Post für WE 11-Kritiker: Der Herrgott schenkte uns Wind, Sonne und Wasser auch als Gratis-Energie-Quellen

Hier nun meine Antworten auf die Reaktionen aus Großglattbach und Serres:

Antwort an T.S.:

Ich muss nochmals deutlich machen, dass der Regionalverband NSW nicht aus lauter Jux und Tollerei den Teilregionalplan Windkraft aufstellt, sondern im Auftrag von Bund und Land. Die Regionalverbände müssen Teilregionalpläne erarbeiten mit mindestens 1,8 Prozent der Regionsfläche für Windenergie. Denn Regionalplanung ist Teil der staatlichen Raumordnung. Sie ist in Baden-Württemberg kommunal verfasst,  weshalb eine Verbandsversammlung besteht, die nach den jeweiligen Kommunalwahlen vom Gemeinderat Pforzheim sowie den Kreistagen Enz, Freudenstadt und Calw besetzt wird. In anderen Bundesländern erledigen staatliche Behörden die Regionalplanung, so in Bayern und Hessen die Bezirksregierungen beziehungsweise Regierungspräsidien.

Die jetzt aufgeführten 49 Vorranggebiete, auch WE 11, sind Ergebnis zweier Suchläufe und zweier Offenlagen. Maßstäbe waren die Windhöffigkeit laut Windatlas des Landes, der Umweltprüfung und einer nach öffentlicher Anhörung von der Verbandsversammlung verabschiedeten Kriterienliste. Also: WE 11 entspricht voll den Kriterien. Wir sind uns weitgehend einig in den Gremien, dass kein Standort gestrichen wird, der den Kriterien entspricht. WE 11 liegt voll auf der Linie unserer Kriterien - wie soll ich begründen, dass WE 11 herausmuss? Der Regionalverband sichert bekanntlich nur die Flächen.

Eineinhalb Stunden bei prallem Sonnenschein, ohne Schatten, hitzige Debatten: Open-air-Bürgergespräch im Mai 2024 zur Windrad-Planung in Glabbich. Mit Kollegen aus der CDU-Gemeinderatsfraktion Mühlacker stellte ich mich seinerzeit beim Kommunalwahlkampf der Windkraft-Debatte im Wohngebiet "Pforzheimer Weg" in Großglattbach. Schon damals zeigte sich: Der Weg zum Windpark der Stadtwerke Mühlacker wird mit Ängsten, Kritik und Ablehnung gepflastert sein. Weitgehend vergessen war, dass die Atomkraft noch größere Akzeptanzprobleme hatte. Und die Befürworter von Windenergie meiden leider den Diskurs.

Im WE 11 besteht konkrete Bauabsicht der Kommunal Partner, einem Verbund von sechs Stadtwerken, darunter Mühlacker. Entschieden wird im Aufsichtsrat der Kommunalpartner unter Vorsitz von Oberbürgermeister Boris Palmer in Tübingen. An diesen Entscheidungen bin ich nicht beteiligt und hier empfehle ich Kontaktaufnahme mit den Kommunalpartnern. Ausdrücklich unterstütze ich Ihre Forderung auf Offenlegung der  Ergebnisse der Windmessung.

Zweite Antwort an M.K.:

Danke für die Antwort. Ich wohne hinter dem Lärmschutzwall an der B 35 in Lienzingen, der im Bereich der Brücke unterbrochen ist. Was lauter ist als ein Windrad? Ein Motorrad, und die fahren eifrig an schönen Tagen. Die Meinungen über Windräder gehen auseinander. Aber sie sind ein Zeugnis der aktuellen Technik.  Ich hätte keine Probleme damit  Zu den Windmessungen: Ich bin inzwischen dafür, sie zu veröffentlichen.

Fragen zur Windkraft: Hier gibt es Antworten: 

Ausführliche Sammelantwort an die anderen Schreiber:

Danke für Ihre Mail.  Ich entscheide nicht allein über ein Vorranggebiet Windkraft im Regionalplan, das sind die Mitglieder der Verbandsversammlung, rund 60 an der Zahl. Die Vorrangfläche Großglattbach (WE 11) ist auch nicht das Ergebnis meiner Überlegungen, sondern eines Auswahlverfahrens beim Regionalverband, das in allen Stufen öffentlich ablief. Selbst wenn ich wollte, könnte ich die Herausnahme von E 11 nicht erzwingen. 

Hierzu: https://nordschwarzwald-region.de/regionalplanung/teilfortschreibungen/teilregionalplan-windenergie/

Über den gesamten Ablauf habe ich erst kürzlich in meinem Blog geschrieben:

https://www.guenter-baechle.de/blog/index.php?/archives/2709-WE-11-faellt-nicht!-So-die-Empfehlung.html

https://www.guenter-baechle.de/blog/index.php?/archives/2710-Windpark-Planung-im-Forst-von-Grossglattbach-Zum-Bauantrag-fehlen-noch-Unterlagen,-sagt-der-Enzkreis.html

Südlich von Paderborn (Foto: Antonia Bächle)

Ich hänge auch noch ein Foto an, das meine Tochter kürzlich südlich von Paderborn machte.  Da hätte ich Verständnis, wenn sich Anwohner beschweren würden. Ich verstehe auch die Menschen aus Großglattbach und Serres, wenn sie die Windräder nicht wollen.  

