, die Stadtverwaltung solle stärker Wert legen auf eine gute und frühzeitige Kommunikation mit den Schulen. Daran hapert es offensichtlich. Gerade wurde nun hinter der Gemeindehalle mit den Arbeiten für die neue Kindertagesstätte begonnen. Die Zahl der Parkplätze wird jetzt schon eingeschränkt, doch nach dem Bezug der Einrichtung erhöht sich der Parkdruck erst recht, des Weiteren sorgen morgens gerade die hohe Anzahl der sogenannten Elterntaxis immer wieder zu unübersichtlichen und gefährlichen Situationen vor den Schulen. Das Land hat für die Kommunen die Möglichkeit geschaffen, Schulstraßen und Schulzonen einzurichten, um den Schulweg für Schülerinnen und Schüler zu bestimmten Zeiten sicherer zu machen. Die Landesregierung sorgte mit einem Erlass für rechtliche Klarheit bei der Umsetzung dieser Lösungen gesorgt und Hürden abgebaut. Diese Möglichkeit muss rechtzeitig von der Stadt aufgegriffen werden. Meine diesbezügliche Anfrage liegt seit Monaten unbeantwortet im Rathaus.
Die CDU-Gemeinderatsfraktion setzte mit dem Termin in Lienzingen die Reihe ihrer Schulbesuche fort. Es war die vierte Station nach Theodor-Heuss-Gymnasium, Mörike-Realschule und Schillerschule/Gemeinschaftsschule. Derzeit besuchen 111 Kinder die teilweise ein-, teilweise zweizügige Grundschule. Der Raum für die Klassen gilt als ausreichend auch dann, wenn im neuen Wohngebiet Pferchäcker gebaut wird. Die CDU-Fraktion greift die Anliegen in Anträgen und Anfrage im Gemeinderat auf. Dazu gehört es auch, die Möglichkeit zu schaffen, dass die Schule die Gemeindehalle nutzen kann, wenn diese frei ist, ohne dies lange vorher anmelden zu müssen. Letztlich war auch die Einrichtung von Ganztagsgrundschulen vom Schuljahr 2026/27 an ein Thema. Wenn die Eltern dies wünschen, muss die Grundschule in Lienzingen auch Ganztagsschule werden. Die Grundschulen in den Stadtteilen muss unbedingt erhalten werden.
Info:
Als die Kommunen mit Waldbesitz noch Gewinn machten
Ich kenne die Grundschule von allen, die am Dienstag dabei waren, am längsten. Denn ich bin als Drittklässler dabei gewesen, als Schüler und Lehrer am 29. Oktober 1960 im wahrsten Sinne des Wortes von der alten Schule, jetzt Kirchenburggasse 15, in das neue Schulgebäude an der Ecke Friedrich-Münch-Straße/Dr-Otto-Schneider-Straße umzogen. Mit dabei: Schulleiter Karl Kießling und Oberlehrer Wilhelm Wagner. Wir marschierten zu Fuß von der alten, 1837 erbauten Schule in die neue zur offiziellen Einweihung. Ehrengast war der Vaihinger Landrat Dr. Friedrich Kuhnle. Anschließend lud die Gemeinde die geladenen Gäste in den Adler (heute Bäckerei Schmid, erste Etage) ein.
Im Jahr 1957 hatte die Gemeinde mit den Bauarbeiten begonnen. Dass das Projekt solide und vorausschauend, um nicht zu sagen vorbildlich finanziert war, zeigt ein Blick in das Ratsprotokoll vom 24. Februar 1956. Die Kommune hatte für den Bau auf der hohen Kante: 23.300 Mark angelegte Festgelder bei der Kreissparkasse Mühlacker, 16.500 Mark ausgeliehene Baudarlehen, 24.300 Mark Erlös aus dem Sonderholzeinschlag 1955 bei 254 Festmetern Mehrnutzung, 33.000 Mark geplanter weiterer Sonderholzeinschlag, verteilt auf drei Jahre mit jeweils 120 Festmeter, somit zusammen 112.100 Mark, von denen wiederum 10.000 Euro abzuziehen sind für gesetzliche Umlagen, so dass 102.100 Mark für die neue Schule eingesetzt werden konnten, zitiert Günter Bächle den seinerzeitigen Bürgermeister Richard Allmendinger weiter. Das war nicht alles: 25.000 Mark Bauspardarlehen, zu verzinsen mit fünf Prozent, sowie ein Zuschuss des Landes von 40.000 Mark, womit sich das finanzielle Polster für das Vorhaben auf 167.100 Mark beziffern ließ. 10.000 Mark stiftete Jagdpächter und Mühlacker Fabrikant Friedrich Münch hinzu. 70.000 Mark als stille Reserve aus den Aktien der Kommune bei der Energie-Versorgung Schwaben - quasi für alle Fälle. Abschließend genehmigte der Gemeinderat zwei Anträge Allmendingers: Bei der Öffentlichen Bausparkasse Württemberg einen Bausparvertrag über 50.000 Mark abzuschließen und bei der Forstdirektion den weiteren Sonderholzeinschlag genehmigen zu lassen Das Baugelände gehörte bereits der Kommune.
Das waren noch Zeiten, als die Kommunen mit Waldbesitz Gewinn machten und Schulgebäude solide finanziert wurden.
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