Das Freibad im Scherbental, Wassersuche in den Dauerwiesen und andere Lienzinger Geschichten

Im Gewann Dauerwiesen, westlich der B35, suchte die Gemeinde Lienzingen 1973 nach einer zweiten Trinkwasserquelle. Die Tiefenbohrung war ein Flop. Als ein ebensolcher endete im selben Jahr auch der Vorschlag aus dem Gemeinderat, im Scherbental ein kommunales Freibad zu bauen. Der Bürgermeister nahm die Idee nicht ernst. (alle Fotos: G. Bächle)

Ein Freibad für Lienzingen? Wer hätte das gedacht! Solche Pläne entdeckt, wer in den Protokollbüchern des Gemeinderates von Lienzingen blättert. Und staunt gewaltig. Manche(r) mag auch denken, schade, dass daraus nichts geworden ist. Wäre das auch ein Beitrag gewesen zur kommunalen Daseinsvorsorge? Ein  Gemeindebackhaus war dies in früheren Jahren schon. Ebenso die Versorgung der Menschen mit Brennholz, als weder Öl-, Gas-, Elektro- noch Pelletsheizungen üblich waren. In den Aufzeichnungen von Bürgermeister Richard Allmendinger stecken auch hinter kurzen Einträgen in die Protokollbücher manche, seinerzeit brisante Nachrichten. Heute dazu eine kleine Sammlung. Überraschendes,  gelesen in den Niederschriften - schöner amtlicher Begriff - aus dem Lienzinger Rathaus.


Lienzinger Geschichte(n) heute zu seiner, wie es so hübsch heißt, kommunalen Daseinsvorsorge. Der Bürgermeister, der nach Wasser bohren lässt, einen Gemeinderatsbeschluss torpediert und den Gemeindepfleger beim Reisiglos in die Ecke stellt. Dazu in Akten und Ratsprotokollen geblättert (Serie in meinem Blog)


Bleiben wir gleich beim Rathaus. Als zu Beginn des Jahres 1961 der damalige Eigentümer des Hauses zwischen Hauptstraße, Schmiebach und Wetteweg - heute Friedenstraße 26, mit der Bushaltestelle davor - sein Anwesen verkaufen wollte, um neu und größer zu bauen, interessierte sich die Gemeinde für den Erwerb. Das Anwesen Lehr würde sich sehr gut für die Erstellung eines Rathauses eignen, steht in den Aufzeichnungen über die Gemeinderatssitzung vom 3. März 1961. Sie lockte Lehr mit einem sechs Ar großen Bauplatz am Mühlweg. Doch die Familie entschied sich für ein Areal im Brühl. (Stadtarchiv Mühlacker=STAM, Li B 326, S. 81).

  • Schon Lienzinger Gemeinderat für Umzug in die Grundschule
Das plante schon die Gemeinde Lienzingen, was die Stadt Mühlacker 2016 einweihte: Verwaltungsräume in der Grundschule

Dazu passt die Geschichte über Rathauspläne im neuen Ortsbuch. Beengt, geradezu archaisch nannte Autor Konrad Dussel die räumlichen Verhältnisse im 1719 errichteten Fachwerkgebäude an der Friedenstraße 10. 1967 lehnte der Gemeinderat mit knapper Mehrheit die Verlegung der Kanzleiräume der Verwaltung ins Erdgeschoss der neuen Schule ab. Damit begann eine neue Diskussion: Ob das alte Rathaus nur renoviert oder auch erweitert werden sollte. Als dann dazu erste Zahlen  auf dem Tisch lagen, tauchte wieder die Idee mit einem Neubau auf. Am 14. März 1969 bewilligte der Gemeinderat mit acht gegen drei Stimmen nun doch den vorübergehenden Umzug der Kanzlei ins Erdgeschoss der neuen Schule in der Friedrich-Münch-Straße. Doch alles blieb nur auf dem Papier, denn die aufziehende Gemeindereform sorgte für Unsicherheiten. Am 16. Mai 1969 votierten die Räte gegen einen Neu- und für einen Umbau (Konrad Dussel, "Lienzingen, altes Haufendorf, moderne Gemeinde", 2016. Verlag Regionalkultur, S. 232). Später setzte die Stadt Mühlacker die Umzugspläne in das Erdgeschoss der Grundschule doch noch um, sie verlegte 2015/16  Verwaltungsaußenstelle und Kinderbücherei vom Rathaus dorthin. Gleichzeitig begann die Modernisierung des Fachwerkrathauses und die Einrichtung des Museums mit der Christbaumständerausstellung und einer Etterdorfstube für knapp eine Million Euro. Einweihung: November 2019.