Eine Antwort blieb in all den Mails der Gegner von WE 11, die ich dieser Tage erhalte, immer aus: Die Antwort auf die Frage: Woher soll dieser Strom dann kommen?  Windkraft ist ein wesentlicher Teil unserer Energie-Erzeugung. Sinnvollerweise lassen sich Windräder nur dort aufstellen, wo der Wind bläst. Wo das in Mühlacker ist, lässt sich dem Windatlas Baden-Württemberg entnehmen.  Der Herrgott hat uns Wind, Sonne und Wasser geschenkt, dass wir daraus auch Energie erzeugen können.

Fundamentbau. Foto: Jessen

Der Versuch mancher, die Wahlentscheidung bei der Landtagswahl am 8. März von meiner Entscheidung über den Windpark Großglattbach abhängig zu machen, ist befremdlich. Beides hat nichts miteinander zu tun.  Hier einen Bogen zu schlagen, wie es manche derzeit tun und das Abschneiden unseres Landtagskandidaten Nico Gunzelmann mit der Windrad-Planung zusammenzubringen, ist sachfremd und eines denkenden Menschen nicht würdig. Herr Gunzelmann betreibt nicht nur einen sehr engagierten Wahlkampf, er ist fleißig, sachkundig und empathisch. Er wäre ein guter Abgeordneter für den Enzkreis, war an all den Entscheidungen von Regionalverband, Stadtwerken und Gemeinderat von Mühlacker nicht beteiligt, ist also unbelastet. Da aber das Land die Rahmenbedingungen für die Regionalplanung festsetzt, könnte er auf diesen Rahmen als Landtagsabgeordneter Einfluss nehmen. 

Windkraft ist die wirtschaftlichste und für den Verbraucher günstigste Energieart. Ich füge eine Untersuchung des Frauenhofer-Instituts an. DE2024_ISE_Studie_Stromgestehungskosten_Erneuerbare_Energien_1.pdf

Zu den Stadtwerken. Das ist kein geldfressender Konzern, sondern ein Unternehmen, das dem Bürger gehört und dessen Aufgabe es ist, die Stromversorgung der Stadt zu garantieren. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind ehrenamtlich tätig, erhalten eine Grundentschädigung von 100 Euro pro Monat sowie je Sitzung 50 Europa (pro Jahr etwa sechs Sitzungen).  Damit sind alle Aufwendungen abgegolten. Also auch nicht das große Geld…

Darf ich daran erinnern, dass Forst BW, das landeseigene Unternehmen, die Staatswaldfläche bei Großglattbach, Serres und Pinache für die Windkraftnutzung ausschrieb? Den Zuschlag erhielt ein Unternehmen aus Dresden, das dort 14 Windräder plante. Die Umsetzung konnte vom Regionalverband verhindert werden, weil es sich bei der Fläche um geschützte (FFH-)Gebiete handelt, die nach der Prüfliste des Regionalverbandes ein KO-Kriterium sind - für die deshalb kein Vorranggebiet somit auch kein Windpark! Aber das ist offenbar vergessen.

Ich werde dem Teilregionalplan Windkraft zustimmen, weil er

a)            Ergebnis eines transparenten und durchweg öffentlich geführten Verfahrens einschließlich der Umweltprüfung ist, orientiert an Windhöffigkeit und öffentlich erarbeiteter   Kriterienliste des Regionalverbandes

b)           Windkraft ein wesentlicher Teil unserer Energieerzeugung ist

c)            den Klimaschutz befördert

d)           den Auftrag von Land und Bund umsetzt, mindestens 1,8 Prozent der Regionsfläche für Windkraft ausweist – das ist ein verbindlicher staatlicher Auftrag an die Regionalverbände, dem sich diese nicht entziehen können.

Ich stimmte in öffentlicher Gemeinderatssitzung einem Windpark Großglattbach der Stadtwerke Mühlacker zu, weil dadurch die Wertschöpfung in der Region und somit bei den Bürgern bleibt und nicht in die Taschen von Aktionären fließt – die Einnahmen der Stadt kommen ausschließlich kommunalen Aufgaben zugute.

Das Projekt wird umgesetzt durch die Kommunalpartner, einer GmbH unter Federführung der Stadtwerke Tübingen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Boris Palmer – einer der sdechs Gesellschafter sind die Stadtwerke Mühlacker. Der Baubeschluss ist bis jetzt nicht gefasst, zumal die Genehmigung fehlt, über die wiederum das Landratsamt – und nicht der Regionalverband – entscheidet. Und schon gar nicht ich.

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