Neuenbürg: Klinik bis Ende September

(zu Fortsetzung: Die Klinik-Entscheidung (3/5)

Der Enzkreis ordnet seine Krankenhauslandschaft neu: Das RKH Krankenhaus Mühlacker wird zum zentralen Standort ausgebaut, während Neuenbürg eine rein ambulante Zukunft haben wird. Rund 200 Mitarbeitende sind betroffen.

Variante 1 - zwei Klinik-Standorte (Quelle: RKH)

Während der stationäre Betrieb in Neuenbürg endet und der Standort zu einem ambulanten Gesundheitszentrum wird, plant der Kreis in Mühlacker einen Klinikneubau mit bis zu 280 Betten – so ist auf der Web-Plattform Bibiomed-Manager zu lesen. Zitiert aus einer Mitteilung des Landratsamtes nach der Kreistagsentscheidung am 26. März 2026, wonach der stationäre Krankenhausbetrieb in Neuenbürg spätestens Ende September eingestellt werden soll. Der Standort soll zu einem ambulanten Gesundheitszentrum weiterentwickelt werden. Parallel will der Kreis die stationäre Versorgung in Mühlacker stärken und dort mittelfristig einen Neubau mit bis zu 280 Betten planen.

Betroffen von der Schließung der RKH-Klinik sind 210 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Rund dreiviertel von ihnen soll in anderen Häusern der RKH (Sitz Ludwigsburg) unterkommen. Die Klinik in Neuenbürg schreibt seit Jahren rote Zahlen - genauso wie Mühlacker, doch genessen an der Größe im Verhältnis fiel das Minus in Mühlacker geringer aus. Im Zuge der Krankenhausreform stand auch zur Wahl, die Klinik Neuenbürg regulär weiterzuführen oder sie auf die medizinische Versorgung älterer Menschen zu spezialisieren.

Landrat Bastian Rosenau sieht die Entscheidung als notwendig, um die Versorgung zu sichern. Ein jährliches Defizit von über 20 Millionen Euro alleine aus dem Bereich der Kliniken wäre für den Kreishaushalt eine extreme Belastung.  Bei der Neuausrichtung solle mit Mühlacker ein starker stationärer Standort gesichert und die medizinische Präsenz in Neuenbürg erhalten bleiben.

Auch die Geschäftsführung verweist auf medizinische und wirtschaftliche Zwänge. Marc Nickel erklärte: Die medizinische Qualität und die Versorgungssicherheit standen im Zentrum aller Überlegungen. Die beschlossene Struktur passe die Klinikstandorte an die Anforderungen moderner Medizin an. Kaufmännischer Geschäftsführer Axel Hechenberger betonte zudem, die bisherigen Strukturen seien wirtschaftlich nicht mehr tragfähig.

Für Mühlacker ist künftig eine klarere medizinische Ausrichtung vorgesehen, heißt es in der Mitteilung weiter. Geplant sind der Ausbau der Orthopädie und der Aufbau der Rheumatologie. Neuenbürg soll als ambulante Anlaufstelle bestehen bleiben, das bestehende Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) ausgebaut werden. Die Neuausrichtung leitet einen mehrjährigen Transformationsprozess ein. Für das Gelände in Neuenbürg entwickelt der Kreis ein Nachnutzungskonzept. Soweit der Bibiomed-Manager,

Mehrheit für Variante 2

Eine breite Mehrheit der Kreisräte lehnte die Variante 1 (zwei Standorte ab: Mühlacker und Neuenbürg) ab und stimmte für Variante 2. Der genaue Wortlaut des Beschlusses, der sich in den Tagen zuvor schon abgezeichnet hatte:

Konzentration der stationären Versorgung in Mühlacker. Absicherung und Ausbau der stationären Versorgung am Standort Mühlacker sowie die Einstellung des stationären Betriebs in Neuenbürg. Gleichzeitig erfolgt in Neuenbürg die Weiterentwicklung zu einem ambulanten Gesundheitsstandort, beispielsweise durch den Ausbau des bestehenden Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ).

Hier um Herunterladen:

Der gesamte Beschluss des Kreistages am 26. März 2026: Beschlussblatt_Kreistag_26.03.2026.pdf

          Der Bericht des Beteiligungsmanagements:                       Einschaetzung_des_Beteiligungsmanagements_des_Enzkreises.pdf

          Antrag der CDU-Kreistagsfraktion: Antrag_CDU-Fraktion_vom_25.03.2026.pdf

         Antworten auf Fragen der CDU-Fraktion: Beantwortung_des_Fragenkatalogs_der_CDU_-nichtoeffentlich-.pdf

 Links zu allen Sitzungsvorlagen der öffentlichen Beratung vom 26. März 2026 im Ratsinformationssystem des Enzkreises.

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