  • Gemeinderat will Schulden als Mitgift für Mühlacker

Vorweg: Aus den Plänen für ein Freibad wurde nichts. Ratsmitglied Fritz Geißler regte den Bau in einer Sitzung im Jahr 1973

Die Außenstelle der Stadtverwaltung in der Lienzinger Schule

an. Das passte in die Bemühungen der Kommune, vor der befürchteten Eingemeindung nach Mühlacker größere Projekte über Darlehen zu finanzieren und die vorhandenen Mittel für den Feldwegebau auszugeben. Hintergrund des Vorschlags: Lienzingen war weitgehend schuldenfrei – auch ein Argument für die Leistungsfähigkeit der Kommune, mit der sie die Forderung nach Selbstständigkeit immer wieder begründete. Wenn Lienzingen schon nach Mühlacker müsse, nehme man wenigstens auch Schulden mit (STAM, LI B 328, S. 283). Das bekräftigten die Bürgervertreter in der Sitzung vom 17. August 1973, als sie meinten, den Bau des geplanten Wasserhochbehälters solle die Kommune mit Krediten bezahlen - jedoch Kosten anderer Projekte wie zum Beispiel ein Freibad oder den Ausbau von Feldwegen, mit Eigenmitteln bestreiten. Im Falle der Eingemeindung nach Mühlacker könne man im Bereich von Lienzingen wohl kaum mit weniger dringenden, aber dem Wohl der Allgemeinheit dienenden Einrichtungen rechnen.

  • Freibad-Standort im Scherbental

So blühten die Freibad-Träume auf. In der Ratssitzung am 17. August 1973 stand das Thema auch als gesonderter Punkt auf der Tagesordnung. Der Gemeinderat beauftragte den Bürgermeister, mit den in Frage kommenden Grundstückseigentümern Kaufverhandlungen aufzunehmen. Als Standort dachten die Räte an das Scherbental. Ihre Argumente zitiert der Bürgermeister im Protokoll: Lienzingen müsse noch vor seiner Eingemeindung nach Mühlacker Einrichtungen schaffen, mit denen es hernach nicht mehr rechnen könne und zu einer Eingemeindung gehöre auch ein beträchtlicher Schuldbetrag gewissermaßen als Mitgift, ansonsten würde man ja nur ausgelacht. Doch Allmendinger schien zumindest die Freibad-Pläne nicht mitzutragen und sagte offen, er nehme den Vorschlag von Gemeinderat Geißler nicht ernst und trat deshalb auch in keine Kaufverhandlungen ein, wie er selbst mit dem Blick in die Zukunft protokollierte. Damit torpedierte er die Umsetzung des Beschlusses. Damit war das Freibad-Kapitel schneller zugeschlagen worden, als vom Gemeinderat befürchtet (STAM, LI B 328, S. 239).

  • Als Brennholz zur Mangelware zählte
Lienzingen, Dauerwiesen, historisch: Kartenblatt NW XLV 13 Stand 1835, Bild 1 (Quelle: Staatsarchiv Ludwigsburg)

