Ein gutes Krankenhaus darf schon etwas kosten: Neue Endoskopie in Mühlacker
Darf’s auch etwas kosten? Oder andes gefragt. Was ist uns ein gutes Krankenhaus wert? Mehr als eine schwarze Null auf jeden Fall. Eine rote (und etwas mehr) darf es auch sein. Eine – gar kommunale – Klinik muss keinen Gewinn erzielen, muss nicht profitorientiert schaffen. Wir dürfen uns das stationäre Gesundheitswesen etwas kosten lassen. Sicherlich weniger als die derzeit knapp 20 Millionen Euro im laufenden Jahr, Tendenz steigend. Wir brauchen dringend eine Umkehr, weil der Landkreis selbst finanziell fast ohne Reserven dasteht. Derzeit läuft im Kreistag eine Strategiediskussion über die Enzkreis-Kliniken in Mühlacker und Neuenbürg. Nichtöffentlich zwar, aber grundsätzliche Fragen dürfen sicherlich auch öffentlich angesprochen werden.
Doch das Defizit, das geradezu explodiert ist, ist keine Enzkreis-Spezialität. 85 Prozent der Krankenhäuser in Baden-Württemberg schreiben dicke rote Zahlen. Die Kliniken in Mühlacker zum Beispiel sind ausgelastet, erreichen aber trotzdem kein ausgeglichenes Betriebsergebnis. Die Ursache sind Systemfehler, für die die Politik verantwortlich ist. Allein dadurch, dass sie das Duale Finanzierungssystem der Hospitäler aushöhlte.
Umso erfreulicher, dass jetzt das Krankenhaus Mühlacker eine positive Botschaft schickte. Vorfahrt für Optimismus! Das Krankenhaus Mühlacker hat für vier Millionen Euro seine Endoskopie umfassend saniert, technisch auf den neuesten Stand gebracht und die Behandlungskapazitäten erweitert. Gleichzeitig wurden die Behandlungskapazitäten ausgebaut, um der gestiegenen Nachfrage nach spezialisierten, qualitativ hochwertigen endoskopischen Untersuchungen gerecht zu werden.
Die Maßnahme wurde durch das Sozialministerium Baden-Württemberg mit 1,62 Millionen Euro gefördert – ein klares Signal für die Bedeutung des Standorts Mühlacker für die regionale Versorgung. Mit der modernisierten Endoskopie stärken wir die wohnortnahe medizinische Versorgung im Enzkreis nachhaltig, sagt Landrat Bastian Rosenau zurecht. Gerade bei komplexen diagnostischen Fragestellungen ist es ein großer Gewinn, wenn Untersuchungen vor Ort durchgeführt werden können und Patientinnen und Patienten nicht in weiter entfernte Kliniken verlegt werden müssen.
Neben den bisher möglichen Magen- und Darmspiegelungen (Gastroskopie und Koloskopie) sowie der Darstellung der Gallenwege (ERCP) umfasst das Angebot nun auch die komplette pneumologische Endoskopie. Dazu zählen Bronchoskopien inklusive Ultraschalls, die sonografische Darstellung des Mediastinums sowie die Diagnostik zentraler und peripherer Lungenveränderungen. Darüber hinaus wurde die gastroenterologische Diagnostik durch Endosonografie und Kapselendoskopie zur Dünndarmdiagnostik erweitert. In Kombination mit der interventionellen Sonografie lassen sich damit nahezu alle soliden Organe gezielt untersuchen.
In Aufsichtsrat und Kreistag gaben wir die Gelder dazu frei.
Mit Begeisterung bei der Sache und Triebfeder: Dr. René Gulden (im Bild Zweiter von links), der Ärztliche Direktor und stellvertretender Leiter des Zentrums für Innere Medizin, Er nennt den Umbau der Endoskopie für das Krankenhaus Mühlacker einen echten Meilenstein. Wer mehr darüber wissen will: Hier ein Text der RKH.
Ein Krankenhaus ist eben mehr als ein Kostenfaktor.
20260127_PM_Neue_Endoskopie_.pdf


Kommentare
Noch keine Kommentare