Auf dem Gipfel
Kita-Gipfel heute im Jugendhaus Pro Zwo: Mehr als drei Stunden lang wurden alle Facetten der Kindergarten-Arbeit ausgeleuchtet. Ein strammes Programm des städtischen Amtes für Bildung und Kultur für Elternvertreter, Erzieherinnen und Stadträte.
Vor allem ein für Kommunalpolitik in Mühlacker ehe seltenes Format. Der unerwartete, liebevoll aufbereitete digitale Einstieg: Was wünschen sich eigentlich die Besucher der Einrichtungen, die Kinder selbst? Der Gemeinderat hatte diesen KiGa-Gipfel beschlossen. Elf der 26 Ratsmitglieder nahmen heute teil – da war noch Luft nach oben drin (aber irgendwann gibt es einen neuen). Mit vier der Fraktionsmitglieder war die CDU prozentual am stärksten vertreten. Was wunderte: Der ursprüngliche Antragsteller fehlte. Sei’s drum.
Den Anstoß für diese Runde lieferten im vorigen Jahr immer wieder auftauchende Hiobsbotschaften über den Notbetrieb oder gar die tageweise Schließung von Gruppen wegen Personalmangels. Die CDU-Fraktion brachte in Anträgen zum Ausdruck, dass Öffnungszeiten eingehalten werden müssen. Verlässlichkeit! Schon im Dezember 2024 trafen wir uns mit OB und den beiden Amtsleiterinnen, die heute auch dabei waren. Dabei ließ sich mancher Punkt klären, so auch die nach der personellen Ausstattung. Ein sachliches Gespräch, so sie heute der Kita-Gipfel.
Die Verwaltung legte heute ihre aktuellen Personalzahlen offen, wobei angemerkt werden muss, dass nur rund die Hälfte der Kindertagesstätten in Mühlacker städtisch sind. Also: Nicht jeder Notbetrieb ist der Stadt anzulasten. In sechs Arbeitsgruppen konnten die Teilnehmenden ihre Ideen, Anregungen und Kritik einbringen, die nun von der Verwaltung aufbereitet werden. Bis zum nächsten Gipfeltreffen! Ein neues Gebührenmodell nach Heidelberger Vorbild? Was braucht die Inklusion? Wie sollte ein Kindergarten baulich gestaltet werden? Ehrenamtliche im Ganztagesbetrieb nach dem Offenburger Modell? Personalmangel mit Ehrenamtlichen ausgleichen? Die Meinungen gingen auseinander.
Einen Punkt aus der Arbeitsgruppe Inklusion, an dem ich teilnahm, griff ich in einer Mail an den Enzkreis-Landrat auf:
Gestern fand der Kita-Gipfel der Stadt Mühlacker statt. Eine der Arbeitsgruppen beschäftigte sich mit der Inklusion. Dabei stellte sich heraus, dass der Enzkreis die Stunden pro Integrationskraft auf 6,5 gekürzt hat. Zudem wurde Klage darüber geführt, dass die Verfahren zur Genehmigung von Integrationskräften für die einzelnen betroffenen Kinder zu lange dauern. So wartet die Stadt Mühlacker in einem Fall seit einem Jahr auf einen Bescheid.
Meine Fragen:
- Trifft es zu, dass die Stunden pro Integrationskraft gekürzt worden sind? Wenn ja, wie hoch ist der Spareffekt im Einzelfall beziehungsweise im gesamten für den Enzkreis?
- Wer ist für eine Kürzung zuständig? Wäre da eine Entscheidung des Jugendhilfeausschusses notwendig gewesen?
- Wie lange dauern im Durchschnitt die Bearbeitungszeiten solcher Integrationsanträge?
- Wie hoch war die bisherige geförderte Stundenzahl pro Integrationskraft?
- Nach meiner Kenntnis sind die Kinder zirka 30 Stunden pro Woche im KiTa. Gleichzeitig sind Einrichtungen wie Hohberg Minis ausgelastet. Wie bewertet die Verwaltung diese Situation?





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