Ein immer wiederkehrendes Thema war, wie die Lienzinger mit Brennholz zu versorgen waren, was vor allem in der Nachkriegszeit zu Verteilungskämpfen führte. Dies zeigte sich zum Beispiel  in der Ratssitzung am 4. April 1952. Der Bürgermeister sagte, eine öffentliche Versteigerung der Reisiglose gegen Meistgebot habe sich nicht als die ideale Lösung erwiesen. Die Unbelehrbaren seien dadurch auch nicht zufriedengestellt worden, weil das Brennholz eben zur Mangelware zähle. Dem Gemeinderat bleibe also nicht die Mühe erspart, sich auch weiterhin mit Zuweisungen zu befassen. Schwer sei jetzt vor allen Dingen, gewisse Unebenheiten auszugleichen. Dadurch, dass Gemeindepfleger Emil Geißler das ihm zugewiesene Reisiglos nicht angenommen habe und ein anderes Los habe ersteigern lassen wollen, sei ein unnötiger Streit entstanden, der durch etwas Toleranz hätte vermieden werden können, so Allmendinger weiter. Auch Holzhauer Albert Straub habe sein Reisiglos nicht übernehmen wollen. Eine Schilderung, die jedoch auf Widerspruch stieß, denn im Protokoll steht: Im Verlauf der weiteren Beratungen hätten sich innerhalb des Gemeinderats Gegensätze herausgestellt, schließlich sei der etwas unbehagliche Beschluss gefasst worden. Danach durften an der Versteigerung der letzten 14 Reisiglose nur noch solche Familien teilnehmen, die mindestens fünf Personen zählen oder drei und mehr Stück Großvieh besaßen oder bisher noch kein Reisiglos erworben hatten. Geißler und Straub bekämen kein Reisiglos mehr zugewiesen, sondern sie müssten sich jeweils eines ersteigern. Einzelpersonen könnten nur maximal einen Meter Nadelholz erhalten, wenn sie keinen eigenen Haushalt führten. Was dann noch an Brennholz übrig bleibe, solle zum Ausgleich von Härtefällen verwendet werden (STAM, Li B 324, S. 117).

  • Auf der Suche nach Trinkwasser in den Dauerwiesen

Eigentlich herrschte in Lienzingen keine Wassernot. Das bewies auch der Steckbrief, den die Gemeinde in der Anhörung zum Gesetzentwurf zur kommunalen Gebietsreform 1973 nach Stuttgart schickte, um zu belegen, dass Lienzingen die entscheidenden Voraussetzungen für eine

Noch von der selbstständigen Gemeinde Lienzingen gebaut: Wasserhochbehälter im Wannenwald

weitere Selbstständigkeit besaß. In der Stellungnahme, die der  Gemeinderat einstimmig verabschiedete, heißt es, die Trinkwasserversorgung des 1740 Einwohner zählenden Ortes sei gesichert durch eine Quellschüttung  mit 12 Litern pro Sekunde und Bezugsrechten bei der Rheintalwasserversorgung mit fünf Litern pro Sekunde (STAM, Li B 328, S. 271). Mit dem Bau des Wasserhochbehälters in der Endphase der Unabhängigkeit erfolgte auch der Bezug von Bodenseewasser von 1976 an, aber da war Lienzingen schon Stadtteil von Mühlacker. Zuständig waren nun die Stadtwerke und die konnten damit einen ersten Erfolg melden: Das Lienzinger Wasser war jetzt durch die Mischung mit dem Fernwasser deutlich weicher, der Härtegrad fiel von 32 auf 10 Grad (Konrad Dussel, "Lienzingen, altes Haufendorf, moderne Gemeinde", 2016. Verlag Regionalkultur, S. 165). Eigenwasser ist aber - mit dieser Erkenntnis taten sich manche Ratsmitglieder schwer - nicht per se eine gute, da lokale Sache. Denn immer einmal wieder gab es Beanstandungen wegen Coli-Keimen. Ein Beispiel, das sich wiederholte: In der Ratssitzung vom 2. November 1950 berichtete Bürgermeister Allmendinger, eine bakteriologische Untersuchung an der Quelle in der Pumpstation habe ergeben, dass das Wasser Coli-Keime enthalte, verursacht durch tierische oder menschliche Ausscheidungen. Das Wasser müsse unbedingt vorher abgekocht werden (STAM, Li B 324, S. 42).

Freilich: Erst nach zweijährigem Ringen hatte der Gemeinderat Ende Oktober 1970 zugestimt, Bezugsrechte der Gemeinde bei der Fernwasserversorgung Rheintal zu erwerben. In einer Kampfabstimmug votierten sechs Räte und der Bürgrmeister dafür, vier dagegen. Die beschlossenen fünf Liter pro Sekunde kosteten Lienzingen rund 8000 Mark jährlich.

