Unverwüstlicher Kopf - dank Hohlkammerplatte, passend auch für die Zeit nach der Wahl

Vielleicht entdeckt Renner bald Renner, der seit Mitte November 2025 über der Zeit ist

Da hängt noch sein Konterfei. Ihr Oberbürgermeister für Mühlacker liest heute noch der erstaunte Betrachter und fragt sich: Ja, ist schon wieder OB-Wahl?

Nein! Der Hinweis auf den Wahlgang am 19. Oktober lässt selbst ortsunkundige und kommunalpolitisch nicht versierte Passanten vermuten, dass es sich um ein vergangenes und nicht bevorstehendes Datum handelt. Und dem ist so.

Irgendwie ist die Zeit hinweggegangen über das Wahlplakat des einstigen Bewerbers um die OB-Stelle. Oder, sagen wir freundlich: Paul Renners Papierabbild überstand selbst den Winter, trotzte Wind, Eis, Schnee, Regen und Sonne gleichermaßen, selbst die Sonne bleichte ihn nicht aus, den Kollegen Fraktionsvorsitzenden der SPD im Mühlacker Gemeinderat. Outdoorplakate sorgen eben für einen unverwüstlichen Kopf.  Mit Hohlkammerplatte. Der gute Standard für Laternenwerbung. Passen auch noch nach der Wahl. 

Seit fünf Monaten ziert das Plakat den selben Masten, auf gleicher Höhe -  zumindest bis heute, den 16. Februar 2026, unentdeckt von Ordnungsamt und Ex-Kandidat, an der Zufahrtsstraße von der B 10 zu den Enzkreis-Kliniken. Sozusagen in der Flucht, so dass es leicht zu übersehen ist. Halten wir es fotografisch fest – vielleicht entdeckt Renner bald Renner, der seit Mitte November 2025 über der Zeit ist.

Oder hat das System?  Schließlich wärmt er gerade Anträge aus seinem verflossenen Status als OB-Aspirant auf wie den vom Biergarten im so genannten Mühlehof–Lolch, das doch kein Loch ist, sondern maximal eine witz- und sitzlose Arena. Apropos witzlos. Wenn der neue OB Stephan Retter gerade die Chefetage im Rathaus umgestaltet, so sollte er ganz dringend beim Gemeinderat zusätzlich den Posten eines Statistikers beantragen - um Pauls Wünschen gerecht werden zu können, .

Nur so sind Anträge zu bewältigen wie der zu den Sporthallen. Oder aber wir heuern ein Fachbüro an, das für einige Tausend Euro ein Gutachten abliefert. Ansonsten müssten Mitarbeiter der Verwaltung in den nächsten Tagen und Wochen nichts anderes mehr tun als den Antrag zu bearbeiten, die Unmengen an Daten zu erheben. Denn diese will der Kollege Renner laut dem Antrag, den er unter dem Stichwort Darstellung der Hallenbelegungen heute ablieferte. Ein starkes Stück von Bürokratie.

Im Original hier das Wunderwerk der Antragskunst: 

Der Gemeinderat soll die Stadtverwaltung beauftragen,

die tatsächliche Belegung aller städtischen Sporthallen der letzten drei Jahre darzustellen. Diese Darstellung soll in geeigneter Form aufbereitet werden (zum Beispiel nach Wochentagen, Uhrzeiten, Ferienzeiten, Vereinen/Akteuren), um die Auslastungssituation transparent zu machen, sowie eine strukturierte Bewertung aller städtischen Sporthallen vorzunehmen, insbesondere nach folgenden Kriterien:

o Eignung der Hallen für unterschiedliche Sportarten (zum Beispiel Ballsport, Gerätturnen, Fitness, Entspannung),

o räumliche Voraussetzungen (Hallengröße, Hallenhöhe),

o vorhandene Sonder- und Geräteausstattung (zum Beispiel Turngeräte, Krafträume),

o Zugänglichkeit und Erreichbarkeit, insbesondere für Kinder und Jugendliche (ÖPNV-Anbindung, zentrale Lage).

2. Digitale Belegungs- und Buchungslösung: Zu prüfen, inwieweit die Belegung, Verwaltung und Buchung der Sporthallen künftig pragmatischer und digital unterstützt, abgebildet werden kann – zum Beispiel über eine App, ein webbasiertes Buchungssystem, eine zentrale digitale Plattform oder eine integrierte Hallen-Übersicht auf der städtischen Homepage,

3. Ferienregelung und Gleichbehandlung: Zu prüfen, wie eine einheitliche, transparente und für alle Vereine faire Regelung bezüglich Hallenbelegung in den Ferienzeiten umgesetzt werden kann. Die Prüfung soll grundsätzlich klären, ob bestehende Regelungen (zum Beispiel Zugänge über vorhandene Transponder, Zugangszeiten etc.) alle Vereine gleichbehandeln, inwieweit Hallenzeiten in den Ferien pragmatisch (auch ganztags) und ohne zusätzlichen Personalaufwand genutzt werden können, ob Anpassungen notwendig sind, um eine gerechte, nachvollziehbare und nutzerfreundliche Feriennutzung zu gewährleisten

Übergangsregelung bei Hallenausfällen: Darzustellen, wie die Nutzungen in den kommenden Wochen und Monaten auf die übrigen städtischen Sporthallen verteilt werden, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Sporthalle Mühlhausen derzeit nicht nutzbar ist und die Käppele-Turnhalle nur eingeschränkt beziehungsweise perspektivisch nicht mehr zur Verfügung steht.

Dreimal Uff! Ob da eine einzige Statistiker-Stelle ausreicht, um diese beantragten Daten zusammenzutragen, aufzubereiten und darzustellen? Zweifel sind erlaubt. Im Ältestenrat baten wir die Verwaltung kürzlich, über die Belegung der Hallen zu berichten. Ein Wunsch, der offenbar zu simpel ist, dem Anspruch an eine verwaltungswissenschaftliche Fleißarbeit nicht genügt. Dabei dreht es sich um die einfache Frage, ob die Hallenkapazitäten ausreichen, wenn wir die frühere  Absicht umsetzen und die Käppele-Turnhale abbrechen.

Bekanntlich verteidige ich Anträge aus dem Gemeinderat als Instrument der Kontrolle der Verwaltung. Aber Maß und Mitte sollten doch gewahrt werden. 

Oder machen wir’s wie beim Plakat und setzen den Antrag der kommunalpolitischen Witterung aus - von heiter bis stürmisch. Mal sehen, ob er mehrheitsfähig ist.

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