Die Riesen in den Wiesen: Baumkletterer finden seit zehn Jahren den Weg an die Spitze

In unseren Streuobstwiesen sind viele seltene Tierarten zu finden, die nur hier ihren Lebensraum haben. Wir stehen in der Verantwortung, diese einzigartige Kulturlandschaft zu erhalten, sagt Dr. Hilde Neidhardt laut Mitteilung des Enzkreises von heute. Bei Dauerregen machte sich die Erste Landesbeamtin, zuständig unter anderem für Umwelt- und Naturschutz, zusammen mit Landwirtschafts-Dezernent Holger Nickel ein Bild vom aktuellen Stand der neuen Runde des Projekts Die Riesen in den Wiesen des Landschaftserhaltungsverbands Enzkreis (LEV). Blicken wir zurück: Schön, dass die Riesen in den Wiesen weiterhin gepflegt werden. 2017 schrieb ich hier einen Beitrag dazu. 

Schwindelfrei muss sein, wer sich im Baumpfleger-Team um die Riesen in den Wiesen kümmert. Gier in Eisingen Foto: Enzkreis, Iris Schmid

Seinerzeit ging es um einen Vorzeige-Mostbirnbaum auf der Wiese von Landwirt Hans Sichermann im Ispringer Gewann Salztrög. Die fünf Redebeiträge zum Start der Aktion drehten sich jedoch generell um Streuobstwiesen. Doch wer pflegt sie?

Ein Problem, das der Enzkreis mit einem landesweit einmaligen Projekt, angelegt auf zwei Jahre, angehen wollte. Denn einen mächtigen Baum in Schuss zu halten, ist aufwendig und kann auch gefährlich sein. Eine Leiter anzulegen, reicht nicht.  Der damalige Umwelt- und Naturschutzminister Franz Untersteller (Grüne) besuchte an jenem Maitag des Jahewa 2027. das Projekt unter dem Slogan Ich bin ein Riese in der Wiese!

Das Ziel: Erhalt der markanten und ökologisch wertvollen Birnbäume im Enzkreis. Es wurde vom Landschaftserhaltungsverband Enzkreis in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsamt und den Fachwarten für Obst- und Gartenbau 2017 ins Leben gerufen. Jeder gepflegte Charakterbirnbaum erhält eine Plakette mit der Aufschrift Ich bin ein Riese in der Wiese!. Franz Untersteller und Landrat Karl Röckinger brachten vor fast zehn Jahren die erste Plakette an und weihten das Projekt damit offiziell ein.

Wie viel Plaketen bisher befestigt worden sind an dicken Baumstgämmen, verrät der Enzkreis in seiner  Mitteilung leider nicht. Schade!

Immerhin kümmert sich mit großem Fachwissen und Engagement seitdem das erfahrene Baumpfleger-Team. um diese Pflege. In den vergangenen neun Jahren hat es zahlreiche der markanten, landschaftsprägenden Mostbirnenbäume bearbeitet. Große Birnbäume spielen als Biotop eine herausragende Rolle, erläuterte Iris Schmid vom LEV: Baumhöhlen werden von verschiedenen Vogelarten genutzt und vom Blühangebot im Frühling profitieren zahlreiche Insektenarten. Damit die Baumriesen diese Funktion möglichst lange erfüllen, müssen sie gepflegt werden: verjüngen und revitalisieren, kranke und trockene Äste entfernen und für Licht und Luft für die jungen Triebe sorgen.

Die Arbeit wird den Baumkletterern nicht ausgehen: Rund 11.000 Bäume (Stand: Februar 2026) hat der LEV erfasst und 2.000 von ihnen als pflegebedürftig eingestuft. Finanziert wird das Projekt aktuell nicht nur aus Mitteln der Streuobstkonzeption des Enzkreises: Unterstützung kommt zum wiederholten Mal von der Firma Böhmler und der Sparkasse Pforzheim-Calw. Deren Vertreter, Thomas Schweichart (Fa. Böhmler), Vincenzo Giuliano und Viktor Jeske (Sparkasse), überzeugten sich nun vor Ort bei Eisingen davon, dass ihr Geld sinnvoll angelegt ist.

Im zehnten Projektjahr zieht Holger Nickel eine positive Zwischenbilanz: Mit den Riesen in den Wiesen seien zahlreiche ökologisch wertvolle Obstbäume erhalten worden. Ein sichtbares Zeichen, wie wirkungsvoll die Zusammenarbeit im Natur- und Landschaftsschutz sein kann. Und ein Ge Artenvielfalt, Landschaft und regionale Identität, vermeldet die Kreisverwaltung in ihrer Mitteilung über den Termin, zu dem leider keine Kreistagsmitglieder eingeladen waren – diese dürfen dann an der nächsten Straßenfreigabe teilnehmen. Aber so ein Riese in den Wiesen wäre doch auch ein B'süchle. wert

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