  • Allmendingers letzte große Tat: der Wasserhochbehälter
1974 eingeweiht: der Wasserhochbehälter

Die wachsende Gemeinde hätte gerne neben der Quelle in der Wette, am südlichen Ende der Spindelgasse, aus einem zweiten Brunnen eigenes Wasser ins Netz eingespeist, auch um dauerhaft völlig autark zu sein. Dieses Ziel hatte eine Trinkwasserbohrung in den Dauerwiesen, die unterhalb von Schmie im Tal des gleichnamigen Baches liegen, in der Nähe der Siedlung Kreuz. Doch in der Gemeinderatssitzung am 7. Dezember 1973 musste der Bürgermeister einen Misserfolg melden. Hinsichtlich Schüttung und Qualität sei die Bohrung negativ verlaufen. Bei einer Tiefe von 15 Metern werde bei einem Härtegrad von etwa 45 nur 1,6 Liter pro Sekunde geschüttet. Der Pumpversuch sei daraufhin eingestellt worden. Neue Bohrungen werde es nicht geben, sagte Allmendinger. Solange sich keine neue Quelle erschließen lasse, müsse man auf den Brunnen in der Wette zurückgreifen, der mit 12 Litern auf die Sekunde sehr ergiebig sei. Der Landesgeologe empfahl laut Bürgermeister, den Zulauf der jetzigen Quellfassung zu ermitteln, damit dieses Wasser an einer dem Ort entfernteren Stelle gefasst werden könne. Unterdessen gehe der Bau der Druck- und Fallleitung zum künftigen Hochbehälter im Wannenwald weiter. Die Arbeiten am Hochbehälter würden demnächst ausgeschrieben, er hoffe auf ein günstiges Ergebnis.

Das Brunnenhaus Spindelgasse 16 über der Lienzinger Quelle

Der Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 1000 Kubikmetern ging 1974 in Betrieb - es war für Allmendinger seine letzte Einweihung als Bürgermeister.  Die Stadtwerke stellten für Lienzingen später auf alleinigen Bezug von Wasser aus dem Bodensee um. Die Quelle sprudelt weiter, ihr Wasser wird in der warmen Jahreszeit bei Bedarf in Tanks abgefüllt und zum Bewässern der Rebstöcke in den Weinberg gekarrt. Die Stadtwerke verlangen ein Entgelt für jeden Kubikmeter echt Lienzinger Wasser. Übrigens die Quelle mit der Adresse Spindelgasse 16 hat ein Einzugsgebiet von gut elf Quadratkilometern  (STAM, Li B 328, S. 266).

  • Quelle regelmäßig beprobt und instand gehalten

Heutzutage schüttet die Quelle in der Wette -  den Angaben der Stadtwerke Mühlacker, Frederik Trockel, vom 8. April 2020 auf Anfrage des Autors  - je nach Witterung ein bis zwei Litern in  der Sekunde. Das Wasser wird in einem Becken zunächst gesammelt. An dieses Vorratsbecken ist die Wasserentnahme-Möglichkeit für die GbR Wasserentnahme Lienzingen, welche das Wasser für Gießzwecke verwendet, angeschlossen. Nicht genutztes Wasser fließt in einen Überlauf, welcher den Schmiebach speist.  Die Quelle Wette wird von den Stadtwerken für eine etwaige Notwasserversorgung/Katastrophenfall vorgehalten, regelmäßig beprobt und instand gehalten. Über den Einbau eines Passstückes kann Wasser über eine Druckleitung zum Hochbehälter Wannenwald gepumpt werden. Allerdings ist die Schüttung von 1-2 l/s nicht ausreichend, um den Wasserbedarf von Lienzingen zu 100 Prozent zu decken.

Hier noch Prosa der Stadtwerke zum Übergang der Wasserversorgung 1975 von der selbstständigen Gemeinde Lienzingen auf die Stadtwerke Mühlacker:

Der Stadtteil im Schmiebachtal war 1975 die letzte ehedem selbstständige Gemeinde, die in die Stadt Mühlacker eingegliedert wurde. Auf die Stadtwerke Mühlacker kam seinerzeit die Aufgabe zu, die Lienzinger von einer „sachlichen Notwendigkeit“ zu überzeugen, wie es in einem Rundbrief damals hieß: In den Häusern mussten Wasseruhren eingebaut werden. Zuvor bezahlten die Lienzinger ihren Wasserverbrauch nämlich nach einer Pro-Kopf-Pauschale, was sicher nicht immer ganz gerecht gewesen sein mag. Familien mit hohem Verbrauch zahlten demnach auch nicht mehr, als jene, die das kostbare Nass nur spärlich fließen ließen.

Wasserverbrauch statistisch aufgearbeitet

Zuvor hatte Lienzingen sein Wasser aus der Quelle im Gewann „Wette“, fast im Schatten der Kirchenburg bezogen. Diese erste Wasserversorgung mit Pumpwerk wurde vor rund 100 Jahren aufgebaut. Der erforderliche erste Hochbehälter befand sich auf dem Spottenberg. Sechs, sieben Jahrzehnte später zeichnete sich dann aber ab, dass diese Anlagen für die Versorgung neuer Baugebiete längerfristig nicht mehr ausreichen wird.

Dazu kam, dass im Sommer 1975 der Wasserverbrauch in Lienzingen mehrmals größer war, als in der Quelle gefördert wurde. Erst der Anschluss des Wannenwald-Hochbehälters mit seinen rund 1000 Kubikmeter Fassungsvermögen an die Bodenseewasserversorgung brachte auf Dauer Versorgungssicherheit im Stadtteil. Immerhin liegt der Lienzinger Wasserverbrauch heute mit etwa 250 bis 280 Kubikmeter am Tag um etwa ein Drittel höher als noch vor knapp 30 Jahren. Obwohl Lienzingen aus technischen Gründen der einzige Stadtteil ist, dessen Leitungsnetz nicht mit dem Wasserturm in Mühlacker in Verbindung steht, wäre bei einem Ausfall des Fernwasserbezugs die Eigenwasserversorgung jederzeit gewährleistet.

  • Auch für das Backen war gesorgt

Ein Sieben-Zeiler im Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 14. April 1948 verrät, was wohl nur noch die Wenigsten im Flecken wissen: Im rückwärtigen Teil des Gasthauses Lamm, heute Knittlinger Straße 10, befand sich eine Backstube. Wir wohnten von 1952 bis 1957 gleich nebenan im Haus Kontzi und ich musste regelmäßig morgens in einem Behältnis den Teig zu Bäcker Lehner bringen, der ihn "einschoss" und wiederum den fertigen

Das Lienzinger Quellwasser kann neben dem Brunnenhaus "gezapft" werden, aber nur für Bewässerungen unter anderem in den Weinbergen. Die Stadtwerke kassieren dafür.

Laib über den Mittag abholen. Jedenfalls wollte Bäckermeister Ludwig Lehner vom 2. bis 24. März 1948 auf das Gemeindebackhaus ausweichen, weil er seinen Backofen im eigenen Betrieb austauschen musste. Der Gemeinderat beschloss, dafür 20 Reichsmark zu verlangen, wobei die Hälfte an den Pächter des Gemeindebackhauses weitergegeben werden sollte (STAM, Li B 323, S. 68 und 82). Im Vorderhaus betrieben Lehners eine Gaststätte  -  das "Lamm"  -  und einen Tante-Emma-Laden, in einem Anbau nebenan eine Kegelbahn.

Wiederum das Gemeindebackhaus war im Erdgeschoss des Wohngebäudes Zaisersweiherstraße 3 untergebracht, in dem bis zum Abbruch des Gebäudes 2020 - wegen des neuen Dorfplatzes vor der Kelter - ausschließlich noch die Feuerwehr logierte. Bereits in der Ratssitzung am 20. Mai 1954 klagte Backhausverwalter Karl Benzenhöfer über die abnehmende Zahl der Kunden und nannte deshalb die von ihm jährlich zu bezahlende Miete von 40 Mark als zu hoch. Das Ortsparlament reduzierte auf 25 Mark und beauftragte Hedwig Bopp mit der Betreuung des Backhauses (STAM, Li B 324, S. 217 f). Vier Jahre später reduzierte der Rat den Satz auf 12 Mark, weil der Ertrag aus der Benützung der Öfen erheblich zurückgegangen sei, wie Bopp versicherte (STAM, Li B 325, S. 210). Übrigens: Einen Ofen zu benutzen kostete seit Mitte 1955 nicht mehr 20, sondern 50 Pfennig.

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